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Die Welt · 1904-05-06 · 19 (6.5.1904) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
19 (6.5.1904)
Date
1904-05-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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ISr. 19 lfbie & W?lt Seite 13 Oesterreich-Ungarn: Oberrabb. Dr. Güdemann-Wien, David v. Gutmann-Wien, Dr. Edmund Kobn- Wien, Dr. Alfred Stern-Wien, Reichsratsabg. Dr. Arnold Rapoport v. Porada-Wien, Baurat Wilh. Stiassny-Wien, Reichsrathsabg. Dr. Emil Byk-Lemberg, Reichsratsabg. Dr. Heinrich Kolischer-Wien, Samuel v. Horowitz-Lemberg, Direktor Moritz Lazarus-Lemberg, Landtagsabg. Dr. Natan Loewenstein-Lemberg, Prof. Dr. Josef Rosenblatt-Krakau, Dr. Jacob Horowitz-Krakau, Rabb. Dr. Kayserling-Budapest, Prof. Dr. M. Schächter-Budapest, Hofrat Dr. A. Neumann- Budapeet, Prof. Dr. Ign. Goldziher-Budapesr, Hof rat Sigm. Kohner-Budapest, Magnatenhausmitglied S. v. Hatvany- Deutseh-Budapest, Manfred v. Weisz-Budapest, Dr. Oskar H am m er schl ag-Pr ag. R u s s 1 a n d: Wirkl. Staatsrat Baron Horace Ginsburg- Petersburg, Wirkl. Staatsrat Daniel Poliakow-Petersburg, Rechtsanwalt Dr. Winawer-Petersburg, Prof. Dr. Mandelstamm-Kiew,Kommerz.-RatLazar BcQdzky-KieWjKommerz.- Rat Leo Brodzky-Kiew. Polen: Mich. Bergsön-Warschau, Mat. Bersohn- Warschau, Stan. Natanson-Warschau, Kaz. Natanson- Warschau. Italien: Oberrabb. Prof. Dr: Marguiies-Florenz, Prof. Dr. Nivante-Messina, Kammermitglied Leone Roman in - Jacur-Padua, Vittore Ravä, Sektionsschef im Unterrichts- Ministerium, Rom. Rumänien: Dr. Adolf Stern-Bukarest, Rabbiner Dr. Beck-Bukarest, Rabb. Dr. Niemiro wer-Jassy, A. Goldental-Jassy, Am erika: Julius Bien-New-York; Simon Roeder- New-York, Simon Wolff-Washington, Oskar Straus- Washington, Direktor Dr. S. Schechter-New-York, Sulzberger-Philadelphia, Dr. Joseph Jakobs-New-York. Doktor Cyrus Adler-Washington, Dr. Emil G. Hirsch-Chicago. Südafrika: Rabb. Dr. Bender-Kapstadt. Die Liste der korrespondierenden Mitglieder ist noch nicht abgeschlossen und wird stetig ausgebaut werden. Im Einklänge mit der vom Vorstand des „V. f. j. St.* der Plenarversammlung unterbreiteten Vorlage beschloss das Kuratorium, ein Zentralbureau für jüdische Statistik als gemeinsame Schöpfung aller jüdischen Organisationen und Grossgemeinden ins Leben zurufen. Die dies bezügliche Aktion ist bereits in vollem Gange. Von den jüdischen Organisationen hat als erste der Zentral verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens einen namhaften Beitrag für das zu errichtende Zentralbur^au gezeichnet. Mehrere andere Organisationen haben das Kuratorium bereits verständigt, dass s£e geneigt sind, an den Kosten des Zentralbureaus zu partizipieren. Es ist also begründete Aussicht vorhanden, dass in baldiger Zukunft ein Institut entstehen wird, welches die genaue Kenntnis der Verhaltnisse aller Gruppen der jüdischen Bevölkerung vermitteln und damit zur rationellen Gestaltung sämtlicher jüdischen Wohlfahrtsaktionen, vor allem aber des jüdischen Auewanderungs- und Ansiedlungewesens wesentlich beitragen wird. ' * * . i Wien. (Vorträge während der Sephira.) Im Tempil in der Fugbachgasse hält Herr Rabbiner Dr. Daniel Fink während der Sephirawochf n täglich zwischen 7 und 8 Uhr abends geschichtliche Vorträge, die sich eines grossen Besuches erfreuen. Unseren Gesinnungsgenossen seien diese Vorträge besonders empfohlen. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau Rektor Dr. Adolf Schwarz: Die Erzählungskunst der Bibel. — Zwei Vorträge aus der Jüdischen Toynbee-Halle in Wien. — Wien, 1904. Verlag von Alexander Hirsch. Lazarus Goldschmidt; Sprüche der Väter. (Sonderausgabe aus „Der babylonische Talmud", Bd. VII.) nebst Uebersetzung und kurzen Erklärungen. S. Calvary & Co., Berlin, 1904. Mk. 3.60. Albert Katz: Der Chassidismus. M. Popelauer. Berlin, 1904 Dr. Jakob H o r o w i t z : Babel und Bibel. J. Kauffmann, Frankfurt a. M., 1904. Dr. med. Julius Moses: Das Sonderklassensystem der Mannheimer Volksschule. — Ein Beitrag zur Hygiene des Unterrichtes. — Mannheim, 1904. Druck und Verlag von J. Bensheimer. Dr. Alfred Nossig: Das jüdische Kolonisationsprogramm. Berlin. Jüdischer Verlag. N. Sokolow: .D-nro: D-orp Ausgewählte belletristischo Schriften. Herausgegeben vom Komitee zu dessen Jubiläum. Warschau, 5664. ♦barn .^BD Saramelbuch zu Ehren N. Sokolows an seinem 25jähr. Schriftstellerjubiläum, Herausgegeben vom Komitee. Warschau, 1904. Johannes C. Baroiin. Die Teilung der. Erde. E. Piersons Verlag. (R. Lincke, k. k. Hofbuchhändler) Dresden. Das Buch wurde vom Verfasser dem Kongress der interparlamentarischen Union der Friedensfreunde in Wien gewidmet, dessen Präsidium es auch im September H03 noch im Manuskript überreicht worden ist. — Das ist ein merkwürdiges Buch. Es will einen Plan vorlegen, dessen Realisierung die Schlichtung der Welthändel bewirken soll. Zu diesem Zwecke schlägt der Autor eine wirtschaftliche Teilung der Erde durch Schaffung von zehn grossen Wirtschaftsgebieten vor. Diese grossen Wirtschaftsgebiete sollen „unbeschadet der heutigen politischen Zugehörigkeit, mit Rücksicht auf wirtschaftliche Interessengemeinschaft und gegenseitige Ergänzung in Produktion und Konsumtion geschaffen und durch ein höchst einfaches Zollsystem, welches sie jeder fremden Konkurrenz siegreich entgegentreten lässt, zusammengehalten werden." Und nun entwickelt der Verfasser nach einer kurzen, aber übersichtlichen Untersuchung der gegenwärtigen Lage der Weltwirtschaft, ihrer grossen Schäden und des drohenden Zusammenbruches seinen Einteilungsplan. Es ist der Bewunderung wert, mit welcher Nüchternheit hier Probleme von geradezu phantastischer Giösse behandelt werden. Die Nationalökonomen vom Fach werden sich ja mit dem Buche — wir fürchten nur allzusehr — auseinandersetzen und den #uten Kern aus der allzugleissenden Hülle herausschälen. Wir wollen nur erwähnen, dass eines der vom Verfasser vorgeschlagenen Wirtschaftsgebiete das z;onistische s^in soll. Bei der Besprechung dieses Gebietes bekennt er sich auch als gläubigen Verehrer der Idee, Palästina den Juden zu überlassen. Gegen andere jüdische Kolonisationspläne spricht er sich sehr entschieden aus. Das ist umsomehr hervorzuheben, als der Verfasser unseres Wissens ein strenggläubiger Katholik ist. Dass er sich als warmer Freund der Friedensidee bekennt und ihr sein Werk weiht, hat uns an dem Buche besonders gefallen. W. Der spanjolisch-jüdische „El diaß (Der Tag*) aus Philippopel, bringt vom 15. v. M. (13. Ijar) folgende Nachricht: „Eine Strasse, die den Namen Dr. Herzls trägt*. Aus Schumia wird uns berichtet, dass ein Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde, ein sehr angesehener Bürger und bekannter Zionist, im Gemeinderate der Stadt Schumia den Antrag stellte, einer Strasse des jüdischen Viertels den Namen Dr. Herzls zu geben. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderate unter allgemeiner Zustimmung angenommen. Led. Unsere Hoffnung", die Monatschrift, die sich mit ihrem ersten Hefi so gut eingeführt hat, bringt auch in ihrem Maihefte eine Reihe guter Beiträge. Ausser der Fortsetze & des prächtigen Aufsatzes von Z an g will .Sprache um! jüdisches Leben* hat uns diesmal der Artikel, der von J. Meisl über Leo Pinsker mit grosser Wärmo geschrieben wurde, besonders angesprochen. Auch Ernst Müllers »Prinzipien der jüdischen Frage" und des gelehrten Rabbiners Dan t e L. a 11 e s feurige Apostrophe der jüdischen Jugend fügen sich gut in den Rahmen des Blattes. Die zwsi Gedichte „Sabbatausgang" von H. Stern b ach und „Zum Wandern" von J. Auerbach werden viel Anklang finden. D. Roth bl ums „Grossmutter beim Barschtsch" ist eine hübsche Milieuskizze, der auch die dem Stifte des Korrektors entgangenen Verstösse nicht schaden können. Die Aufsätze L. S chalits (Die Juden in London), die Bilder vom Zionistenkongress und der -Rigaer Brief werden den Lesern der „Hoffnung" manches Neue bringen. Dem Nachrichtenteil, in dem die Kunstnotiz sehr angenehm auffällt, könnte eine Erweiterung nur nützen. „Unsere Hoffnung* wird hoffentlich auch fernerhin auf dieser Höhe bleiben und unserer reiferen Jugend wirklich gediegene Belehrung und Unterhaltung bieten. — Eine für die Jugend der Volks- und Bürgerschulen und verwandter Lehranstalten berechnete Halbmonatsschrift ist „Jung Juda", dessen IV. Jahrgang sich ebenfalls recht gut anlässt. Der Herausgeber, Hr. Lebenhart, hat aus dieser Zeitschrift etwas zu machen verstanden und wird jetzt, da „Unsere Hoffnung" seine Arbeit für die reifere Jugend fortsetzt, sein „Jung Juda" gewiss in einheitlicherem Geiste führen können als früher. Wir würden lebhaft wünschen, dass diese beiden Jugend-Zeit schriften nicht nur von unseren jüdischen Schriftstellern reichlich bedacht, sondern auch materiell von den Juden und besonders den Zionisten aufs eifrigste unterstützt würden. Dadurch würde ein grosser Teil der Arbeit, die eine jüdisch-nationale Erziehung bedeutet, entschieden erleichtert werden. W.

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