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Die Welt · 1904-02-26 · 9 (26.2.1904) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
9 (26.2.1904)
Date
1904-02-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „bie # w$it Nr. 9 Löbliche Redaktion! Ich erlaube mir folgendes zu Gunsten des Nationalfonds zu propouieren : Jeder Zionist möge auch seine nichtzionistischen Freunde beeinflussen, das „Machcis-Haschekelgelda, welches man am 13. Adar gibt, für den N.-F. zu spenden. Die Spenden sind zwar kleine, aber prite iprite miztarfes, und wenn dieser Gebrauch sich bei uns einbürgern wird, wird dem N.-F. alljährlich eine beträchtliche Summe zufliessen. Mit Zionsgruss R z e sz o w, 5. Adar 5664. Meier Ellenbogen * * * Wien. Freitag abends, den 26. d. M., Predigt im Stadttempel. Aus der Wiener jüdischen Toynbee-Halle, XX., Karajangasse 20. Die Generalversammlung der Wiener Toynbee-Halle, die Donnerstag, 25. Februar stattfinden sollte, wurde auf Donnerstag, 17. März, verschoben. * * * Vortragsordnung. Samstag, den 27. Februar, Konzert. Sonntag, den 28. Februar, Herr Felix G o 1 d b a u m : Musik als Ausdruck. Montag, den 29. Februar, wegen des Fasttages geschlossen. Dienstag, den 1. März, Diskussion. Mittwoch, den 2. März, Dozent Dr. Josef Po Hak: Wie können wir uns gut und billig ernähren? Donnerstag, den 3. März, Herr Alfred May: Wir und die Bücher. Freitag, den 4. März, Dr. Rosenmann: Bibelvortrag. Samstag, den 5, März, Konzert. * * * Musikalisches aus der Toynbee-Halle. Im Laufe des Monates Jänner fanden 14 Vortragsabende statt. Es wirkten freundlichst mit: Die Pianistinnen und Pianisten Frizzi Schmitz, Stella Nussbeck, Rachelle Liggy, Franziska Hornig, Gisella Beck, Melitta Heim, Felix Goldbaum, Willy Löwit und Adolf Rohr, die Geigerinnen und Geiger: Adele Cola, Hedwig Korngold, Samuely, O. Kapperl, Dr. Georg Heim, Max Geiger, Fritz Todesko und Leo Ruzicka, die Sängerinnen und Sänger: Elsa Freund, Anna Smerd, MizziTaub, Eugenie Weiss, Johanna Neston, Edith-Heim, Martha Royz, Grethe Hirsch, Schwarz, Cantor Isidor Löwit, ßratt und Ernst Low, der Cellist: Herr Dr. Robert Bachrach. Rezitationen hielten ab: Frau Mancie Kestel, Frl. Irma Inländer und Hr. Dr. Ludwig Buchsbaum. Die Klavierbegleitung besorgten gefälligst die Damen: Clara Frey, Dr. Kantor, Elsa Freund, Rosa Rechen, Steiner, Samuely und Herr Carl Grosz. Es waren schöne, glänzende Abende, welche die Toynbee-Halle der gütigen Mitwirkung dieser Damen und Herren verdankt. R. F. * * * Sonntag den 21. Febauar wurde in der Toynbee-Halle von Rektor Dr. Schwarz ein Vortrag: „Die Erzählungskunst der Bibel" vor einem zum Erdrücken vollen Saale gehalten. Das Publikum spendete dem Vortragenden stürmischen Beifall. Unser Gg. Herr Langer (Czernowitz), der dem Vortrage beiwohnte, widmete den Zwecken der Toynbee-Halle einen grösseren Betrag. Bücherwelt. „Altneuland", Monatsschrift für die volkswirtschaftliche Erschliessung Palästinas. Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas. Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. S o s k i n, O. Warburg, Redaktion Dr. S. Soskin, Berlin W. 50, Regensburgerstrasse 20. Das zweite (Februar-) Heft bringt Artikel von Dr. Fr. Oppenheimer: „Harmonische und disharmonische Genossenschaften'4, von Prof. Dr. O. Warburg: „Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas4' und Dr. M. Jungmann: „Der Kampf gegen die Malaria44. Ferner Publikationen über Jaffa. Handelsbericht für das Jahr 1902, die jüdischen Kolonien, eine Besprechung von Lazar Felix Pinkus' Buch „Palästina und Syrien44 und eine Rubrik „Vermischtes44. „Altneuland44 hat sich mit den beiden bisher erschienenen Heften sehr gut eingeführt« Wir werden nicht ermangeln, diesem Unternehmen unsere vollste Aufmerksamkeit zu widmen und unsere Leser durch grössere Besprechungen, die wir von Zeit zu Zeit publizieren wollen, über „Altneuland44 zu informieren. Aus dem vorliegenden Hefte haben wir nebst dem Artikel des Professors Warburg einige Notizen reproduziert und hoffen dadurch unsere Leser zum Studium der Zeitschrift selbst zu veranlassen. „Rocznik Zydowski" 1904 Wyd. i redag. przez E. Silberstein u A. Standa, Lwöw „Jüdisches Jahrbuch" Lemberg, 2. Jahrgang. Der zweite Jahrgang des „Rocznik Zydowski" liegt vor uns. Es scheint, dass das Jahrbuch doch bei den polnisch lesenden Juden Galiziens Anklang gefunden hat. Merkwürdigerweise hat es die Geschichte der Juden in Gahzien nicht zur Schaffung einer speziellen polnisch-jüdischen Literatur gebracht. Nur vereinzelt stehen die Juden in der polnischen Literatur, und nur polnische Schriftsteller haben hie und da das jüdische Leben zum Gegenstande ihrer Behandlung gewählt. Und da sie das jüdische Leben nicht kannten, schufen sie Zerrbilder. Die Renaissance des galizischen Judentums hat auch einen Einfluss auf die polnisch-jüdische Literatur. Sie ist im Entstehen begriffen, man sieht die schüchternen Anfänge. Ob es nicht zu spät ist, ob es nötig ist, lassen wir dahin gestellt. Der „Rocznik Zydowski" ist für diese neue Bewegung typisch. Und, wie wir bereits anlässlich der Besprechung des ersten Jahreranges desselben Jahrbuches zu sagen Gelegenheit hatten, hier fällt uns vor allem der allen Schöpfungen der galizischjüdischen Literatur eigene Zug auf — die Müdigkeit, der Mangel an Scböpfungskraft. Es wird wohl an der jüdischen Misere in Galizienliegen. Ein Volk, das einen Krochmal hervorbringen konnte, kann nicht des angeborenen Mangels an Schöpfungskraft beschuldigt werden. Ob die neue polnisch-jüdische Literatur zur Wiederholung des ruhmvollen Namens der galizischen Judenschaft beitragen wird, ist fraglich. Nach den Anfängen wenigstens zu urteilen. In dem vorliegenden „Rocznik Zydowski", der äusserlich ziemlich elegant ausgestattet und auch mit zahlreichen Illustrationen versehen ist, haben wir eine Auswahl an belletristischen, an publizistischen Beiträgen. Um mit den Kunstwesen zu beginnen, müssen wir konstatieren, dass im Jahrbuch fast sämmtliche Erzählungen aus dem Jargon übersetzt sind, so die nicht besonders gelungene Skizze von Asch: „Ueber die Grenze", eine Erzählung von Nomberg, von Feuerberg, von Scholem-Alejchem und ein Beitrag von M. Wirth, unter dem Namen „Die Jüdin", der auf künstlerischen Wert nur wenig Anspruch machen kann. .. Von einer polnisch-jüdischen Belletristik können wir nach diesen Anfängen schwer sprechen, Dafür aber von einer polnisch-jüdischen Lyrik. Es sind wenige Gedichte im Jahrbuch, darunter Uebersetzungen aus Rosenfeld und Börries Münchhausen, aber auch ein paar originelle, schöne Gedichte. Maryan Rosenberg tritt mit drei Gedichten auf, aus dem Zyklus: „Lieder des Ahasver." Wir haben in den jüdischen Literaturen verschiedene Zungen verschiedene Ahasver - Gedichte, aber die drei Lieder von Rosenberg:, oder vielmehr das erste und das dritte Lied, sind vielleicht die schönsten dieser Gattung, Eine reiche, tönende Sprache und ein zarter Gefühlston. ein Hauch von Schwermut, von Sehnsucht, von echt jüdischem Schmerz. So klagt im ersten Gedichte der Dichter sein Leid, seine Verzweiflung an allem Hohen und Schönen, seine Sehnsucht nach der Einzigen, die ihn von vollem Herzen liebte, die ihn die Welt zu lieben lehrte, nach seiner Mutter. Und die Klage endet in einem Laut der Schwermut, in dem bangen Ton einer gepressten Brust, aber eine Hingebung, eine Resignation, eine Aussöhnung mit dem Leben klingt in den letzten Worten. Auch das dritte Gedicht „Wandererchor" ist schön, das zweite „Golus" ist ein wenig unproportioniert lang und gekünstelt. Auch das Gedicht von W. E. Pordes: Aus „Kol-Nidre" ein Fragment, ist erwähnenswert. Vom publizistisch-wissenschaftlichen Teil des^Jahrbuches kann man nicht viel sagen. Dieselben Gedanken dieselben*Worte kehren immer wieder. Der Artikel von E. W. Pordes, der als Einleitung der ganzen Sammlung voransteht, „Unsere Renaissance*, sagt uns nichts Neues, nichts Individuelles. Dr. Malz beschäftigt sich in einem Artikel mit der „Bilanz des Zionismus" von Nossig und in einem zweiten Aufsatz mit der Frage des Verhältnisses des Proletariates zum Zionismus. Mit dem ersteren werden wohl die Leser der „Welt" bekannt sein, und deshalb werden wir auf diesen wie auch auf den bereits von den Ereignissen der letzten Zeit überholten Artikel von Jan Kirschrot über den sechsten Kongress nicht eingehen. Der Artikel über das Proletariat und den Zionismus von

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