Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 2 (8.1.1904)
- Date
- 1904-01-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 4 „bis # Weit" 6. Das sogenannte Landes-Komitee ist abzuschaffen. Auch diese Institution müsste von der Konferenz der russischen Delegierten geschaffen werden. 7. Dr. Herzl ist über die Resolutionen der Konferenz und die der Versammlung zu informieren. (Einstimmig.) 8. Ueberall, wo es nur möglich sein wird, sind sowohl die Resolutionen der Konferenz als auch die u n s r i g e n zu veröffentlichen. 9. Wir verlangen, dass angesichts dessen, dass die Konferenz in Charkow nicht gesetzlich ist und den Beschlüssen des Kongresses und den Prinzipien der zionistischen Organisation widerspricht, ihre Kosten nicht durch die Organisation aufzubringen sind. Der Vorsitzende der Versammlung: Dr. D o r f m a n n. * Herrn Dr. Theodor Herzl, Wien, XVIII., Haizingergasse 29. (Telegr.) Baku, 2. Jänner 1904. Der Zionisten-Verein „Zionissochne" über die gegenwärtige Lage des Zionismus verhandelnd erlaubt sich Ihnen als dem Zionistenführer seine Gefühle vollsten Vertrauens und tiefster Dankbarkeit auszudrücken. Eine diesbezügliche Resolution senden wir gleichzeitig per Post ^an die Redaktion „Die Welt." * Verein „Neifes Zion Gebrüder Marmorek". Wohlgeboren Herr Architekten Oskar Marmorek. Wien. Sehr geehrter Herr Marmorek! Unser Verein gestattet sich, Sie, sehr geehrter Herr Marmorek, als Haupt unserer Vereinigung ergebenst zu bitten, Herrn Dr. Herzl den Ausdruck unseres tiefsten Schmerzes zu übermitteln über den von den Charkower Verschwörern an dem grossen Führer des jüdischen Volkes geübten Verrat. Unser Verein bittet, Herr Dr. Herzl möge seine ihm von der Vorsehung zugeteilte, grosse geschichtliche Rolle unbeirrt fortsetzen und die allgemeine Sache dem grossen Ziele entgegenführen. Indem ich Ihnen, sehr geehrter Herr Marmorek, für Ihre gütige Mühewaltung im Namen unseres Vereines den besten Dank abstatte, habe ich die Ehre mit Zionsgruss zu zeichnen als Ihr Odessa. Hochachtungsvoll ergebener Y. S. B r o d s k y, Obmann. * An die Redaktion „Die Welt" IX., Türkenstrasse 9. (Telegr.) K o w n o, 5. Jänner 1904. Als Delegierte des sechsten Kongresses erklären wir die Handlungsweise Ussiscbkins als eine den Kongressbeschlüssen nicht entsprechende und fordern, dass er sein Mandat niederlege. Schobssi S c h u w a 1, Israel Strassburg. % Cherson, 30. Dezember 1903. In Folge der empörenden Beschlüsse der Charkower Konferenz fordere ich als Delegierter des VI. Kongresses, die Herren, welche in Charkow für die Erlassung des Ultimatums gestimmt haben auf, ihre Mandate niederzulegen und erkläre hiemit meine Stimme, die ich für sie als Aktionskomitee-Mitglieder abgegeben habe für null und nichtig, höchst betrübt mein Vertrauen Menschen geschenkt zu haben, welche dasselbe missbrauchen. Mit Zionsgruss M. J. P i n e s, Cherson, Ein „Neinsager*, * An das geehrte Aktionskomitee, Wien. Ich erkläre hiermit, dass ich es als Kongressdelegierter der Städte Bulen und Odessa bedauere, Bevollmächtigte gewählt zu haben, die unablässig an dem Sturze der zionistischen Organisation arbeiten. Nach meiner bescheidenen Ansicht, müsste das Aktionskomitee den Verkehr mit diesen treulosen Vertretern aufgeben. Es kann dessen sicher sein, dass die überwiegende Mehrzahl der russischen Zionisten die Gelder direkt nach Wien schicken wird. Auch ich, meine Herren, gehöre zu den „Neinsagern11. Wenn aber Leute das Vertrauen des Kongresses, der sie gewählt hat, missbrauchen, kann es keine Meinungs- und Parteiverschiedenheit mehr geben. Hasenau, 10. Tebeth. L. Pin es Delegierter des VI. Kongresses * Kolo, 30. Dezember 1903. An das Sekretariat des Zionisten-Kongresses, Wien, IX. Türkenstrasse 9. Als Delegierter des VI. Kongresses erkläre ich mich gegen die kongresswidrigen Beschlüsse in Charkow und melde im Auftrage des hiesigen Vereines unsere Aufforderung, dass die Teilnehmer an der Charkower Konferenz ihre Mandate niederlegen. Wir haben zu den Führern der zionistischen Bewegung, wie auch zu den Beschlüssen des VI. Kongresses volles Vertrauen. Mit Zionsgruss Salomon Baumberg. * Braila, 28. Dezember 1903. Sehr geehrter Herr! Schon nach dem offenen Briefe, den Herr U s s i s c hki n veröffentlicht hatte, habe ich in der Sitzung des Exekutivkomitee der rumänischen Federation den Vorschlag gemacht, dass wir mit einer Demonstration für die Aufrechterhaltung der Einigkeit und Disziplin im zionistischen Lager hervortreten sollten. Die Demonstration sollte dann den anderen Federationen mitgeteilt und zur Nachahmung empfohlen werden. Vom Exekutivkomite" akzeptiert, wurde diese ins Werk gesetzt, hat sich aber etwas verspätet, doch liegen bereits von zirka 30 Vereinen Zustimmungen vor. Es wurde nämlich den Vereinen eine Resolution zur Annahme vorgelegt, welche sie, von einem BogenNationalfondsmarken begleitet, retournieren sollen. Das Ganze soll, in einer Mappe gesammelt, an Sie abgehen. Die Resolution lautet: 1. „Die Zionisten des Vereines... beharren aui dem Standpunkte des Baseler Programmes. 2. In Anbetracht dessen, dass die Einigkeit unser höchstes Gut ist, protestieren sie gegen die, welche sie zu stören suchen. 3. Sie sprechen Dr. H er z 1 das vollste Vertrauen aus. Nur da die Angriffe sich häufen bevor unsere Kundgebung veröffentlicht wurde, haben wir beschlossen, der „Welt" vorläufig telegraphisch davon Mitteilung zu machen. Des Weitern haben wir beschlossen, mit Zustimmung der Wähler die Delegierten des 6. Kongresses aufzufordern, dem in der ÄWelt" publizierten Protest gegen die Charkower Konferenz beizutreten.-. Wir Zionisten Rumäniens sind in dieser Beziehung e i n i g. Welches immer die Entwicklung der Dinge sein möge, wir sind in erster Reihe entschlossen, mit allem Nachdruck für die Erhaltung der Einigkeit und Disziplin eiDzustehen, denn wir sehen darin die einzige Garantie für die endliche Erreichung unserer Ziele l Bei der gestern in Braila stattgehabten Sitzung des Exec-Komite" wurde beschlossen, den Tag der Errettung des Dr. Nord au ins goldene Buch einzutragen. Wir hier hoffen, dass unsere Bewegung aus der jetzigen Krise gestärkt hervorgehen wird, und dass wir unser Endziel um-