Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 2 (8.1.1904)
- Date
- 1904-01-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 „bi* * *' 5 \. -'V liches für das Judentum geleistet — haben könnte. Dann er hat erausgezogen a Papier/au^n *peket'; und vorgelesen a Memorandum .vun Herrn Johann Krepienetzky aus Wien. Genannter Jonann ermahnt (da.s: hohe - Gebäude zu gedenken an Palästina und an cLein jüdischen, 'Nationalfonds. „Gebt, Brüder," schreibt er, „uiicl .die.rechte Hand soll nicht wissen, was die linke gibt" Dena man muss sein vorbereitet, schreibt er, zu kaufen Land in dem alten Heimat, imd.wenn man wird nicht schicken ihra-Geldy er wird bleiben ein Johann ohne Land. . (Heiterkeit.) Die Konservativen Jasager haben gehatt Raehniones. und beschlossen zu zeigen , ßich weichherzig, und .QhaskeJ .der Sejireiber-hat gegeben a Geschrei: „Aha! In Wien blost inan wieder stark auf5n goldenen Horn." Dann einer vun dem' Eefoniipärfei hat gehalten ein Itede, dass man kenn sich nit befassen jetzt,mit Politik, weil sie verderbt dem Charakter, und seine Partei weiss vun frühere Zeiten, wie leicht das kenn passieren. Ueberdeni er gibt den Rat, dass jeder soll fegen vor seiner eigenen hohen Pforte und dass man soll;erfüllen wörtlich den Wunsch' des Herrn Kremenationalforids/' indemeine Hand wird takesch nit wissen, was die andere gibt. Er bittet also abzulehnen das Memorandum." -Nach diese Worte der Antrag war unter den Tisch des Hauses gefallen." Dieser Berichtist mehr als keck. Da arbeitet ein tüchtiger Mann Tag und Nacht für eine schöne Sache. Dann kommt so ein . . . aus Berlin und mächt seine Witze darüber. Aber Herr Johann Kremenetzky aus Wien ist ein so guter Mensch, dass ich mit jedertimnn um-eine Krone für den Nationalfonds wette, dass er selbst darüber gelacht hat. Und um eine weitere Krone wette ich, dass der Sehlemi«;! in den nächsen Tagen folgenden^■•Brief eines Unermüdlichen bekommt: , .. ^.„.~,w^Xö Wie ich aus Ihrer Nummer drei vom 1. Januar ersehe, ist Ihnen die Einrichtung miseres JNati.onalfonds bekannt. Ich ersuche Sie daher, sowohl seibst etwas für denselben zu leisten.» als auch, in IhremjKroise-im selben Sinne zu. wirken. Wien, den 2. Jänner 1903; Hochachtend mit Zionsgruss . 7 - Johann Kremenetzky. Wie'oben" ersichtlich^fallt der Antrag zugunsten des N.-F. trete, einer Intervention Jumbos durchs denn „die Kultur zuerst* (o Eabbi Akiba! >: „Die Partei der Intellektuellen will; auch nehmen in Anspruch die , Staatsf inanzen.. . Sie nänilich hat gestellt folgenden^ Antrag: Die feegieningv werde ^ersucht, einen Fonds zu schaffen zur Hebung des- Grössenwahns unter den "jüdischen-•«Schriftstellern und-;E^nstle^h?cl; 2ür Begründung der AbgVRok^n hat das grosse Wort: „Meine Bferren! Unter den jüdischen ♦Schriftstellernrxttnft-;Küns&r^.?-gibt es leider *»och. immer-«eiiiige,: die nicht glaxihen, da&s 'das ■ Judentuinsihr^we^en;\dri;"ist!;, -Iis^t^'lfiiin'stler, Sie cla meinen, €(4^"- "j5^:^01^^^ i-^^seK^P^' öei$fe inspiriert werden,: während, doch in \YirJiiieJikeit: sie erst jüdischen Geistund jüdisches Wesen geschaffen)" haben- UrM wie-'es noch hie und da Künstter^g^ anstatt sich'llßeVall hervbrzütun/so s^ä'i^pli',nc<jli' immer einige Dichter,-v<n^^ bei jeder Gegelegenheit zitieren. Diese Banausen, mei^'Hetreft^'-^Völlen,, wir erziehen, s;B&nri^Krlicfel^n?S%stler ist nieh$[^äd'x. als die gekm^^uSe^^ wird sein Weri^ £. Nach der; höhend ^Politik ke^mnen-wieder die Berichte aus dem InlaM.'^ W^e' di^ Posen ziini; des j^eprn N;jQomradin .Berßn Weh" N... % \ . S ' wird, ist in vier Verwandlun^bildern.. deutlich genug illustriert. '/'; . ' " " , . .: < Aus derselben moralischen Famii.ie. Conrad, werden nö^lr zwei Fachrichten gebracht: : . . . r „Lieber Schlemielt r Der: Vorsteher der Prager israelitischen1 Kultusgemeinde wird gefragt, warum er ■ in seiner* Advokaten* kanzlei keinen einzigen Juden angestellt hat.: Darauf antwortet Dr. Eosenbacher: Mir; würde das Hera brechen, wenn ich einen Juden ani Sabbat um des schnöden Oeldes willen schreiben sähe!";•• r. , Ein. jüdischer Kaufmann in der Karlstrasse zu Berlin hatte unter lauter christlichen Angestellten auch einen jungen Mann jüdischer Nation. Eines Tages wurde dem jüdischen Kommis von seinem Chef gekündigt mit der Begründung: „Ich war recht zufrieden mit Ihnen, aber sehen Sie, alle meine jungen Leute sind Antisemiten und weigern sich entschieden, mit einem jüdischen Kollegen zu arbeiten." « Dass der brave Schlemiel nur Spass macht, wenn er die Kulturprediger frozzelt, zeigt sich daraus, dass er selbst philosophiert und dichtet. Nur dass er den Mund nicht auf tun kann, ohne jemanden zu beissen. Hier ein paar Proben: „Wenn die Juden einst wirklich so schlecht werden, wie ihr Ruf ist, dann unterscheiden sie sich von den Antisemiten nur noch durch die makellose Vergangenheit. Eine wissenschaftliche Bezeichnung für Assimilation ist Mimikry, für Assimilant demnach Mimikriecher. Oskar Lehmanns Kampf gegen den Zionismus ist so widersinnig und erfolglos, dass seine Gläubigen bald ausrufen werden: Der Mensch denkt nicht, Gott lenkt." Und aus seiner Weltchronik ein kleines, aber starkes Stückchen: „M akkabäerf eiern gab es Wochentags wie auch am Schabbes: 's ist geredet und gesungen, Deklamieret und gehopst, Manchmal war es gut gelungen, Manchmal hat man sich gemopst, Manchmal, heisst's: beatus ille — — Na, für diesmal bin ich stille." Es ist aber auch höchste Zeit, dass er stille wird, Sonst könnten wir ihm ein paar feine Wahrheiten sagen. Zum Beispiel über das Frauenzimmer, das er zugestandenerinassen in der Eedaktion hat, eine gewisse Pythia, die sich benimmt wie eine französische Antiseniitin: Denn sie sitzt auf dem Dreifuss. Dabei prophezeit sie aber für das Jahr 1904 die interessantesten Sachen: „Dr. Berrifeld konstatiert, dass Schritte, notwendig sind, um die Wähl einer Kommission ins Auge zu fassen, die mit den nötigen Vorarbeiten betraut werden soll, um in Erwägung zu ziehen, nach welchen Gesichtspunkten über seine Idee zur Begründung einer jüdischen 'Volkshochschule nachgedacht werden müsse. Herzl erwirbt den Charter für Palästina und verzichtet auf das Nachtasyl. Sofort führt Achad haam den wissenschaftlichen Beweis für die Notwendigkeit der Befiederung Ostafrikas. '; Die Tuberkelbazillen sterben infolge des Marmorekschen Serums aus, der" letzte; wird gegen'Zahlung eines Obolus für dehr Nätiöhalfohd's gezeigt." , Der Bruder dieser Pythiä; ist offenbar der Woehenschau-te auf Seite 9, der drauf lös bibelt und babelt, dass man davon ungefähr denselben Eindruck bekommt,, wie vom :nachf olgeriden: /' ■ :"' : ^pr i va t t e l e g ra mrii. Aus1 Mainz mteldet uns ein? IlPrivättelegraihm unW^dem 21. d. M.: