Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 32 (5.8.1904)
- Date
- 1904-08-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 l#bi* * W$lt Seite 11 Werkes der zionistischen Bewegung zu stellen. Der „Misrachi" hat mit Wort und Tat für den Grundsatz einzutreten, dass beide, Tora und Zion, Grundlagen des Judentums darstellen, die einander ergänzen und auf einander angewiesen sind. Der in Ruesland gegründete „Misrachi" hat bereits viele tausende Gesetzestreuer für den Zionismus gewonnen und ist zu einer grossen und mächtigen Vereinigung herangewachsen, deren heilsamer Einfluss innerhalb der nationalen Bewegung und ausserhalb derselben deutlich zu erkennen ist. In seiner Arbeit für die zionistische Sache hat der „Misrachi" Beachtenswertes geleistet und seine Bestrebungen zur Hebung der Religiosität und zur Vervollständigung und Verbreitung der Kenntnis der npnpn min iD seinem Kreise und darüber hinaus sind erfolgreich. Das „Misrachi"-Programm hat auch ausserhalb Russlands, in Mittel-und Westeuropa, sowie jenseits des Ozeans, in Amerika, Beifall gefunden und allenthalben zahlreiche hervorragende Kräfte aus den Kreisen der Gesetzestreuen unserer Bewegung zugeführt. An vielen Orten wurden zionistische Vereine auf Grund dieses Programmes gebildet und in allen diesen Vereinen tritt das Bestreben hervor, Vereinigungen, gleich dem russischen „Misrachi" zu schaffen. Zu diesem Zwecke haben die hier unterzeichneten Mitglieder des Organisations-Komitees des „Misraehi" beschlossen, eine grosse Konferenz der gesetzestreuen Zi onisten aller Länder einzuberufen, die die Aufgabe haben wird, die Grundzüge einer allgemeinen Organisation der Gesetzestreuen festzulegen und zugleich Massnahmen zur Gründung von Verbänden in den einzelnen Ländern zu treffen. Wenn rrtfn ^ser Bestreben gelingen lässt, die zahlreichen Gesetzestreuen zu einem festen Bunde zusammenzuschliessen, ist zuversichtlich zu erwarten, dass wir einheitlich und mit vereinten Kräften für Gott, seine Tora, sein Volk und sein Land werden erspriesslich wirken können. Indem der „Misrachia seine Tätigkeit auf weite Länder ausdehnen und die besten Kräfte des orthodoxen Judentums in sich vereinigen wird, wird er in jeder Beziehung zum Aufblühen unseres Volkes Erhebliches beitragen können und zum Segen werden. Demgemäss wird der allgemeine Misrachistenfag am 5., 6., 7. und 8. EHul (16.—19* Aug.) d. J. in Pressburg (Pozsony Ungarn) abgehalten werden. Die Gesetzestreuen aller Länder mögen also an jenem Tagekommen und an' den Beratungen teilnehmen, im Interesse des heiligen Werkes zur Aufrichtung unserer niederge beugten und schmachtenden Nation, zur Hebung unserer, in den Staub getretenen n#Hpn min und zur Wiedererlangung unseres verödeten, geheiligten Landes. Dieser Tag soll inunserer Geschichte zum Ruhmestage werden! So wiederholen wir denn an dieser Stelle, was der „Misrachi" bei seiner Gründung in Russland verkündete: Teuere Brüder! Gleichwie es eine unumstössliche Wahrheit ist, dass jfTij-) und die besten und schönsten Mittel sind zur Erhaltung und Pflege der „Zionsliebe" in Israel, ebenso sicher ist einzig und allein vom Zionsideal zu erwarten, dass es ein starker Ansporn sein wird, zur Neubelebung und Gesundung des j-pnrr Geistes iö unseren Reihen. Beachtet, dass die zionistische Bewegung die heilige Fahne der „jüdischen Gemeinschaft* ■ (^kw riDis) entfaltet und das jüdische Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkthat, womit die Gewähr geboten ist, für die verheissene „Rückkehr des Herzens der Kinder zu ihren Eltern" rTDK D'W aS» — Treuer Eifer, ernster Wille und aufrichtiges Streben können und werden uns mit Gottes Hilfe und mit der Unterstützung der Mächte in das geheiligte Land unserer Väter zurückführen, wo es uns gegönnt sein wird, die Hindernisse, die dem Gedeihen echt jüdischen Lebens im Wege stehen, siegreich zu überwinden, wo allein wir ungestört den Weg der niin werden wandeln und jüdische Gesittung, den Stolz unserer Ahnen, gebührend werden pflegen können, was uns leider jetzt in den Ländern des Exils mit jedem Tage sichtlich mehr erschwert und vielfach geradezu unmöglich gemacht wird. Erkennet Ihr gleich uns den traurigen Missstand unserer gegenwärtigen Verhältnisse, empfindet ihr mit uns das Bedürfnis, die tiefen Wunden unseres Volkes zu heilen, wollt ihr euere Kinder, euch und euereni Volke erhalten und seit ihr ernstlich bemüht die Jugend, die Stütze unserer Hoffnung, vorverlockend en, unj ü d i s c h e n, schädlichen und gefährlichen Abwegen zu bewahren, so werdet ihr, jüdische Brüder, euch von der Notwendigkeit der Vereinigung der gesetzestreuen Judenheit unter der Zionsfahne nicht verschliessen können. Ihr werdet vielmehr, so hoffen wir, unserem brüderlichen Rufe Folge leisten und euch in den Dienst der zionistischen Bewegung stellen, die in ihrer Reinheit das Bindeglied zwischen Tora und Israel darstellt und die unseren Kindern Liebe zu ihrem Volke und zu seinen Heiligtümern einflösst und sie an eifert, in ihrem Volke und für ihr Volk zu leben und zu wirken* Schicket also, liebe Brüder, eure Delegierten und V ertrauensmänner in grosser Zahl zum M i s ra c h i s t e n t a g nach Pressburg und nehmet liebevoll Anteil an dem grossen Werk. Werden wir das Unserige tun, so wird rrrcn unsere Arbeit erfolgreich sein lassen und uns seinen Segen nicht versagen. hrb« — i3n*6i ,«nb "ö Im Monat Siwan 5664: B. Abramowitz, Rabbiner, New-York. L. Don Jachja, Rabbiner, Sklow (Russland). M. J. Epstein, Rabbiner, Sheffield (England). Dr. D. Fink, Rabbiner, Wien. H. Falick, Rabbiner Folticeni (Rumänien). Ch. Gelernter, Kreisrabbiner, Kuty (Galizien). N. Grünhaus, Rabbiner, Trok (Russland). W. Jawitz, Rabbiner, Wilna (Russland). Dr. Ph. Klein, Rabbiner, New-York. L. Kowalsky, Kreisrabbiner, Wlozlawek (Russland). L. M. Landau, Rabbiner, Botsani (Rumänien). Ch.Löbel, Rabbiner, Piatra N. (Rumänien). Dr. A. Nobel, Rabbiner, Leipzig. Dr. J. Nacht, Rabbiner, Focsani (Rumänien). J. J. Reines, Rabbiner, Lida (Russland). M. A. Roth, Oberrabbiner, Päpa (Ungarn). G. Schmelkes, Kreisrabbiner, Kolomea (Galizien). E. J. Segal, Rabbiner, Husi (Rumänien). S. Tenen, Rabbiner, (Rumänien). Beschlüsse des Organisations-Komiiees. 1. Als vollberechtigte Teilnehmer werden zugelassen : a) Delegierte von Gruppen, die der Organisation „Misrachi" bereits angehören. b) Delegierte anderer zion. Gruppen, die einen Monat vor der Konferenz unserem Bureau oder dem Vorsitzenden gegenüber sich bereit erklären, sich der Organisation anzuschliessen. % Nicht delegierte Privatvereine, die an den Verhandlungen teilnehmen wollen, werden gebeten, sich einen Monat vorher anzumelden. Die Einladung, die sie sodann vom Bureau erhalten, berechtigt nur zur Teilnahme an den Beratungen, nicht aber an den Abstimmungen der Versammlung. 3. Ohne Einladungsbezw. Zulassungskarte kann niemand der Versammlung beiwohnen, es sei denn als Gast (Zuhörer). 4. Da die Kosten der Versammlung einen ansehnlichen Geldbetrag erfordern, sind wir genötigt, die tatkräftigste Unterstützung aller unserer Brüder, denen die Ehre unseres