Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 25 (17.6.1904)
- Date
- 1904-06-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 „bit $ W^lt" Seite 9 annähernd Frcs. 3000.— eingegangen seien, was gegenüber dem Vorjahre nur eine bescheidene Zunahme bedeute. Er gibt eine interessante Zusammenstellung über die Eingänge aus den verschiedenen Städten und bedauert, dass einige Vereine es sehr an Eifer fehlen lassen, was die einzige Ursache sei, dass die Einkünfte des Nationalfonds nicht bedeutend höhere seien. Die drei Berichte geben zu keinen grossen Debatten Anlass und werden unter Verdankung an die Funktionäre genehmigt. An Stelle des abwesenden A.-C.-Mitgliedes Doktor Farbstein hält Herr Dr. P a s ra a n i k (Genf), der sehr gut unterrichtet zu sein scheint, ein Referat über die allgemeine Lage des Zionismus. Er konstatierte mit Befriedigung die Einkehr des „Friedens" in der Bewegung und gibt dann einige sehr interessante Mitteilungen über die Tätigkeit des A.-C. Die Expedition nach Ostafrika gehe dieser Tage ab. Aber auch eine Untersuchungskommission für Pal äs tina, welche dort ständigen Wohnsitz nehmen wird, tritt in wenigen Tagen die Reise an. Dieser wissenschaftlichen Kommission wird binnen kurzem eine wHandelskommissionu folgen, deren Hauptaufgabe sein wird, die Privatinitiative für Unternehmungen aller Art in Palästina anzuregen und zu unterstützen. Mit dem Landankaufe in Erez Israel ist begonnen worden, und schon im nächsten Jahre soll die erste Ansiedlung auf Grundlage des von Professor Dr. Franz Oppenheimer vorgeschlagenen Kooperativ-Systems ihren Anfang nehmen. — Nach kurzer Diskussion über die Auseinandersetzungen des Redners wird eine Resolution angenommen: „Der schweizerische Delegiertentag begrüsst die praktischen Arbeiten in Palästina und hofft, dass dieselben kräftig fortgesetzt werden." Als Publikationsorgan wurde wiederum das in Zürich erscheinende „Israelitische Wochenblatt", die einzige jüdische Zeitung der Schweiz, bestimmt. Vom Landeskomitee sollen die Fragen geprüft werden, ob zu dem genannten Blatte eine zionistische Beilage herauszugeben, eventuell ob die Gründung eines eigenen Organes möglich sei. Das Budget wurde nach Voranschlag angenommen; dasselbe balanciert mit Frcs. §00.— Einnahmen und Ausgaben. An der in der Schweiz in Bildung begriffenen „Carmelgesellschaft" soll sich der Verband durch Zeichnung eines Anteilscheines beteiligen. Als Vorort wurde neuerdings Basel bestimmt und als Präsident des Verbandes Herr Dr. med. Edmund Worms er, an Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden Herrn Joel Weil. Zu weiteren Mitgliedern wählte die Versammlung die bisherigen M. Levy, als Aktuar, Doktor L. Weil, als Kassier, beide in Basel, sowie die Herren Ingenieur Falk (Baden), Dr. Farbstein (Zürich), Doktor Levy (Biel) und Dr. P a s m a n i k (Genf). Unter Unvorhergesehenem lag ein Antrag vor: den durch seine Artikel zweifelhaften Inhaltes über die russischen Studenten und Studentinnen an den schweizerischen Universitäten bekannt gewordenen Herrn Melamed, selbst russischer Student in -Bern, aus dem Verbände auszuschliessen. Ueber den Antrag wurde jedoch zur Tagesordnung übergegangen» da der Zionistenverband eine Vereinigung von Vereinen und nicht von Personen ist, und demzufolge der Delegiertentag sich für inkompetent erklären musste. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, das während der Mittagspause stattfand, wurde das „Benschen" zugunsten des Nationalfonds versteigert. Der Ertrag belief sich auf Frcs. 105.—. Die Delegiertentage des schweizerischen Verbandes sind nur von kurzer Dauer und gelten hauptsächlich der Erledigung geschäftlicher Traktander. Theoretische Auseinandersetzungen finden gewöhnlich nur vor den Kongressen statt. Da an diesen, insofern sie wenigstens in der Schweiz stattfinden, die meisten Vertreter der Vereine, sei es als Delegierte oder als Gäste teilnehmen, so sind nachher die Meinungen ziemlich abgeklärt. Die Zahlen, welche die zionistische Bewegung in der Schweiz aufzuweisen hat, sind, absolut genommen, keine grossen. Die schweizerischen Verhältnisse sind eben an sich bescheidene. Um sich ein Bild von der relativen Beteiligung zu machen, möge ein Vergleich am Platze sein, Die Schweiz zählt 12.000 Juden. Die gesamte Judenheit zu 8,000.000 angenommen, würden, wenn sich die Juden aller Länder in gleichem Masse wie die schweizerischen an unserer Bewegung beteiligten, betragen: die Zahl der Schekelzahler 66G.000, die Eingänge für Nationaifonds per Jahr 2,000.000. Diese Zahlen wurden leider bis jetzt nicht erreicht. Das soll uns aber in der Schweiz kein Grund sein, die Hände in den Schoss zu legen. Im Gegenteil, wir werden unentwegt weiter arbeiten an der Vergrösserung unserer internen Organisation, zu Nutz und Frommen der Allgemeinheit. M. L e v y. Zionistische Veranstaltung in Badenweiler. Freiburg i. B., im Juni 1901. Am Sonntag den 19. Juni 1904 findet in Badenweiier wie im letzten und vorletzten Jahre eine gesellige Zusammenkunft der oberbadischen, der benachbarten elsässischen und schweizerischen Zionisten statt, zu welcher wir unsere Gesinnungsgenossen und deren Familienangehörigen hiermit höflichst einladen. Für diejenigen, welche sich an einer Fuss Wanderung auf den Blauen beteiligen wollen, ist eine gemeinsame Wanderung in Aussicht genommen, ab Badenweiler halb 7 Uhr früh. Gemeinschaftliches Essen präzis 1 Uhr im „Elsässer Hof" (Preis des Gedeckes ä Mk.) Nachmittags: zwanglose Unterhaltung, Spaziergänge, eveni Tanzunterhaltung» * Anlässlich der Zusammenkunft in Badenweiler am 19. d. M. werden die Vorstände und Vertrauensmänner der benachbarten zionistischen Ortsgruppen zu einer Besprechung über Fragen der zionistischen Arbeit eingeladen. Dieselbe wird um Ii Uhr vormittags im „Elsässer H o flt stattfinden. Die zionistische Ortsgruppe Frei bürg. ^mhütyt. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nioht verantwortlich.) Die Wiener Zionisten, welche Sammelbüchsen für den N.-F. wünschen, werden gebeten, sich dieselben zwischen 4 bis 5 Uhr im Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9, abzuholen. Die N.-F.-Kommission für Oesterreich. Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.-F. Briefmarken gespendet: Wien: Gisela Grau, akad. Bukowinaer Vereinigung „Jordania", Z.-M.-V. „Giskaia«, Architekt Oskar Marmor e k, Frl. Helene Mendczycsk a, H. K r e h n, Akad. Verbindung „Jvria", Samuel Epstein (Czernowitz), Zion. Kongressbureau Wolf Teitelbaum. G a 1 i z i e n : Ahawat Z;on, Bur?tyn, Finkelsteir, Stanisbm.