Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 27 (1.7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration WIEN IX., TürkenstrasseNr. 9. hon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an dia Redaktion oder Administration t Wien, IX., Türkienstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zupückfiesendet. /.; f>«. ♦ Sprechstunden der Redaktion täglich von 10—Viä2 Uhr. # Preise der Anzeigen : lauf aufliegendem twait, x Der Irseratsnteil wird Dienstag abends geschlossen Einzelne Nummern 30 Heller. iroiCQH Oesterreich-Ungarn : ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—^. vierteljährig Kr. 3.—. Für Jas Ausland: _ JI ÜIOÖ. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierjährig Mk. &45, England ganzjährig Shg. 14;—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10* Russland ganzjährig R. 7.^-, halbjährig K 3.50, vierteljährig k R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien,Serbieto,^ ^riecMplan4, Aegypten ganzjährig Fr es, 17.—, halbjährig Frcs, 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Nr\ 27 Wien, I. Juli 1904 — 18. Thamuz 5664, 8. Jahrgang. Vom Ostafrikaprojekt 'Mr.-G a t*^h c a r;t W a s o n hat -am Montag der vorigen Woche in ganz unerwarteter Weise im englischen Parlamente eine Debatte über das Ostafrikaprojekt hervorgerufen. Es gelang dem ehrenwerten. Parlamentsmitglieder Aeussenmgen des Unterstaatssekretärs E a r 1 P e r e.y 'zu ,provozieren, die zwar seinem Antrage, sich mit der Gefahr zu. beschäftigen, die England durch das Ostafrikaprojekt bedrohe, die Ablehnung verschafften, immerhin aber manches interessante Moment boten. Wir bringen den Bericht über die Montagssitzung d^s Unterhauses an. anderer -Stelle an extenso. . . 1 '.' ■ . .;; Viel interessanter aber als die Erklärungen Wasoiis und des Earl Percy war der Geist, der diese Debatte belebte. Man kann es den einzelnen Reden anmerken, wie sie bestrebt waren, den alten Ruhm des. gastliehen England aufrecht zu erhalten, und wie sie gleichzeitig doch das lockende amerikanische Beispiel nicht von sich weisen wollten. Es gab während der ganzen langen Debatte keine Aeusserung, die auch nur annähernd an das heranreichte, was wir, wenn es eine Judendehatte gibt/ in anderen Parlamenten oder anderen Vertretungskörpern zu hören bekommen.. Im Gegenteil!; Ipast alle*ßää&ej?"ienatän es entschieden M>, dass" man sie etwa "antisemitischer Änscliaiiuhgen verdächtige. Uiid doch, -trotz dieser gewiss ganz ehrlich gemeinten Verwahrungen, ist es deutlich zu erkennen, dass sieh ein für die Juden ungünstiger Umschwung in den " Ansichten der Engländer zu vollziehen beginnt. ' ■;" v Schon anlässlich der Debatte über die Alienbill, die jetzt einer verstärkten Kommission zur Beratung der endgiitigen ■Beschlussanträge ...vorliegt hat sich dieser Umschwung gezeigt. Es ist nicht zu leugnen, dass vor zwanzig Jahren eine; solche Debatte im House oi Cominons überhaupt •unmöglich gewesen wäre. Jetzt findet sie lebhaften Widerhall im* Parlament und inder Bevölkerung und hat auclriri der Ö'stäfn^ ihre Wirkung gezeigt:- Wenn einer der Redner erklärte, er begrüsse das Anerbi eten der englischen Regierung an die Zionisfen umsomehr, weil ,es den Beweis erbringe, dass auch•• ijlie•;Alfenbill; keineWggs' aus Abneigung gegen die Jiideii^eiiigebracht - worden :sei;;sp ist; das ein liilliger, aber leidernieh^-setif tröstlicher Beweis. Wenn man bei jeder seiner Taten ausdrückMch. erklären muss^ dass sie zwar schlecht seheinen könnte, es aber in Wirklichkeit nicht' sei, so* sind diese Taten jedenfalls; nicht mehr von der klaren Einfachheit und Treue, der sich sonst England gegen: verfolgte Fremde, die seinen Schutz suchten, immer rühmen durfte. Einzelne unvorsichtige-Redewendungen haben denn auch gezeigt,'dass der Bode^Jür'ein Aufgehen der judenfeindliehen Saatda/;uncldort woM vorbereitet v ist... . Dass es vorläufig, Irlands -Abgeordnete sind, Sie isiefe^ gegen die Zulassung Fremder, sei es - im Königreiche selbst, .sei es. in Ostafrika, wehren, ist nur ein schwacher Trost, Wir haben solche Anfänge' antiseniitiselier Bestrekmgen oft von den schlechter Situierten ausgehen gesehen, .und dann erleben müssen, dass sie von den .herrschenden lvlassen gelegentlich gerne raxif genommen wurden, um den Unzufriedenen die Möglichkeit zu. geben, an anderen ihr Mütchen .zu kühlen. Das ist eine Politik, die wir schon öfters erlebt haben. Wenn ' der Ire, dem es' schlecht geht," auf jemandem'.ungestraft : herumtrampeln kann, der ganz schutzlos ist, so "mag ihm das ja einige- Genugtuung, .bereiten. Dass aber die Verletzung vc*n Re£htH^ auf ' der Erde ahne böse Rückwirkung auf die bleibe' die sie geschehen la$seiij: .weÄ $ie dm Macht hätten, "sie * zu .terhin- \ dem, das ist ,imeh nie dagewesen und wird es auch inEngland nicht sein. : : ,; : % ' " .'";'" ";' Immerhin, di<e Erklärungen des Earl Percy häben (*: Herrn Wason und dessen Gesinnungsgenossen beruhigen können^ ]SToch isfr kein rechtsverbindlicher Vertrag abge- : schlössen. worden. T^öcli sind die unbewohnten- und unkultivierten Ländereien des Nandiplateaus und der Provinz iSTaivasha nicht in-den Händen der* Juden- Auch an die Einsetzung eines jüdischen Königs, die Mr.. Wasen und etliche Witzblätter offenbar schon in nächster Nähe, sahen, v denkt die englische „Regierung; nicht. . Wir können sogar Mr. Wasoii üfiddert ^de%n Spassmachern die ihnen gewiss . angenehme^ #a;Qhy^t^jgeJ^n, dass r nicht*' einmal noch die, zionistische Forschungsexpedition nach. Ostafrika aufgebroch efy 'MJ: Vor ihrer Rückkunft aber wird Weder von Seite der teglisehen R% Seite irgend Iw'elcbe JÖ!ntscliei(h : rEiniö» mag;noch berichtigt werden.) weil es missverv ständliehej-weise sowohlim .englischen P^iameni« als ,jn der ^^P^^'M ©staMka in Verbindung gebracht wurde. Der Governor des ost- '* afrikanischen Schutzgebietes, Sir Gh. Eliot, hat keineswegs