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Die Welt · 1904-03-18 · 12 (18.3.1904) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
12 (18.3.1904)
Date
1904-03-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 „bis & weit* Nr. 12 ludischer Nationalfonds. Das goldene Buch. South African Zionist Föderation, Johannesburg durch Herrn S. Goldman Pfd. Sterl. 8845.6 „Bnei Zion" in Berschod, anlässlich des 6jährigen Bestandes..........Kronen 239.40 „The King Williams Town Zionist Association4.............. „ 284.10 Durch die Herren Dr. Tschlenow und Hugo Urysohn folgende Beträge: Zionistenverein in Kostroma...... „ 252__ Zionistenverein in Samarkand...... „ 240__ Zionistenverein in Kursk trägt Doktor Tschlenow ein........... „ 280.22 Zionistenverein in Rossland zur Eintragung des Alter ben Wolf Zerlak . . , 252»—- Zionistenverein Agudas Zion in Kokand trägt Salomon ben Isak Ehrenburg ein „ 252.— Gemeinde russischer Juden „Merio8 ... „ 252.— Zionistenverein in JeJjetz zur Eintragung des Max Leontjewitseh Goldberg zum Andenken an seine Tätigkeit als Präsident seit der Gründung vom 5. November 1900.............. „ 252.— Chowewe Zion in Plonsk........ , 240.— Die erste Verbindung von Orscha (durch Herrn L. Z1 a t i n)........... „ 252.— Frl. Deborah, Tochter des Jakob Kreinin, Baku.............. „ 240.— Schochrei Zion in Libau trägt seine Präsidenten Juda Soloducha und Samuel K o b a 1 k i n ein............ „ 375.45 Verein Zion in Tom aschpol (Präsident D. Fuchs).......\...... „ 247.30 Dorschei Zion Society in Belfast .... , 240.— Jüdischer Volksverein in Pilsen zur Eintragung des verstorbenen ersten Obmannes Emanuel Massarek..... „ 240,_ Leeds Lady's Zionist Association .... „ 240.— J. W. Olenow anlässlich seiner Hochzeit am 21. Februar, Elisabethgrad . . „ 252.— J. W. Olenow trägt seine Frau, Bertha Isakowna Olenow, ein........ „ 252.— Aga das Achim in Dubosary (durch B. Grünblatt)............. , 240,— Junior Zionist Association „Pirchei Zion" Cape Town...........Pfd. Sterl. 10.— Agudas Dorschei Zion in Karelitsch . . . Kronen 252.— Die erste Verbindung in Orscha ..... „ 252.— Verein „Misruchi", Lublin........ „ 252.— Die Judenexzesse in Zablotow. Die Nachmifetagsverhandlung des zweiten Verhandlungstages in Sachen der Zablotower Exzesse. Freitag den 26. Februar 1904. Das Verhör der Angeklagten, von denen das des Skalski, Krzywiecki und Michal Selezynka die meiste Zeit in Anspruch nehmen, wird zu Ende geführt und es beginnt die Einvernahme von Belastungs- und Entlastungszeugen. Die Entlastungszeugen wissen nichts von Belang auszusagen, die Belastungszeugen, meistens Juden, werden einem so scharfen Kreuzverhör unterworfen, dass es den Anschein erweckt, als stünden sie als die Angeklagten vor Gericht; doch halten alle ihre Aussagen aufrecht, die sämtlich die Anklage unterstützen. Skalski verteidigt sich ruhig und geschickt. Auf Grund entlastender Aussagen wird Mikolaj Sonek, ein angeblicher Teilnehmer am Steinbombardement, freigesprochen. Samstag werden die Zeugeneinvernahmen fortgesetzt, wobei es sich hauptsächlich um die Facta Skalski und Krzywiecki handelt. Eine Separatanklage gegen Skalski, die mit in die grosse Verhandlung einbezogen wurde, ist von besonderem Iiiustrationsinteresse. Dieselbe lautet: In der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober, also einen Monat nach den bekannten Exzessen, überfiel Eduard Skalski das Wohnhaus des Salomon Seiler in Zablotow, Er schlug mit seinem Säbel die Fenster ein und bearbeitete den Sohn des Seiler, der sich ihm entgegenstellte mit seinem Säbel und seinen Fäusten. Selbstverständlich leugnet Skalski dies. Zuerst wurden seine Belastungszeugen vom 11. September vorgenommen. Rührend und erschütternd ist die Aussage des seinerzeit am schwersten verwundeten MordechaiMeier Burg. Er erzählt von den barbarischen Hieben, die ihm Skalski mit dem Säbel und Krzywiecki mit einer »Liuszna* versetzte. Wie er erbarmungslos in den Mühlbach geworfen und als er aufs Ufer kroch, mit Steinen beworfen wurde. Um 8 Uhr abends wurde die Verhandlung für morgen vertagt. Montag: Nach wesenlosen Aussagen verschiedener Entlastungszeugen werden der Sohn und der ebenfalls misshandelte Geselle des verwundeten Burg, Rachmiel Nier, verhört. Ersterer schildert die schreckenerregenden Szenen im Hause seines Vaters, letzterer erzählt, wie er namentlich von Krzywiecki mit Händen und Holzstücken bearbeitet wurde, ihm von den Bauern eine Flasche Petroleum ins Gesicht geworfen wurde, als sie im Hause seines Meisters nach der angeblich geschlachteten Bäuerin suchten, wobei Skalski immerfort mit dem blanken Säbel herumfuchtelte und sich schliesslich mit ihm auf den Tisch stellte. Von Nier zur Hilfeleistung angerufen, bedrohte er diesen mit dem Tode, weil er nicht ruthenisch sprach. — Dienstag kamen Sekretär Hübscher und Herr Seiler zu Worte, welche beide die Anklage bestätigten, wobei letzterer noch von einer nächtlichen Belästigung durch Skaleki erzählte, der als angeblicher Regierungskontrolor für die Juden nachts in sein beleuchtetee Zimmer hineinstarrte. Er verschwand erst nach einem Auflauf und Lärmszenen. Nachmittags hielt der Vorgesetzte des Skalski, Finanzoberkommissär Theophil Czuban einen Vortrag über das Finanzwesen, inhaltlich eine Brandrede gegen die Juden, die angeblich mit Gewalt (indem sie die Tabakiuhren der Bauern berauben) oder mit List das Aerar schädigten. Als Fakta führte er u. a. einen ungestempelten Kaufvertrag über den „Chamez" an (!) und noch einige Fälle die aber immer Skalski angezeigt hatte. Zeuge hält letzteren nicht für würdig der Anklagebank, sondern einer staatlichen Auszeichnung. Skalski hätte sich auch nur beruhigend an den Exzessen beteiligt und sei es ihm zu danken, wenn kein Blut floss! — D o nn er s t a g : Zeuge Mikitink deponiert, dass am kritischen Tage sehr viele Juden ins Postamt flüchteten und den Postmeister ersuchten, um Militärassistenz zu telegraphieren, was dieser wegen einer angeblichen Störung in der Leitung verweigerte. Der Gendarmeriepostenführer Jan Orzech sagt sehr belastend für Skalski aus, den er hätte energisch auffordern müssen, die Menge nicht weiter zu hetzen; mit Skalski konfrontiert, bezeichnet er dessen Leugnen energisch als lügenhaft. Schliesslich kommt eine Zuschrift der Finanzbezirksdirektion zur Verlesung, des Inhaltes, dass sich Skalski an den Exzessen nur beruhigend beteiligte; Sekretär Hübscher möge wegen Verleumdung unter Anklage gestellt werden. Damit ist die Zeugeneineinvernahme zu Hin de. Es folgen diePlaidoyers. Bemerkenswert ist aus dem Plaidoyer des Staatsanwaltes die Bemerkung, dass er sich das Eintreten für die grundlos verfolgten Juden zur Ehre anrechne. Der Vertreter der Beschädigten, Advokat Dr. Zipser, gab ein schön angelegtes Bild der gesellschaftlichen Stellung der Juden, der eigentlichen Ursache der Exzesse und schilderte den galizischen Antisemitismus in seiner ganzen Grösse und Verworfenheit. Für die Angeklagten sprachen, wie schon erwähnt, 2 Verteidiger. Am 5. nachmittags wurde in dem Prozess das Urteil gefällt. Die Angeklagten Wakaluk, Finanzwachaufseher Skalski u. Krzywiecki wurden freigesprochen; zwölf Angeklagte wurden zu Strafen von fünf Tagen bis fünf Monaten Kerker verurteilt. Meier Henisch. Wlt-SbroDlk. Aus Jerusalem. Zwischen der hiesigen sephardischen Gemeinde und der zu Tiberias schwebten seit Jahr und Tag Differenzen wegen der sogenannten Gelder, welche aus den zerstreuten sephardischen Gemeinden einfliessen. Letztere behauptete, ihr allein gebühren jene Einnahmen, indem angeblich R. Meir dort begraben sei. Erstere hat schliesslich nachgegeben und begnügt sich mit einigen Perzent der Gesamteinnahme. In welchen Nöten aber erstere sich befindet, geht aus den jüngst herausgegebenen Rechenschaftsberichte hervor. Den Einnahmen von Pr. 472.958.25 stehen gegenüber an Ausgaben: 564.877.20Pr. Somit schuldet die Gemeinde 91.918.20 Piaster. Daher der ewige Streit, bald hüben bald drüben, indem eine sich verkürzt sieht durch die andere. Wäre es nicht endlich an der Zeit, diesem ewigem Gezänke, das dem Jüdentume so

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