Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 30 (22.7.1904)
- Date
- 1904-07-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 „bi* * Weit" Nr. 30 und nicht ablassen von unserem Wege. Nene Kraft hat er nns gegeben und hohen Sinn und unerschütterliche Zuversicht. Pos wollen wir gedenken und Adlern gleich den Höhen zustreben, die er uns gewiesen. Bis das Volk auszieht nach dem Lande, das er nur schauen durfte, bis es den letzten Wunsch seines toten Führers erfüllt hat, ihn heimgebracht und gebettet hat in freier Erde! Pr. W erne r. Der Dank der Witwe Dr. Theodor Herzls. Danksagung, Anlässlich des schrecklichen Schlages, der mich und die Meinen durch den Tod meines teueren Mannes getroffen hat, sind mir aus aller Welt, namentlich aber aus zionistischen Kreisen, tausende Beweise rührender Teilnahme zugekommen. Wenn es überhaupt einen Trost in unserem schweren Leide gäbe, so wären es diese zahllosen Zeichen der innigsten Liebe und Verehrung, die uns aufrichten könnten. Ausser stände, allen einzelnen zu danken, spreche ich deshalb auf diesem Wege allen den herzlichsten Dank aus. Wenn ich mich bisher an der Lebensarbeit meines geliebten Mannes nicht öffentlich beteiligt habe, so geschah es nur aus dem Grunde, weil ich fürchten musste, ihn dadurch in seiner rastlosen, aufreibenden Arbeit noch mehr anzufeuern, und weil ich ein Ende voraussah, wie es leider nur allzurasch wirklich eingetreten ist. Seine Arbeit war aber auch mir heilig und wird mir immer heilig bleiben. Ich werde der zionistischen Bewegung mit allen meinen Kräften dienen und alles daran setzen, um meine Kinder in das Lebenswerk ihres Vaters einzuweihen und zu ergebenen Kämpfern der von ihm erstrebten Erlösung unseres Volkes zu machen. Damit hoffe ich im Geiste meines teueren Toten zu handeln und auch meiner Liebe zu seinem Lebenswerke Ausdruck geben zu können. Nochmals Dank, herzlichsten Dank alleny die ihn lieben und ihm Treue halten wollen. Julie Herzl. Wien, im Juli (Ab) 1904 (5664). wmmmmmmmwmammmmmmKBmmmmmamam Wien, im Juli 1904. An das ve rehrliche Aktionskomitee! Sehr geehrte Herren! In meinem tiefen Schmerze war es mir ein kleiner Trost, dass die Herren, die mit meinem teueren Gatten die zionistische Bewegung geleitet haben, ihm noch im Tode so viel Liebe bewiesen. Glauben Sio mir, sehr geehrte Herren, dass ich Ihrer Anteilnahme während seiner Krankheit und all der Beweise der Liebe nach seinem Hinscheiden immer gedenken werde. Empfangen Sie dafür meinen aufrichtiger, innigen Dank. Ihre ergebene Julie Herzl. * * * Wien, im Juli 1904. An die zionistische Studentenschaft Wiens! Geehrte Herren! Der Tod meines teueren Galten hat mir unter anderen herzlichen Kundgebungen auch Beweise Ihrer grossen Liebe und Anhänglichkeit an den Verewigten gebracht. Sie haben während der traurigen Tage und Nächte die Ehrenwacht am Sarge des toten Führers gehalten und vor allem dazu beigetragen, dass sein Begräbnis sich einfach und doch würdig gestaltete, wie er es gewünscht hat. Diuch Ihren Vertreter haben Sie ihm bei der Trauerfeier der zionistischen Korporationen Wiens noch Treue nnd Liebe über das Grab hinaus gelobt. Ich bin innig gerührt durch alle die Beweise Ihrer Verehrung und Trauer. Nehmen Sie, greinte Herren, die Versicherung meines aufrichtigen Dankes entgegen, in meinem Namen, im Namen meiner Kinder und meiner ganzen Familie. Julie Herzl. Zuhanden des clerz. Herrn Obmannes des innerösterreichischen Distriklskomitees, Dr. Egon M. Zweig. * * * Wien, im Juli 1904. An den 1 ö b 1. Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien! Sein* geehrte Herren! Gestatten Sie, dass ich Ihnen für die ausserordentlich herzliche Teilnahme und für die Ehrung, die Sie meinem teueren Verstorbenen durch die Veranstaltung einer solennen Trauerfeier erwiesen haben, meinen aufrichtigen Dank sage. ihre ergebene Julie Herzl. Dr. Herzls Palästinareise. Mitte Oktober des Jahre? .1898 begab sich die ans den Herren J)r. Tkodor Herzig Doktor M. T. S e Ii ]i i r e r, D. W o ] f f s o Ii n, Dr. J. Boden heimer und Ingenieur J. Seidener bestehende zionistische Deputation nach Palästina, wo sie einer vorher getroffenen Vereinbarung gemäss von. Sr. Majestät, dem deutschen Kaiser, empfangen werden sollte. Am zweiten "November fand der Empfang im kaiserlieben Zelte zu Jerusalem im Beisein, des damaligen Staatssekretärs von B ii 1 o \v statt. Seine Majestät beantwortete die Ansprache Dr. Herzls in freundlichster Weise. Von den damals in der ,AYYlt" publizierten Berichten der Teilnehmer der Abordnung sei diesmal die kurze Schilderung <>v bracht, die Dr. "Her zl damals der ..Welt" O O - -7-7 zur Verfügung stellte. *) Die Bilder sind nach Aufnahmen reproduziert, die Herr Ingenieur J. Seide n e r an Ort und Stelle gemacht und uns nun zum Andenken übergeben hat. Die Eedaktion. *) „Die Weit" 1898, Nr. 46.