Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 6 (5.2.1904)
- Date
- 1904-02-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 „bie & weit" Seite 9 jetzigen Lehrplanes an separate Religionsschulen entschieden bekämpft. Da die zum Worte gemeldeten Redner auf ihre Ausführungen nicht verzichten wollen, sich aber für die Fortsetzung der'Beratung ergibt, dass die Versammlung nicht beschlussfähig ist, betraute die Versammlung den Ausschuss mit der Mission, aus seiner Mitte, aus dem Verbände und auch aus den dem Verbände nicht angehörigen Religionslehrern ein Komitee zu wählen, welches über die Schaffung eines einheitlichen Lehrplanes eine Enquete zu veranstalten und darüber in der nächsten PlenarVersammlung Bericht zu erstatten habe. Hierauf wird die Versammlung geschlossen. ffus de* J|e^egüi>ä- Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Jüdisches Bildungsheim (T.oynbee-Halle, XIV., U 11 - mannstrasse31, Kauerhof 10a.) Vorträge im Monate Februar 1904 9. II. Ing. L. Seelen fr ied: „Die Juden als Rasse", 16. IL, Dr. Leo Sofer: „Gegen den Alkoholismus", 2*. IL, Konzert des Gesangvereines „Schir Zion", Fünfhaus. Beginn 8 Uhr. Eintritt frei. Aus der jüdischen Volksbibliothek werden Montag, Dienstag und Donnerstag von halb 8 — 8 Uhr Bücher ausgegeben. Wien. Der jüd. Frauen- und Mädchen-Verein in Fünfhaus veranstaltet Mittwoch den 10. Februar d. J. von 4 — 7 Uhr seinen monatlichen Jour. Referentin : Fr. Dr. Krenberger. Thema: „Ueber die jüdische Familie". Ort: XV., Mariahilferstrasse 191. Damen herzlich willkommen! Wien, Im hebräischen Sprech-Klub „Ivria" findet Samstag den 6. Februar, 7 Uhr abends eine Zusammenkunft der Mitglieder statt. Der Tagesordnung geht eine Rezitation von Bialiks jüngster Dichtung ^n^: KtPö voran. Wien. (L es e-und Redehalle jüdischer Hoc Ilse hüler.) Dienstag den 9. d. M. um halb 8 Uhr abends, findet in den Räumen der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Berggasse 25, ein Vortrag des Herrn Dr. B. Wachstein statt. Thema: Spinozas Stellung in der Geschichte der Philosophie. Berichte. Wien. (Einzelverein „Fünfhausft des Zi o n.) 28. Jänner. Versammlung : Anwesend Herr kaiserl. Rat W. P oll a k (Kultusgemeinde). Herr Beer (Bezirkskommission). Starker Besuch. Begrüssung: Dr. Krenberger. Ref.: Herr Aren. Marmorek unter stürmischem Beifall in langer, sehr instruktiver Rede. Lebhafte Diskussion. Wien. (Verein jüd. Mädchen „Hadassa".) Sonntag den 31. Jänner. Vortrag der Frau und Herr Dr. Kahn N.-F. K 4-58. Glänzender Besuch. Gr. Beifall. Wien. Neugründung. Am 1. Februar 1904 stattgefanderie Chargenwahl der neugegründeten Vereinigung jüdischer Hochschüler aus der Bukowina „Jordania* : ing. Herschensohn, Präses; ing. Singer, Vizepräses; iur. Goldhammer L, ing. Landau IL Schriftführer; ing. Ausländer L, phil. Klüger II. Kassier; ing. Horrenstein, Bibliothekar. Eger* IV. Generalversammlung des jüd.-nat. Vereines „Ahawath Ziontf : Sammlung für den N.-F. durch Sammelbüchse zur Eintragung des Vereines ins „Goldene Buch" K 103—. Sammlung für Kischenew K 633.62 Hebräischer Sprachkurs unter Leitung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabb. Gg. Dr. Em. Schwarz. Mädchensektion. Versammlungen, Vorträge. Beschluss, 10% vom Vereinsvermögen jährlichan den Nation alfonds abzuführen. Neuwahlen: Obmann Sigm. Pergamenter, ObmaDnstellvertreter JUC, Leop. Lemberger, Schriftführer Gust. Löwy, Kassier Max St ein ing er. Ausschuss: Frau Hedwig Kohn, Samuel R e i s fe Id. Nadworna, 27. Dezember. (Makkabäerfeier.) Nationalfonds-Sammlung für das Goldene Buch. Rathaussaal. Begrüssung Gesinnungsgenosse Dunajer. Frl. Jenny Burstyn undFrl. Erna Rosenbaum, Klavier und Deklamation, Festrede Herr A. St an d-Lemberg. (Beif.) Gesang Herr Maiero wie z-Stanislau. Theater (die Herren Gaartenberg, Dunajer, Jekel, Rothenberg, S e k 1 e r, K n o 11.) L i e d e r. Waskoutz. N.-F. K 17. Makkabäerfeier Synagoge. Viele Christen, Spitzen der Behörden und Ruthenen offiziell vertreten. Starker Besuch aus der Nachbarschaft. Reden d. H. Schöner, Goldschmidt, Fischbach, Frankel, Trichter. Lauf er. Mitgliederchor. Obmann Apoth. Wi 11 n e r. Abend inoffizieller Teil. Ruthenische Rede v. H. B e s p a 1 k o vom Siez. Duisburg. „Zionistische Vereinigung" L2b, Jänner. Vor 200 Personen unter lebhaftem Beifall: Frau Dr. Bodenheim er über „Die Tätigkeit der Frau für den Nationalfonds* und Herr Direktor W o lf f s o h n-Küln, über „Die Kolonialbank". Frau Dr. Bodenheimer betonte die Notwendigkeit der Kleinarbeit der jüdischen Frau, wies auf die bewusste jüdische Erziehung der Kinder als das wichtigste Erfordernis hin und empfahl schliesslich besonders den Vorschlag der Frau Marcus, Florenz. Direktor W olffsohn legte das Wesen und die Erfolge der Bank so eindringlich dar, dass sofort 33 Aktien gezeichnet wurden. 9 neue Mitglieder traten unserer Ortsgruppe bei, die am 28. Jänner ihren ersten Geburtstag feiert und von 19 auf 70 Mitglieder gestiegen ist, durch emsige und unablässige Arbeit. Antwerpsn. (A g u d a t h Z i o n.) Am Samstag, 3. Jänner hatten wir hier einen interessanten Vortrags-Abend. Herr und Frau Dr. Bodenheimer aus Köln beehrten uns mit einem Vortrag. Zuerst sprach Frau Dr. Bodenheimer über: Die Tätigkeit der jüdischen Frau für den Nationalfonds. In einer halbstündigen Rede erklärte sie den Zweck und Tätigkeit des Nationalfonds, und richtete einen warmen Aufruf an die Anwesenden und besonders an die Damen, deutete die Wege und Mittel an und gab Anweisuneren, wie die jüdische Frau am besten praktisch für den Nationalfonds wirken könne. Lauter Beifall folgte den schönen Worten der Frau Dr. Bodenheimer. Nach einer kleinen Pause, während welcher für den Nationalfonds gesammelt wurde, ergriff Herr Dr. Bodenheimer das Wort. Der Redner gab Erklärungen über Organisation und Gebaren des Aktionskomitees, und erzählte von der Audienz, die der deutsche Kaiser im Jahre 1898 einer zionistischen Deputation mit Dr. Herzl an der Spitze in Palästina gewährte, und deren unmittelbare Folge: die Berufung unseres hochverehrten Dr. Herzl nach Yildiz-Kiosk, Die Unterhandlungen mit dem Sultan und deren Abbrechen wegen Nichtannehmbarkeit der türkischen Anträge. Die Möglichkeit sei jedoch vorhanden, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. SodannsprachRedner über den VLKongresö,schildert die Vorgänge bei der El Arisch-Expedition und das Scheitern des Projektes wegen Wassermangels in jenem Gebiete, verliest sodann die Briefe von Plehwe und knüpft daran sehr interessante Bemerkungen, Russland will den Zionisten helfen, denn 6S will das Zuviel an Juden los werden, kann die Bewegung aber nur dulden, wenn sie ernstlich die Auswanderung der Juden aus Russland beabsichtigt. Alsdann besprach Redner das grosse Ereignis auf dem VI. Kongress : das Ostafrika-Projekt, er betonte, welche geschichtliche Bedeutung das offizielle Anerbieten einer Grossmachfc, wie England, an die jüdische Nation hätte — zum ersten Male seit 200 Jahren werden wir von einem grossen Volke als Volk behandelt. Er besprach die heftigen Kämpfe, die im zionistischen Lager ob dieses Projektes entstanden. Redner hoffe, dass die erzielten Erfolge andere nach sich ziehen werden; wir müssen abwarten, aber während dessen emsig und tüchtig arbeiten, um die zionistische Idee zu verbreiten. Er appelliert an die Anwesenden, einträchtig und friedlich zu arbeiten und hofft, dass unsere jetzigen Gegner eifrige Anhänger werden. — Wir tragen unseren Gegnern keinen Groll nach, wir bemitleiden sie vielmehr und erwarten ihre Bekehrung. Er gibt als Beispiel eine französische Legende: Sohn und Mutter liebten sich über alle Massen, bis der Sohn einem Weibe begegnet, das er sterblich liebt. Das verführerische Weib weiss den Mann zu umgarnen, und nun geschieht etwas Schreckliches. Das grausame Weib verlangt vom Sohne als Beweis seiner unendlichen Liebe, dass er ihr das Herz seiner Mutter bringt und der Sohn vollbringt die furchtbare Tat: tötet seine Mutter, entnimmt dem Leichnam das Herz und läuft damit zum blutdürstigen Weibe. Auf dem Wege strauchelt er, da stöhnt das Mutterherz: „Hast Du Dir nicht wehe getan, mein Sohn?* Auch wir, wenn unsere Gegner sich wehe tun,in dem sie gegen uns losziehen, auch wir fühlen nur Mitleid mit unseren Brüdern und das jüdische Herz stöhnt :n Hast Du Dir nicht wehe gethan? Redner spricht zum Sc lusse die Hoffnung aus, dass alle Juden wahre Brüder werden. Wir haben Vertrauen in die Zukunft, die Wahrheit niuss sich Bahn brechen und wir werden siegen. Unser Sieg wird nicht nur den Juden, sondern der ganzen Menschheit zum Segen gereichen. (Stürm. Beifall.)