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Die Welt · 1904-05-27 · 22 (27.5.1904) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
22 (27.5.1904)
Date
1904-05-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Redaktion und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration : Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuskripte nicht zurückgesendet. Preise der Anzeigen : laut aufliegendem Tarif. Der Irseratenteil wird Dienstag abends geschlossen Einzelne Nummern 30 Heller. Sprechstunden der Redaktion täglich von 10—7J2 Uhr. Ro7linQnrOflCO" Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: DC£liyo|JI CIOC. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—-, vierteljährig Shg. 3.10, Rusßland ganzjährig R. 7,—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3,40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Nr, 22 Wien, 27. Mai 1904 — 13. Sivan 5664, 8, Jahrgang. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, welche mit der Zahlung des Abonnementsbetrages im Rückstände sind, um rechtzeitige Einzahlung desselben, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Unsere Hauptvertretung für Russland hat die Buchhandlung „liazefirah" in Warschau, Marianska 2. Ab 15. April Ü. J. ist der Postanweisungsgeldverkehr zwischen Oesterreich und Russland in Kraft getreten. Es können somit Beträge bis zu Rbl. 100.— (einhundert Rubel) mittels Postanweisung von Russland nach Oesterreich oder umgekehrt eingeschickt werden. Nachdem dies die einfachste, bequemste und rascheste Beförderung von Geldbeträgen ist, ersuchen wir unsere geehrten Leser, vorkommenden Falles davon Gebrauch zu machen. Die Administration. Unsere Arbeit Der Erfolg einer Bewegung beruht darauf, dass die Kontinuität ihrer Arbeit vor Störungen bewahrt wird, und dass diese Arbeit immer auf einen und denselben Zielpunkt gerichtet bleibt. Bei der zionistischen Bewegung wenigstens hat sich das bewahrheitet. Weder äussere Angriffe noch Missverständnisse im Innern der Bewegung haben uns je von unserem Wege ablenken können, weil wir unbekümmert um alle Hindernisse unsere Arbeit immer fortgesetzt haben. Daher kommt es, dass die Prophezeiungen der Unglückspropheten unerfüllt geblieben sind, und dass wir immer wieder von einer Ausbreitung und Erstarkung des Zionismus berichten können. Wir sind mitten in unserer Arbeit, und es ist uns nicht leicht möglich, alles zu übersehen. Die Nachrichten aber, die uns von allen Seiten zukommen, lassen ohne weiteres einen erfreulichen Fortgang unserer Sache erkennen. Nach der grossen italienischen Landeskonferenz die erste Landeskonferenz in Argentinien, dann der Delegiertentag der deutschen Zionisten, der Parteitag der zionistischen Arbeiter und Handelsangestellten Oesterreichs, der Schekeltag in England und Bulgarien, in Südafrika und Nordamerika u. s. w., denn die Liste ist noch lange nicht zu Ende und wird in den nächsten Monaten eine Ergänzung finden, die hinter den bis jetzt verzeichneten Daten nicht nur nicht zurücksteht, sondern sie noch übertrifft. Es wäre nicht uninteressant, den Fortschritt der Arbeit in den einzelnen Ländern zu analysieren und die einzelnen Landsmannschaften in Bezug auf ihre Tätigkeit zu vergleichen. Die Ziffern, die auf den zionistischen Kongressen verlesen werden, bieten aber genügendes Material für solche, die sich dafür interessieren. Man hat auf mehreren Kongressen Tafeln gesehen, auf denen die graphische Darstellung des Anwachsens der zionistischen Bewegung in den einzelnen Ländern durch Kurven versucht worden war. Schon aus dieser Uebersicht, bei der natürlich die Details nicht so rasch zu erkennen waren, hat sich nicht nur in dem steilen Anstieg der Kurven das rapide Anwachsen in den einzelnen Ländern gezeigt, sondern auch in der Breite der Fläche, die durch die Linien umgrenzt wurde, die gewaltige Expansion über alle Erdteile. Wir wollen deshalb hier nur darauf hinweisen, dass, entgegen oft gehörten Meinungen, die Arbeit in den Ländern des Westens mit ganz hervorragendem Eifer betrieben wird und dass, wenigstens in der zionistischen Bewegung, die Juden, denen es gut geht, ihrer unglücklichen Brüder keineswegs vergessen, sondern sich ihrer mit umso grösserem Eifer annehmen. Man muss gesehen haben, wie sich sonst die gutsituierten Juden verschiedener Orte gegen arme jüdische Auswanderer zu benehmen pflegten — es sei nur an die rumänischen Auswanderer erinnert — um diese Haltung dankbar zu empfinden. Freilich, wir Zionisten sehen in dem zur Auswanderung gezwungenen Volksgenossen keinen Fremden, wie so viele Glaubensgenossen mosaischer Konfession es tun, sondern den Bruder, dem heute geschieht, was morgen vielleicht in ähnlicher Weise uns zustossen kann, dem wir uns in Freud und Leid verbunden fühlen, wo und in welchen Verhältnissen immer er lebt Eines möchten wir aber doch betonen. Das ist der grosse Fortschritt, den unsere Bestrebungen in Argentinien und speziell, in den Kolonien der ika zu verzeichnen haben. Nicht wegen der Pikanterie, die darin liegt, dass gerade auf diesem Boden der zionistische Gedanke sich so kräftig ausbreitet, sondern

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