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Die Welt · 1904-04-08 · 15 (8.4.1904) · page 14

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
15 (8.4.1904)
Date
1904-04-08
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 .wbl*3fr W^lt" Nr. 15 Und Schüre erzählte nun, während sie den Lehm bereitete, der Alten, wie sie Itzig und seine Frau Resele ausgeschimpft habe. Chanka hatte, als sie aus dem Hause getreten war, ihrem Selm erze vollen Lauf gelassen, die Tränen flössen aus ihren Auger: in Strömen herunter. Sie wählte den einsamsten Weg, um zu Moische-Isserl, dem Schuster, zu gelangen, und senkte tief den Kopf, um ihr verweintes Gesicht vor den Augen der Bekannten zu verbergen. Sie blieb, ihr Schluchzen mit Mühe zurückhaltend, vor der Hütte des Schusters stehen, wischte sich mit dem Rocke die Tränen ab und trat mit einem tiefen Seufzer, in die Hütte. Moische-Isserl hatte in seiner Schusterlaufbahn schon gar vieles gesehen, als er aber die Schuhe von Chanka betrachtet hatte, machte er eine verzweifelte Geberde. „Was soll ich da flicken?" dehnte er, durch seine riesige, um den Kopf mit einem Faden gebundene Brille Chankas Schuhe betiachtend. „Es sind ja lauter Flecke.44 „Vielleicht ginge es doch irgendwie, teurer Moisctie- Isseil, damit sie wenigstens während der Feiertage halten sollen." Moische-Isserl schob seine Brille auf die Stirne zurück und sah zu Chanka hinauf. Ihr flehentliches Gesicht tat ihm leid. Er schob die Brille nochmals herunter und drehte die Schuhe nach allen Seiten: „Unmöglich . . . unmöglich . . . Ich soll kein Schuster sein, wenn ich je etwas ähnliches gesehen habe . . ." „Irgendwie!41 flehte Chanka. „Halt ein! Ich habe etwas für dich,44 sagte plötzlich lebhaft Moische-Isserl. „Ein Paar fast ganz neue Schuhe — sie haben bloss zwei Flecke — und wie sie glänzen! Da hast du, nimm sie um 50 Kopeken! Ich soll, nicht Moische Isserl heissen, wenn ich sie jemand anderem um diesen Preis gebe. Da hast du! Probier sie an!" Chankas Augen glänzten. Die Verlockung war gar zu gross. Die Schuhe sahen in der Tat |anz neu aus. Aber ein halber Rubel ... „Was?44 triumphierte Moische-Isserl, als Chanka die Schuhe anprobiert hatte, „wenn Moische-Isserl etwas sagt, so ist es so heilig wie der Tag. Na, was sagst du, Chantze, zu diesen Schuhen? Die allerletzte Mode, sage ich dir, mit schmalen Spitzen ..." Chanka zog die Schuhe wieder aus und sagte seufzend: „Die Meinigen werden sie nicht kaufen, sie sind zu teuer.44 ,,Glaubst du, dass das Flicken deiner alten Schuhe weniger kosten würde? Lauf lieber nach Hause und sag' deiner Mutter, dass ich sie dir zuliebe um 40 Kopeken lassen will. Itzig des Buckligen Grunkele hat vor mir geweint, ich soll sie ihr um 50 Kopeken geben, und ich wollte nicht! Lauf also, lauf rasch nach Hause . . ,44 „Wo bist du so lange ausgeblieben?4' fragte unzufrieden und geärgert Schifre. „Es ist nicht meine Schuld. Moische-Isserl hat wenigstens eine Stunde die Schuhe hin und her gedreht ... er sagt aber, es sei unmöglich, sie zu flicken. Weisst du aber, Mama,4' fuhr sie mit einschmeichelnder Stimme fort, „für 40 Kopeken will er mir ein Paar schöne Schuhe — bloss zwei Flecke haben sie — verkauf ..." „Bist wohl verrückt worden!44 unterbrach sie schreiend Schifre, „vierzig Kopeken! Woher sie nehmen?4 „Für das Flicken verlangt er doch auch 30 Kopeken, und dann kann er sie gar nicht mehr flicken,44 jammerte Chanka, „es geht also nur um 10 Kopeken . . ." Schifre wollte gerade erwidern, da erblickte sie durch das Fensterchen Welwel, welcher mit blossem Kopfe, zerzausten Haaren und einem krebsroten Gesichte der Hütte entgegenrannte; in einer Hand hielt er seine Mütze, die andere geballte Faust bewegte er rasch in der Luft. Schifre hatte noch nicht Zeit gefunden, ihm entgegenzulaufen, als er schon keuchend und schweisstriefend ins Zimmer stürzte und mit dein Ausrufe: „Ein Fünfer!4' eine zerknitterte Fünfrubelbanknote auf den Tisch warf. „Ali!44 entrang sich aus drei Kehlen ein Ausruf äusserster Verwunderung und Freude. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Dr. Moses, Mannheim, Zionisten Essen-Ruhr, Studenienseder, Wien. Herzlichen Dank und Grüss. H. „Bnei Zionu, Bialystok. Bitte die ^Gratulation direkt an die „Hazefirah" zu senden. A. GL, Prag. Die Büchse dürften Sie bereits erhalten haben. Oesterr. Briefmarken werden auch verwertet. Ploesti. Sie können die Gelder an uns schicken» Dieselben werden im Blatte ausgewiesen. W. B. Fischel, Bendzin. Bestätigen den Empfang Ihres vom 25. März datierten Schreibens, das den übrigen aktenmässigen Belegen einverleibt wurde. Gruss. Jur, Alex. Gelier, Bielitz. Dem Nationalfondskömmissär übergeben. Sie haben übrigens ganz Recht. Spenden von Nr. 14. Für den jüdischen Natiocalfonds: Innerösterreichisches Distrikts-Komitee 6.86 Frl. Anna nnd Fifi Deutsch, Frl. Aiexander. „Moria" 1— Verein „Zion", Nadworna. Sokolow........ 10— Dr. S. M. Rabino wiez, Butrirnanzy ...... 37.80 Karl Resek, Prag, zur Hochzeit Dr. M. Kohn..... 5— Nathan Poznanski und Bernard Bicz, Pio* trkow...................... 16.38 U. Ostra : Zur Hochzeit Frl. Fani Friedmann in Felsö- Sebes mit Jacob Israel: A. Hahn C.60, S. Adler, H. Seidner, A. Grünfeld, Dr. Stern ä K L_, J. Grünfeld, 0.60, V. Sonnenteid, E. Sonnenfeld, D. Braum, S. Klein ä 1.—; Rabb. Dr. SimonFriedmann, U. Ostra; zusammen.................... 9.20 Papa: Überzahler bei der Schekelfeier: I. Koväcs, J. Kohn ä K 2.—, A. Schor, M. Seelenfreund, J. Pfeiffer ä 1.-, Id. V. Klein 2.—, I. Stern 0.60, F. Bicher, G. Goldberg, V. Lövenstein ä L—, G. Dringler, S. Schönfeld; S. Pfeifer ä 0.40, E. Korein 2__, A. Krank 0.80, J. Krank 0.40, G. Austerlitz, J. Koritschoner ä 0.20, Dr. B. Österreicher 3.—, H. Deutsch 4-—, Dr. Koritschoner 2.—, sonstige Spenden: Dr. I. Preisach 6.—, Dr. B. Össerreicher als Ersatz für Wagen und Logis 7.48, Hälfte des Reinertrages der Schekelfeier 1P40, Tempelspenden : J. M. Kraus S.StJ, A. Schor 1.72, Ig. L. Marton 1.80, M. Seelenfreund 0.72, B. Seelenfreund, J. Kraus, J. Steiner ä 1.08, M. Sternfeld 0.72, A. Weiss, A. Paneth, A. Neumann, O. Schwarz. V. Seelenfreund, M. Goldner, G* Fischer, L. Goldberger, H. Roth ä 0.36, A. Furszt 0.20; „Chowewe Ziona : zusammen........;........... 65.28 Sendung Mademoiselle Schach, Versailles: Chanukah- Kinderfest, veranstaltet von der Damengruppe „Union des Dames Israelites de Versailles" Frcs.1.2.—, Purim- Kinderfest etc. etc. (Kinderbüchsen) 38.—, Purim-Kinderfest Pariser Damengruppe „Union des Dames sionistes de Paris 20.—, Mademoiselle Schach ihren lieben Kolleginnen vom Komitee zum Dank für die prächtigen Haman-Tascb, die sie eigenhändig für Gross und Kiein gebacken 20. -, Mademoiselle Schach ihrem lieben kleinen Ludwig, der so eifrig für den N.-F. gesammelt 5__, dem lieben Ludwig und seinen Schwestern für ihr schönes Purimspiel 5.—; zusammen ...... 95.— «T. Schorr, Horodenka, zur Hochzeit Engel-Lachner, Stanislau-Lemberg................ 0.60 0. Preminger, Storozynetz, zur Hochzeit Ahr. Sattinger, Cziresch...........-........ 1.— Oelbaumspende aus der Sparbüchse im Cafe Salvender, Stockeraii, gesammelt durch jüdische Balmachomes . 7.20 Sammlung A. Stern jun. und S. Schönfeld, Stryj bei Hochzeit Awner Katz—RachelaKatz: Brautpaar K 1.—, Frl. Amalia und Regina Turteltaub 1.20, Ehepaar N. Schönfeld jun, Fr. Gh. Katz a 0.60, Frl. Dora Stern, Sali Sternbach ä 0.50, A. Stern jun, J. Schönfeld, M. Katz, M. Schönfeld, Frl. Emma und Fani Gottdenker, S. Schönteld, Fr. M. Horwitz ä 0.40, Ehepaar Bernhoff 0.80, A. Mayer 0.40, Frl. Sternhell, Frl. R. Schönfeld a 0.30, Frl. Emma Katz, die Frauen Machle Stern, Berta Schönfeld, B. Gottdenker, J. Weinrieb, Frl. Ida

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