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Die Welt · 1904-04-15 · 16 (15.4.1904) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
16 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 16 „bie weit11 Nr. 16 Was die Erweekung der Willens- und Tatkraft betriff^ dürfte es wohl vollkommen genügen, auf die Tatsache hinzuweisen, dass alle oder doch fast alle biblischen Erzählungen uns mit dem. was Handhing genannt wird, O -■ £3 O 7 fesseln, mithin unsern Willen aufrütteln und uns dahin bringen wollen, diesen Willen in Taten umzusetzen. leb kann jedoch nicht umhin, zwei Momente hervorzuheben, erstens, dass (»ott dem Adam schon (lebote gegeben und zweitens, dass durch das ganze Buch der Genesis der eine 'Hauptgedanke sieh hindurchzieht: der Mensch arbeitet nicht, um zu leben, sondern er lebt, um zu arbeiten. Zu den Kragen, auf welche die Menschen keine Antwort finden können, gehören auch die, wozu denn Gott dem Adam schon neheu dem Gebot zu arbeiten, auch ein. Speise-Verbot gegeben, warum er ihm gerade vom Baum der Erkenntnis zu essen verboten? ^sraive Fragen! Als w üssten wir es nicht, dass alle Erziehung damit beginnt, den Willen des Kindes in Zucht zu nehmen, dem jungen Geschöpf so früh als nur möglich, die TTeberzeugung beizubringen, dass es nicht Alles haben und erlangen könne, wonach es verlangt; als wüssten wir es nicht, dass wir dem Kinde auf die stehende Frage, warum, immer wieder die stehende Antwort geben, dass es das darum noch nicht versiehe, oder um in der Sprache der Bibel zu reden, dass es ehen von der Frucht des Erkenntnisbaumes noch nicht essen dürfe. Solehe Fragen können übrigens nur Jene auf werfen, die es nicht verstehe]), wie und warum die Genesis einen ■wesentlichen Bestandteil der Thora Mosens bildet. Uns Juden, denen alle Gottesgebote als erzieherische, versittjichende Mittel gelten, sagt auch das dem Adam gegebene Speisegebot, dass gerade jene Menschen einen festen Willen haben, die von Kindheit an daran, gewöhnt werden, ihren Willen dem eines Höheren unterzuordnen. Darin besteht auch das Vorbildliche in dem Leben unserer Patriarchen. .Vicht dass sie den Xamen des Einig-Einzigen verkündet, dass sie ihm Altäre erbaut, sondern dass sie vor ihm gewandelt, dass sein heiliger Wille ihnen zum Mass und zur .Richtschnur gedient, bildet den Goldgehalt ihrer Lebensar he* it. So verschieden auch die Erlebnisse der drei Erzväter gewesen, berühren sie sich doch in dem einen Funkte, dass sie. nicht gearbeitet um zu leben, sondern class sie gelebt hahen um zu arbeiten. Was Gott ihnen verheissen, galt hauptsächlich ihren Nachkommen, ihren zu einem Volke herangewachsenen Kindern; und. weil die Patriarchen diesen Vorhcissimgcn einen unerschütterlich festen Glauben entgegenbrachten, ging ihr ganzes Leben darin auf, in der Gegenwart wirkend der Zukunft vorzuarbeiten, indem sie stets als denkend fühlende, und als fühlend denkende Männer handelten. Darin bestand die Harmonie ihres einheitlichen Wesens, ihres von Willensstärke getragenen und. von Tatkraft erfüllten Lebens. In der Gegenwart leben und dennoch für die Zukunft vorbereitend arbeiten, das heisst nach, dem Vorbilde unserer Patriarchen vor Gott wandeln, das heisst ethisch leben und ethisch handeln. Und da die ganzeThora iMose'snichtsAndcrcs bezweckt, als uns zu einem solclu-n Leben und zu solchem Handeln anzuleiten, müssen wir die1 ErzähInngskunst der Genesis als die denkbar vollendetste rühmen und preisen, denn dieser Erzählungskunst verdanken wir die herrlichsten Illustrationen unserer Bibel, die Lebens- und Charakterbilder unserer Stamm-Väter und Stamm-Jlütter. Ja, das künstlerische Moment der heiligen Schrift darf schon deshalb nicht unterschätzt werden, weil erstens der Inhalt der Bibel durch die Kunstform eine reiche Vertiefung erhält, und. weil die Bibel zweitens, wenn sie auch das klassische Buch der Ii.eligi.nn ist und bleibt, als ein Kunstwerk allerersten Banges Anerkennung heischt. Und. diese künstlerische Bedeutung der Bibel bringen gerade die Kunstkenner und Kunslschwärmer in unserer Mitte am allerwenigsten sich zum Bewusstsein; aus dem ganz einfachen Grunde, weil sie dieses Kunstwerk entweder gar nicht oder höchstens bloss aus seinen Kopien kennen. Das Original der Bibel ist unser hebräischer Text, alle Uehersetzvmgen sind mehr oder weniger gelungene Kopien. Der hebräische Text macht uns Juden nach wie vor zum Volk der Bibel. Soll also unser höchster Nationalsehatz kein Scheinbesitz sein, dann muss die Kenntnis des Hebräischen mit aller Macht gefördert werden; denn nur die Sprache unserer heiligen Schrift, nur das Hebräische, besitzt die Zauberkraft, die zahllosen Schein- und Kamensjuden von heute in echte und wirkliche Juden umzuwandeln, in Juden dem Geiste und dem Wesen nach, in Juden, die keinen höheren Stolz und keinen höheren Adel keimen, als die Kinder Abrahams, Isaaks und Jakobs genannt zu werden. An unsere Leser! Um einen möglichst ausführlichen Bericht über die Konferenz des grossen A.-C. bringen zu können, mussten wir die Expedition unseres Blattes um einen Tag verzögern. Wir glauben damit im Interesse der geehrten Leser gehandelt zu haben. Die Redaktion. Briefkasten. Bonner Zionistenversammiung, Kurt Jakoby, Hamburg : Herzlichen Dank und Gruss. H, N. W., Wien: Brief erhalten. Habe interveniert. H. F. W , Mährisch-Osirau: Anonym, also — Papierkorb. S. R., 100: Bitte sich mit beigeschlossenem Rückporto und einem sehr höflichen Ersuchen an das betreffende Ergänzungs-Bezirkskommando zu V/enden. Wir können das unmöglich wissen. Leontine J., Krakau: Ihr Vorschlag wurde an die kompetente Stelle weitergeleitet. Herzlichen Gruss. F. A., Prag: „Pessach und Ostern" dankend abgelehnt. Olsen, Warschau: Sie haben einen Brief von uns in der Redaktion der „Hazefirah". Geb. Also-Vereczka: Wir können leider nichts mehr für Sie tun. Palciel, Gr.-Xomanio: Bevor die Versammlung nicht stattgefunden hat, veröffentlichen wir nichts. N.-F.- Marke fehlt. Dr. J. Th., Berlin: Einverstanden. Besten Dank. Hr. Neubrunn, Budapest: Besten Dank. Wird gebracht. Kaliszwerke: Demnächst kommt Brief. Müssen erst nachfragen. Gruss. J. L. Krakau : Dankend abgelehnt. E. S. Kolomea: Wir müssfcen uns selbst an den Verlag wenden. SPENDEN Für den rüdischen National!onds: K „Bar Giora", "Vinkovce................ 2.20 Kaivaria: A. E. Sobolewitz anlässlich Vermählung seiner Schwester Olga mit Rosenzweig Rbl. 5. — , L Golomb Wilna beim Aufruf zur Thora 1*50, J. Mytnik beim Aufruf zur Thora 3.—, L. Iron anlässlich Genesung seiner Tochter N. aus schwerer Krankheit 2.—; Rbl. 11.50; zusammen................. 28.98 Schweizer Zionistenverband: Zionistische Ortsgruppe Ober-Endingen Frcs. 8.—, Makkabäerfeier, Genf 123.45, N. N. anlässlich des Hausballes Lob-Schwarz, Basel 5.—, H. Nordmann, Liest J, Spende an der Thora 15—, E. Nordmann, Liestal, Spende an der Thora 10.—, Akademischer Z'onistenverein, Bern, 45.—, I. M., Basel, Sylvesterspielpartie 8.—, Büchse Zentralhof, Baden 4.05, S. Wyler—Brandeis, Baden 5—, N. N. durch Moritz Levy, Basel 50.—? Agitationsabend in St. Gallen 124.—, H. Levaillant, Mohel, Basel 6.50, Eisenmann, Mohel, Basel 24.45, Kollekte in Winterthur 67._, Akademischer Zionistenverein Bern 50__, Dr. L. Weil, Basel, Spende an der Thora 5.—, M. Levy, Basel, Spende an der Thora 5.—, Häuser, Neuenburg

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