Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 6 (5.2.1904)
- Date
- 1904-02-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nrt 6 fJbi£ & Kossow. „Zion" (150 Mitgl. Präs. Bürgermeister Davi Eltiss). Stanislau. „Achwah" und Kongress - Delegierter S. G1 a s s. Zaleszczyki. „Zion" (Schriftf. M. Horowitz). Wiznitz. „Zion" (200 Mitgl. Präs. Dr. Zellermayer). Stry. Einzelverein des „Ziona (Präs. Dr. Gold b er g). Dorna Watra, „Jehudith" u. Kongress-Delegierter S^h. Langer. Radautz, „Dorsche Zion". Suczawa, „Zion". Köln. „Bureau der Zionistischen Vereiniguüg für Deutschland". (Unter z. Dr. Bodenheime r, Rechtsanwalt.) Köln, Distrikts-Komitee für Rheinland u. Westphalen. Strassburg. Distriktskomitee für Elsass-Lothringen (Präs. Dr. Dan enberg). Lübeck. Ortsgruppe. (Vors. Dr. Kalmus.) Posen. Ortsgruppe. (Vors. Dr. Jeremias.) Mannheim. „Zion. Distriktskomitee. (Vors. Dr.M o s e s.) Berlin. Russisch-Jüdischer Studentenverein„ Kadimah". 2. Vors. Dubossarsky.) Regetisburg. Zion. Vereinigung. Duisburg. Zion. Vereinigung. (Vors. Dr. Eckstein.) Freiburg. Zion. Ortsgruppe. (Vors. Kaufmann.) Königsberg i. Pr. Zionisten. (Dr. A. Garsowsky.) Frankfurt, „Zion. VereinigungK. (Vors. J. Sondheimer.) Genf. „Zionistischer Verein". (Vors. und Kongressdelegierter Dr. D. Pasmanik und Komitee.) Komitee der rum. Federation in Galatz. (Unterz.: Pi n e 1 es.) Bukarest. Massenmeeting am 8. Jänner und Vereine, unterzeichnet die Vorsitzenden: „Se Peziar" Horia Carp, „BeneitZion Jehuda", J. Leon, „Dr. Rülf", G. Schapira, „Bnei Zion David" J. Kann er, „Rabbi Akiba" Louis Streit, „Dr. Lippe" Friedmann und ein Markenbogen des N.-F. voll Unterschriften. Die Delegierten Rumäniens, für den 6. Kongress: Dr. C. Lippe, Jassy; S. P i n e 1 e s, Galatz; Dr. Mosko vitz, ßraila; M. H. Schein, Galatz; Dr. Helfant, Galatz; Dr. Nacht, Focsani, Frau Dr. Nacht, Focsani Dr. Braun, Berlad; Dr. J. K o h n, Craiova; L. Löbensohn, Mihaileni; Dr.MaxNordau,Paris; Dr. F.Oppenheimer, Berlin; Dr. Regensburger, Mannheim; Dr. Moses, Mannheim; Frau Dr. Wolfsohn, Köln a. R.; Hermann Struck, Berlin; James H. Loewe, London; Architekt M. Sternlieb, Darmstadt; Mamlock Strassburg. English Zionist Federation. (Unterz. Finkenstein.) London. „Lovers of Zion" und „Jewish Culture Association." London. „Ahavas Zion". (Vors. B. Pellmann.) London. „Order of Ancient Maccabeans. (Grand Sekr. Cooper). London. „Hammersmith etWest Kensingtons." London, „Ohawei Zion". Belfast. „Dorshe Zion Society". (Schriftf. B.Horowiz.) Glasgow. „Pirchei Zion". (Vors. Josef Sachs und Komitee.) Sophia, Zentral-Komitee der Vereine: „Joseph Marco Baruch", Serubabel", „Samson", „Oreach". (Gez. S. M. Feinberg.) Kanada. Zionist Federation. (Unterz. Clarence de S o 1 a.) * * Für die Charkower Konferenz schickten Zustimmungen aus: Prag. Oppositionelles Komitee. (Glaser.) Charlottenburg. S. P e w s n e r. Bacon. Dr. Ch. Wortsmann, Kongressdelegierter* Jarmolince. Verein „Ahawath Zion". Kischenew. J. Kainarsky. Charkow, Hersch Lokschin. Charkow. „Boinei Zion\ (Vors. Pokrassa und Zentralkomitee der Vereine. (Unterz. Dr. Niemirovsky bis auf 2 Punkte.) Rostow a. D. „ Vereine". (Unterz. M.L.Rabinowitsch) bis auf 2 Punkte und M. O. Münz. Minsk. „Ziona" und „Ziwö Zion". Leeds. „Dorsche Zion Jeruscholajim". (Vors. und Delegierter Dr. S. Daiches.) Welt" Seite 5 Vom Sefzer dieser Zeilen. Schnellzug Wien-Berlin. Achtzig Kilometer in der Stunde. Die Räder knattern hinter der sausenden Maschine her. , Häuser tauchen aus der strotzenden Frucht ebene auf. Hine ganze Stadt. Kattenberg. Ein Gewirre niedriger Dächer und drüber grauglänzend die Prunkbauten. Stadthaus, Dom und Kreisgericht. Dasselbe Kreisgerieht, darin Hilsner für schuldig befunden wurde. — Da ist unser Bild: Stürmisch eilt die Xeuzeit voran, und daneben steht der Jude und kämpft gegen die Gosel zo des Mittelalters. — Man war seinerzeit besonders wütend auf die Zionisten, weil sie gegen die faden Protestversanimlimgen gegen die Antisemiten auftraten, in denen grosser Aufwand an Entrüstung sowie an Kultus-- und Ho träten getrieben wurde. Die Zionisten wollten eben beweisen, dass der .Phrasendrusch gegen die Stöcker und Lueger durchaus wertlos war. Um zu zeigen, dass man sich ärgert, braucht man nicht erst noch einen Saal zu bezahlen und sieb zu versammeln. Wo die Offiziellen der dudenheit aber dem Antisemitismus wirklich hätten entgegenarbeiten sollen, taten sie nichts. Dort, wo der Judenhass seine Opfer am empfindlichsten trifft, stössi er kaum auf einen Widerstand. Das ist im Erwerbsleben. Staunen wir nicht über die Scharen unserer lieberläufer! Die wenigeren von ihnen sind Verbrecher aus gekränkter gesellschaftlicher Ehre, die meisten steckten die Hand nur ins Taufbecken, um sich Brot herauszuholen. Der Jude findet durch denAntisemitismus keineArbeit — das ist die Hauptform der Judenfrage. Da können Arbeitsvermittlungen nur etwas lindern, ernstlich Hilfe bringen können sie deswegen nicht weil vielmal mehr Stellen gesucht werden als offen sind. Jeder Jude mustere seine Erinnerungen und frage sieh dann, ob diese Behauptung zu stark ist. Die Offiziellen, wollten deswegen zum Schutze des Erwerbslebens nichts tun, weil sie nichts tun konnten. So erweitern sich denn täglich die jüdischen Armenämter, die ganz andere Zwecke haben, als die christlichen: Sie haben nämlich nicht einige Arbeitsunfähige, sondern eine Armee von Arbeitslosen zu unterstützen. Häufige Stürze in dem boykottierten Handel sstand Vernich ren unausgesetzt diese Armee, deren Arbeitsmarkt sich täglich verschlechtert und verkleinert. Auf diesem Gebiete wird eine jüdische Tugend zum Fluch : Die gute jüdische Familiensitte mit der Folgeerscheinung der Fruchtbarkeit, die für jeden Stehplatz einer Existenz immer mehr Konkurrenten herbeischafft. Zu dieser brennenden Frage hat noch niemand das Wort ergriffen als der Zionismus. Keine andere Politik konnte, für diese Krankheit unseres Lebensnervs, für die materielle Kot des Judentums Hilfe versprechen. Der Zionismus hat sieh zum grossen Teil stets ausgegeben als die Arbeit, dem jüdischen Arbeiter Arbeit zu verschaffen. Könnte man es sohin glauben, dass auf ihre praktische Denkungsart eingebildete Leute die praktische Wirksamkeit unserer Bestrebungen verkennen? Dass sie sieh weigern, für den Betrieb unserer Agitation, für den Kauf unserer Volkswerkstätte und ihre Einrichtung zu sorgen und dass sie noch andere daran hindern? Letzteres tun sie durch die Behauptung von unseren utopistischen Zielen. Wir wollen dieses Wort zu den anderen Lügen an den Pranger stellen. Eine Utopie ist wohl die Hoffnung auf bessere Zeiten, die von Propheten mit eiserner Stirn entgegen auch der mindesten Wahrscheinlichkeit genährt wird. Die Juden aber der ganzen Welt zu einigen, sie mit Stolz und Zukunftsfreude zu -erfüllen und durch die Massenkundgebungen ihres einigen Willens die Mächtigen der Erde und des Geistes für ein grandioses Volks-