Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 19 (6.5.1904)
- Date
- 1904-05-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 „Ol* * Welt" Seite 11 Wien. („Verein jücL Handelsangestellter, Wien4*.) Diezweite ordentliche Generalversammlung findet Dienstag den 10 Mai a. c, um Slj2 Uhr abends im Cafe Central, IL, Taborstrasse statt. Tagesordnung : Kassabericht, Rechenschaftsbericht, Erteilung des Absolutoriums, Neuwahlen in den Ausschuss, Wahl der Delegierten in den Parteitag, Eventualis Die Mitglieder erhalten spezielle Einladungen, die als Wahllegitimation gelten. Für zahlreiches Erscheinen zu sorgen ist jedes Kollegen Pflicht. Gäste, auch Damen, herzlich willkommen. Wien. („Allgemeiner jüd. Arbeiterverein.) Samstag den 7. d. M. 71/» Uhr abends (Cafe Blum schein IL, Untere Augartenstrasse 19) Vereinsabend. Tagesordnung: 1. Parteitag. 2. Vereinsangelegenheiten. Wien. (Verein jüd. jugendl. Arbeiter „Leopol d s t a d t", IL, Untere Augartenstrasse t a). Mittwoch, den 11. Mai 1904, Vortrag des Herrn Dr. Paul Weisengrün. Thema: „Kapitalismus und Soziaiismus". Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. — Sonntag den 15. Mai 1904 findet im Lokale der Toynbee-Halle eine Vortragsakademie unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte statt. Beginn 3 Uhr nachm.. Regiebeitrag 50 Heller. Wien. Der Verein „Jordan i a", Vereinigung jüdischer Hochschüler aus der Bukowina in Wien, Ii., Josefinengasse 6/3, veranstaltet Sonntag den 8. d. M., anlässlich des Lag-B'omer-Festes einen Ausflug. 1 Uhr 20 Min. Abfahrt von der Stadtbahnstation Schottenring nach Greifenstein, daselbst Besichtigung der Burgruine. Hierauf Fusspartie nach Haderßfeld. Hier längerer Aufenthalt. Hierauf Fusspartie nach Klosterneuburg. Rückfahrt nach Wien. Jüdische Gäste ( Damen und Herren) herzlich willkommen. Statt jeder schriftlichen Einladung. Bei schlechter Witterung findet der Ausflug Sonntag den 22. d. M. statt. Wien. Die Sitzungen des Mädchen-und Frauenv ereines „Bikur Chaul im" finden an jedem Mont ag nach dem l.und 15. eines jeden Monats etc. statt, und nicht Sonntag, wie irrtümlich angegeben wurde. Berichte. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Kadi man*.) N.-F. K 41.-. Alter Herren-Abend 21. April. Anwesend vom A.-K. die Herren Dr. Kokesch, Ingenieur Kremenezky, Dr.Kahn,ferner Gründungspräses Dr. Schnirer, E.B. Dr. Schalit, deputativ die kartellierten Verbindungen „Ivria", „Libanonia", vMakkabäa% „Veritas", akad. Verein „Bar Giora"; von Damen: die Präsidentin des Wiener zionist. Frauen Vereines, Frau Dr. Sidonie Kahn, Frau Dr. Schnirer u. a. Im ganzen anwesend zirka 250 Personen. Eröffnung durch Präses cand. jur. Ernst Schubert. Toast auf die alten Herren cand. jur. Fritz Löhner, Erwiderung E.B. Dr. Schalit. Im inoffizielen Teile unter dem Präsidium A. H. Arnold Reich Damentoast A. H. Uprimny, lustige Aufführungen, darunter eine von Mitgliedern verfasste Bieroper. Hierauf Tanz bis 3 Uhr früh. Der ganze Abend sehr animiert. Triest. (N.-F. gesammelt) Am 13. v. M. fand die konstituierende Generalversammlung des „Circolo Sionistico, Trieste* statt. Der Versammlungssaal bis aufs letzte Plätzchen besetzt. Nach einer zionistischen Begrüßungsansprache Sr. Ehrwürden Rabb. Dante A. Lattes schritt man zur Wahl des Ausschusses. Präsident Rabb. Dante A. Lattes, I. Vizepräs. Dr. G. T. Gentilli, II. Vizepräs. Bankier Flaminio V i t e r b o, I. Sekretär Silvio P o 1 a ts e k, II. Sekretär Ernesto Freund (neben Rabb. Lattes, bisheriger Vertrauensmann des inneröst. Distrikts-Komitees.) Kassier: Konsul Giuseppe Morpurgo, Direktoren: A. Schlesinger, G. Fano, S. Aufrichtig, Professor Pincherle, R. Curie 1, Revisoren: A. Morpurgo und A. Piazza. Gegenwärtig 62 Mitglieder. Rege Vereinstätigkeit. F. Nagy-Tapolczany. „Ahavas Zion" Vereinsabend 4. April N.-F. K 41-62. Eröffnung Präs. Herr J. Felsenburg, Herr Dr. EL Abrahamsohn Vortrag aus der Geschichte. Dr. Kraus über Zionismus. Chor. Kesmark. (Verein „Zion*.) N.-F. K 4.—. Gelegentlich Anwesenheit des Herrn A. Ältmann Vortrag desselben. Vertrauenskundgebung an die Führer. Neues Leben im Verein. Wanderredner von der Organisation erbeten. Krakau. Dritte Generalversammlung des jüd. Mädchenvereines „Ruth* am 17. v. M. N.-F. ges. Einleitung durch Vizepr. Frl. Wetzl er. Sekr. Frl. Michnik. Jahresbericht. Steter Fortschritt des Vereines. Vorträge aus den verschiedensten Gebieten mit besonderer Berücksichtigung jüdischer Themata, mehrere Diskussions- und Geselligkeitsabende, stabile Geschichts- und zionistische Kurse, ferner Kurs der hebräischen Sprache verbreiteten unsere Idee unter der Krakauer Frauenwelt. Insbesondere wandten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Schulmädchen, Ein unter der Aufsicht des Vereines geleiteter hebr. Sprachenunterricht, Erzählungen aus der jüdischen Geschichte, Chanukah- und Purimfest für Kinder sollten ihnen das bringen, was die Schule nicht gibt. Natürlich wurde auch des Nationalfondg nicht vergessen. Ausschuss Absolutorium und Dank. Ausschuss für das Jahr 1904/5: Fräulein Wetzl er Präs., Griffel Vizepräs., Süssmann und Krebs Sekr., Goldwasser Kassierin, Fink Bibl., Schermat, Krengel, Feldblum und Fischer. Auf Antrag des Frl. Mahl er wurde der Beschluss gefasst, der zionistischen Organisation beizutreten. Posen. Die zionististische Ortsgruppe Posen hatte zum 16. April eine öffentliche Versammlung einberufen. Diese war von 'weit über 600 Personen besucht. Der Referent, Dr. J. Moses-Berlin, der schon vor einigen Jahren hier öffentlich gesprochen, gab einleitend seiner Freude darüber Ausdruck, dass jetzt durch das Anstürmen der Zionisten auch hier sich ein reges Gemeindeleben entfalte. Der Kampf sei das Leben und immer besser als stumpfes Hindämmern und lässige Zufriedenheit. Der Kampf wogt zur Zeit einmal um das Problem des Zionismus, und diesem seien bereits mehrfach Versammlungen hier gewidmet worden, und dann um die Frage: welche Stellung sollen die deutschen Juden zu den politischen Parteien einnehmen? Nicht zweifelhaft ist die Stellung zu den rechtsstehenden Parteien einschliesslich der Nationalliberalen und des Zentrums. Umstritten sei nur das gegenseitige Verhältnis zwischen den freisinnigen Parteien und den Juden. Darauf habe jüngst die Stichwahl in Eschwege-Schmalkaden ein grelles Licht geworfen, nachdem schon die Kopsch-Bernstein-Affäre, die Kandidatur Zwick-Rosenow u. a. manche Bpdenklichkeiten erregt hatten. Der Leitung der freisinnigen Volkspartei vor allem sei der Vorwurf zu machen, dass sie nichts getan habe, um die Wahl eines rabiaten Antisemiten und Erzreaktionärs in Eschwege zu verhüten, und das Lob aller antisemitischen Blätter könne die Parteizentrale nicht für die Verurteilung entschädigen, die alle freisinnigen Organe, mit Ausnahme des offiziellen Parteiorganes, ausgedrückt haben. Wenn es auch widersinnig sei, dass innerhalb einer liberalen Partei nach Abstammung und Religion gefragt werde, so sei eben doch leider nicht zu leugnen, dass in liberalen Kreisen betreffs der Judenfrage bedenkliche Unklarheiten bestehen. Noch sei man fern von Glaubenshass und Radau-Antisemitismus; aber der sogenannte Asemitismus, der gesellschaftliche und wirtschaftliche Abschluss von den Juden, greife auch innerhalb des Freisinns immer mehr um sich, was ja auch hier im Osten unverkennbar sei, und das sei fast gefährlicher in seinen Wirkungen als der unverhüllte Antisemitismus. Um diesen Asemitismus müsste sich der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens viel ernsthafter als bisher kümmern, statt sich in papierenen Protesten und Eingaben zu erschöpfen. Und während nach der Eschweger Wahl in allen jüdischen Kreisen die lebhafteste Erregung sich kundgab, habe der Zentralverein, dessen Vorsitzender vor der Stichwahl mit tönenden Phrasen die freisinnige Zentralleitung haranguiert hatte, sich nachher ängstlich um eine klare Stellungnahme herumgedrückt. Da müsse endlich einmal mit der Vertuschungspolitik und Schweigtaktik gebrochen werden. Die Juden mögen den liberalen Parteien zwar nicht den Rücken kehren, aber innerhalb der Partei offen und ohne Halbheiten dem latenten Antisemitismus entgegentreten und den Liberalismus an sein vornehmstes Prinzip „Gleiches Recht für alle!" immer wieder erinnern. Lebhafter Beifall lohnte den formvollendeten Inständigen Vortrag. Da die Führer der hiesigen freisinnigen Juden und die Leiter des Zentralvereines der Versammlung ferngeblieben waren, schloss sich nur eine kurze Diskussion an, die erkennen Hess, dass die überwiegende Mehrheit der Versammlung mit den Intentionen des Referenten durchaus übereinstimmte. — Alsdann wurde in die Besprechung einer internen Gemeindeangelegenheit (Tempelbau) eingetreten. Eine von der zionistischen Ortspruppe vorgelegte Eesolution an die Gemeindekollegen fand warme Befürwortung von verschiedenen Seiten, Widerspruch nur seitens des Gemeindesekretärs und wurde schliesslich mit allen gegen 8 Stimmen angenommen. Die wohlgelungene Versammlung, die vierte in der ersten Winterkampagne des Vereines, fand um 11 Uhr ihren Abschluss. Wynberg. S. A. Am 10. April beging der Verein „Haziomm" die Eröffnung seines Lokales und der Bibliothek mit einem Fest, an welchem sich fast die ge.