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Die Welt · 1904-01-22 · 4 (22.1.1904) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
4 (22.1.1904)
Date
1904-01-22
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 4 „bis # Welt11 Seite 15 wird, nmss er unterliegen im Kampfe mit einem zionistischen, lebenskräftigen, unverfälschten Judentum, das stark wie ein Ijeu sich erhebt nach tausendjährigem Schlummer. Lucien D r e v f u s s. Eine Judenkrankheit. In einer interessanten Schrift*) erörtert der Berliner Arzt Dr. Wilhelm Sternberg die merkwürdige Erscheinung, dass von der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus, die Juden weitaus häutiger befallen werden als Nichtjuden. Es ist durch beweiskräftige statistische Belege erwiesen, dass die Juden unter den Zuckerkranken in überwiegender Zahl vertreten sind, und man hat für diese auffallende Tatsache eine Reihe von Erklärungen angeführt: unter anderem wollte man auch die rituelle Küche der Juden für das Auftreten der Zuckerkrankheit verantwortlich machen. Dr. Sternberg beschäftigt sich nun in seiner Schrift hauptsächlich mit der Frage, ob die rituelle Kost der Juden tatsächlich als Entstehungsursache der Zuckerruhr betrachtet werden darf. Die Abhandlung wendet sich also zunächst der Frage zu: Uebt die Kost, die Art der aufgenommenen Nahrung, auf den Verlauf der Zuckerkrankheit einen wichtigen Einfluss aus? Und was für Speisen begünstigen den Ausbruch des Leidens? Andererseits untersucht Dr. Sternberg, ob in der Nahrstoffgruppe, die den Juden durch die Speisengesetze vorgeschrieben ist, möglicherweise gerade die krankheitsfördernden Stoffe enthalten sind, oder ob vielleicht der rituelle Speisenkomplex eben der Nahrungsmittel entbehrt, die geeignet wären, die Entstehung der Zuckerkrankheit zu unterbinden. Nach eingehenderen Untersuchungen kommt Dr. Sternberg zum Schlüsse, dass die Kost, die der Ritus den Juden vorschreibt, in keinerlei Widerspruch stehe mit der Diät, an die der Arzt einen Zuckerkranken bindet. Von dem Tisch des Diabetikers sind vorzugsweise die Kohlehydrate — Zucker und Zuckerbildner, mehlhaltige Nahrung — verbannt. Der Genuss der beiden anderen Hauptnährmittel, der Eiweiss- und Fettstoffe, ist dem Zuckerkranken nicht untersagt. Und gerade mit diesen beiden letzteren Gruppen befasst sich das jüdische Speisegesetz, das ja in erster Linie der Regelung der Fleischkost, also der Eiweiss- und Fettnahrung seine Aufmerksamkeit zuwendet. Die jüdischen Speisegesetze könnten nur dann als krankheitsbefördernde Faktoren bezeichnet werden, wenn sie in ausgedehntem Masse den Genuss der Mehlspeisen fordern würden, oder wenn sie dem Patienten eine genügende Zufuhr der notwendigen Eiweiss- und Fettstoffe nicht gestatten wollten. Dies trifft aber bekanntlich nicht zu. Die Fleischarten, die der strenggläubige Jude essen darf, können den Nahrungsbedarf eines Zuckerkranken überreichlich decken. Aber jetzt kommen wir zu einer zweiten wichtigen Frage: zugegeben, dass die rituellen Speisesorten die Zuckerkrankheit nicht veranlassen können — wäre es hingegen nicht möglich, dass in der Zubereitung der an sich nicht schädlichen Speisen eine Krankheitsursache zu erblicken wäre? In der Zubereitung, auf die nicht rituelle Gebote, sondern lediglich die Bräuche eines nationalen Herkommens Einfluss nehmen? Dann wäre nicht das rituell geregelte Speisensubstrat, sondern gewissermassen die volkstümliche Sauce, die unabhängig vom Ritus hinzukommt, schuld an der Zuckerkrankheit; nicht der Gesetzgeber, der bestimmte Speisen vorschreibt, sondern der Koch, der sie nach eigenem Geschmack zubereitet. Im Grunde ist ja die Zubereitungsart der Ausdruck für den Volksgeschmack. Vielleicht hat der Jude kulinarische Geschmacksrichtungen, die ein äthiopisches Moment für die Zuckerkrankheit abgeben könnten. Dr. Sternberg weist darauf hin, dass man der jüdischen Küche einenMissbrauch des Z u c k e r s, der Fette und der Gewürze nachsagen könnte; dass der Jude insbesondere eine Vorliebe für süsse Leckereien habe. Aber immerhin ist es zweifelhaft, ob die Entstehu n g der Zuckerkrankheit auf diese unleugbare Eigentümlichkeit der jüdischen Küche zurückgeführt werden darf, wenn auch feststeht, dass für eine bereits vorhandene Zuckerruhr die unbeschränkte Zucker¬ oder Mehlspeiskost jedenfalls eine ungeeignete Diät ist. Nachdem Dr. Sternberg sowohl die rituell-religiösen Speisevorschriften, wie auch die volkstümlichen Küchenbräuche als zureichende Krankheitsursache abgelehnt hat, schliesst er sich der geltenden Anschauung an, wonach die Neigung der Juden zur Zuckerkrankheit eine Teilerscheinung der bekannten neuropathischen Veranlagung der Juden ist. Bei Entstehung der Zuckerkrankheit spielen ja nervöse Störungen eine wichtige Rolle. Im Vorwort zu seiner Arbeit gibt Dr. Sternberg die Anregung, diese und ähnliche Fragen jüdischer Volkshygiene mögen vor einem entsprechenden Forum, etwa im Anschluss an die Z i o n i s t e n - K o n g r e s s e, diskutiert werden. Dr. X. *) Dr. Wilhelm S t e r n b e r g, „Die Krankheit der die Zuckerkrankheit", Mainz, bei Johann Wirth. Juden, SPENDEN. Für den jüdischen Nationalfonds: K Sendung Rabbiner C. Bloch, Sulz: Versteigerung des Benscheris bei Verlobung von Blanche Wolf, Hatten, mit Moriz Bloch, Geweiler Mk. 10.__, durch Isidor Weil, Hatten 3.—, Sammlung 17.-........ 35.20 Kimpolung: Sammlung Osias Kreindler bei Hochzeit Tanner 5.50, M.Merdler 1.—............ 6.50 Tarnow, zur Eintragung Siodmaks: Bienenstok, Weiser, Schneier, Kenner, Goldberg, AViesen, Span, Basler, Fenichel, Kühl, Feuer, Heller . .......... 5.80 Hatchijah, Tarnow, zur Eintragung Siodmaks..... 5,— Wien, Hochzeit Reisner-Hof man *. N. Reisner K 1—, Dr. Höffman 1. —, J. Rabinowicz 1—, F. Rabinowicz 0.60. Schapirer 0.40................ 4.._ Jüdische Mittelschüler Friedek......... . . 1__ M. W. Waldhorn das Benschen bei Einladung des Firmainhabers Steinberg in St. Gallen durch amerikanische Versteigerung erstanden Frcs. 35._......... 33.32 Moses Lessner, Kossuw, anlässlich Geschäfts-Abschlusses mit D. Eltiss................... 1.90 Dominopartie G'ünbaum.............. 0.60 G. Kohn, Mähr.-Os'rau, zur Hochzeit Frl. Olga Wechsberg mit Sg. Serog, Priwoz..............' . 0.00 Durch H. Friedmann, Warschau, bei Hochzeit Hirschman-Lewi, zur Rettung Nordaus.......... 20.10 Dr. J. E. Tschernomordik Kursk zur Rettung Nordaus . 03.— Lotte Stegman zur Hochzeit Weintraub - Rotteriberg, Zloczow..................... O.Go Bei der Unterhaltung im Hause Aaron Cziyac, Uman: A. Czivac Rbl. 5.—, Ch. Lifschiz 1__, Gukernick, Ralinovsky, Guhack und Cuzerman ä 0.50, Wersub, Subatj, Drasner ä 0.30, Olzick, Gordover. Schnizilisej ä 0.25, Scharfman. Perelstein Suchir, Pribludnj ä 0.20, Dorfman 0.10. Strinkovsky 0.10, Kazer 0 05, Gesellschaft „Ziön" 2.30, I. Landau durch J. Prioman (i__; zusammen Rbl. 18.50............... 45.65 Zur Eintr. des „Ahawath Zion" St Gallen : Im Hause J. Liechtenstein Frcs. 15.15, im Vereinslokal 2.25. beim Chanukafest 10.25, im Vereinslokale 11.10, in Vereinslokale 7.70, bei einer Generalversammlung 20.65, im Vereinslokale anlässlich des Gastes B. Gottesmann 10.60, von N. Fröhlich im Vereinslökale bei Jahrzeit 1___; ab Porto Frcs. 77.45 ............. 73.75 Podwoloczyska: D. B. Kohn K 0.20. N. May 0.20, 1). Willer 0.40, J. Sehenkel 0.30, J. Willner, Messing, B. Schneidermann, D. Denenbaum, N. F., E. Kanczyker, Tabak, A. Fuchs, Landesberg, S. Silbermann, J. Rosenberg, Feldhorn, A. Kesten, A. Streusand, D. Rosenbach J. Barbasch, E. Jeczes, Gh. Ehrlich jun., J. Rosenbaum, ä 0.20, S. Fuchs 0.30, M. Kohn jun. 0.10. Gh. Lewinker 0.10, L. Bilewier 0.10, Ch. Bilewicz 0.10, J. Altneu 0.90, H. Joynsch 0.40, L. Schimsker 0.--0, Weinstein 0.20, S. Köstenband 0.30, N. Hischhorn 0.20, J. Zimmermann 0.40, D. Tabak 0.30, S. Grünsber* 0.20, M. Halberstamm 0.20, Lerner 0.20, S. Sack 0.40, D. Denenbaum zur Hochzeit Dresdner 0.50, verlorene Wette Denenbaum 0.50, Denenbaum an Rothenberg 0.50, A. Kosten zur Hochzeit Leon Czaczkes mit Frl. Ida Rosenthal Körestnezö 0.00; zusammen....... 11.70

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