Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 15 (8.4.1904)
- Date
- 1904-04-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 „bie « Weit" Seite 9 und Geschmack die hier bekannten Früchte dieser Gattung weit überragen. Unter allen zum Verkauf gestellten Produkten sind denn auch die Weine und Orangen die bedeutendsten Absatzartikel. Die Fülle und Vielseitigkeit der Objekte sichert der Ausstellung das lebhafteste Interesse, das seinen sichtbaren Ausdruck in andauernd lebhaftem Zuspruch des Publikums findet. Aber nicht nur die Gegenstände an sich, sondern auch die übersichtliche Anordnung und das geschmackvolle Arrangement, das durch eine prachtvolle Dekoration im orientalischen Stil noch gehoben wird, veranlassen alle Besucher zu Ausdrücken rückhaltloser Anerkennung. Auf uns Zionisten, die wir den Arbeiben der Kolonisten, jederzeit mit Interesse gefolgt sind, hat diese Exposition, ohne uns zu überraschen, einen grossen Eindruck gemacht. Daher interessiert un& nicht nur die Ausstellung, die in ihrer Gänze eine wertvolle Bereicherung unserer Propaganda in Wort und Schrift bildet, sondern auch das sie besuchende Publikum. Bei der ausserordentlichen Beliebtheit, die sich die Palästina-Ausstellung binnen weniger Tage erworben hat, ist es begreiflich, dass die Besucher sich nicht nur aus den verschiedensten Kreisen der jüdischen Bevölkerung, sondern auch aus Nichtjuden rekrutieren. Ausnahmslos werden die exponierten Objekte einer eingehenden Besichtigung unterzogen und mit sichtlichem Interesse die seitens der Ausstellungsleitung gegebenen Erklärungen und Erläuterungen entgegengenommen. Dass die Besucher zu einem grossen Teil mit einer gewissen Voreingenommenheit hinkommen, bedarf wohl nicht der Erwähnung, dass aber jeder von den zur Schau gestellten Objekten überrascht ist, zeigt uns, dass hier etwas geleistet worden ist, was den meisten unmöglich schien. Oft steigert sich diese Verwunderung zu einer patriotischen Begeisterung. Stolzctfüilt mustert man immer wieder die Tische und Vitrinen, ob man auch alles gesehen hat. Und dann kommt man zur Reliefkarte von Palästina, die das A.-C. bereitwilligst zur Verfügung gestellt hat und verweilt hier wie in stiller Andacht, als wollte man den Saal nicht verlassen, ohne im Geiste nicht nur unter den Brüdern, sondern auch auf dem geheiligten Boden des Judenlandes gewandelt zu sein. Hier sehen wir einen alten Herrn tränenden Auges die überniannsgrossen Weizenhalme bewundern, dort einen jüngeren, der sich unbeobachtet glaubt, eine Jaffa-Orange küssen. Es half ihm nichts, er wurde doch gesehen. Und so gäbe es 'noch viel Aehnlicbes zu erzählen. So wird jeder Ausstellungstag zu einem Propagandatag für unsere Idee. i Jüdischer Nationalfonds. Die tausendste Eintragung ins goldene Buch, Wir sind in der Lage, allen organisierten Zionisten eine freudige Nachricht mitzuteilen. Die Zahl der Eintragungen ins goldene Buch des Nationalfonds geht in das zweite Tausend, nachdem das erste mit der Eintragung des Vereines Zion in Samarkand abgeschlossen hat. Diese Tatsache rnuss uns in einer Zeit, in der wir das Fest der Befreiung feiern, umso feierlicher erheben, da sie mit einer schönen Erinnerung eine schöne Hoffnung auf eine endliche Befreiung verbindet, die wir selbst miterleben. Und es schliesst ein zweites Ereignis an, das berufen ist, diese Hoffnung in uns zu stärken. Es stammt nämlich die tausendste Eintragung aus einem fernen Teil Asiens, die tausend und erste aber von der Zionist Association in The King Williams Town (Südafrika). Welteneinigend, ein Bund von Fels zu Meer zeigt sich imposant in. dieser Tatsache der Zionismus. So hat sich das goldene Buch nicht nur als der materielle, sondern auch als der moralische Kraftmesser unserer Bewegung erwiesen, für deren Wert sein tausendstes und das tausenderstc Blatt dokumentarisch zeugen. Wir gratulieren zu diesem Ereignisse dem jüdischen VolKe, und allen jenen, deren Arbeit dieses schöne Ergebnis zeitigte. —y. i®^aV^ä* »^^®^^L^^,ia^^'#^^iB^®b^j. älM-i«^* H; Das goldene Buch. | Die tausendste Eintragung. Diese Woche ist die tausendste Eintragung in dem goldenen Buch erfolgt. Und zwar erhielt die Nummer 1000 der Verein „Zion" in Samarkand, die Nummer 1001 „Zionist Association" in The King Williams Town (Südafrika). i 4 4 zM 3 Verein „Agudas Hazionim" in Wynbnrg K c240 — Verein „ Agudas Hazionim" in Byten durch Hr. J4 Klobowsky........... „ 252.— Verein „Degel Zion" in Warschau, als Zeichen seines Vertrauens an derFührerschaft Dr. Herzls durch B. Schlossberg „ 252.— Verein „Tikwath Zion" in Warschau durch Hr. Vogelnest......... „ 252.— F. Pines in Ruzany...........Pfd.Stl. 10.— Zion. Ortsgruppe m Davos-Platz .... Frcs 264.— Kongregation Zionist Society in Koffyfontein (Südafrika), zur Erinnerung an ihren.verew. Sekretär E. J. Naftalin . Pfd.Stl. 10,— „Esra" in Petersburg, gesammelt an der am 15. Februar 1904 stattgehabten Feier anlässlich des einjährigen Bestandes . K 72(5.— Dorsche Zion Association in Cape Town (Südafrika) trägt Dr. Herzl ein ... . „ 240.— Dorsche Zion Association in Cape Town trägt Dr. Nordau anlässlich seiner Errettung ein.............. „ 270.— Frau Rebecca Krawcow, geb. Lichtenberg in Warschau............. „ 240.— Verein „Jeschurun* in Troppau..... „ 240.— Vom IL Zentrum der Nikolajewer Zionisten während der Anwesenheit des Dr. Awinowitzki aus Odessa ..... „ 240.— Esras Chovevi Zion Association in Baltimore................ „ 240.— Ex:z. Dr. Grigori Jewgenjewitsch Rosen in Odessa............... , 240.60 Der Vorstand der jüdischen Toynbeehalle in Wien trägt seinen Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Leon Kellner ein...... » 255.— Philipp Lebenhardt in Prag....... „ 321.38 Wilhelm Siodmak in Tarnow . ..... „ 241.._ Ignaz Palek in Przemyslairy...... „ 240.— ¥ w f ®\ d. fe P ¥ * ¥ Se I <2£ f= & J Richtigstellung. *| Im Goldenen-Buch-Ausweis der Nr. 5 d. J., soll i| es richtig heissen : „Bnoth Zion" in Ciechanowey ^jj Frcs. 252.—. iü^^?J'^®,*^*®^s.,a^<i!.ä'^*! ,^P^,.ä|i^<?'^^ Das Einwanderungsgesetz in England. In der Sitzung des Unterhauses brachte der Staatssekretär des Inneren seinen Gesetzentwurf über die Einwanderung von Ausländern ein. Bezüglich des Einlasses der Fremden bestimmt der Gesetzentwurf, dass Ausländer, die ohne Geldmittel nach England kommen, ferner solche die in ihrem Lande eines Verbrechens überwiesen sind, wegen dessen sie von England ausgeliefert werden müssten, endlich solche Ausländer, die an einer ansteckenden Krankheit leiden, an dem Betreten des britischen Bodens gehindert werden können. Jeder Einwanderer könne dazu verhalten werden, sich über sein Vorleben auszuweisen und ein Leumim dz eugsnis seiner Heimatsbehörde vorzulegen. Gegen Ausländer, die eines Verbrechens in England überführt werden, kann als Teil der Strafe die Ausweisung verfügt, werden. Natürlich muss eine Ueberwachung der Ausländer statthaben. Doch beabsichtigt die Regierung nach der Versicherung des Staatssekretärs nicht, unnötiger Weise die Einwanderung einzuschränken. Die durch den Gesetzentwurf vorgeschlagenen Bestimmungen sollen den Vertragsverpflichtungen unterliegen. Der Regierungsentwurf wurde vom Unterhaus in erster Lesung angenommen.