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Die Welt · 1904-01-01 · 1 (1.1.1904) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 1 „bie $ w^it Seite 19 Weisz, M. Schwartz, S. Fleischer, Alex. Koväcs, M. H. Pressburger, Adolf Stern, Max Pressburger, F. Benedek, Leopold Wimmer, Hermann Weisz und J. Messinger. Die erfreuliche Tatsache, dass in nur einigen Tagen so viele zu unserer entfalteten Fahne sich scharten, lässt uns hoffen, dass unser Verein in kurzer Zeit bedeutend an Zahl noch gewinnen wird» Trembowla. „Chosci Zion". 6. Dezember. Vortrag Hr. H. Nürnberg über Zionismus und 6. Kongress. Starker Besuch und Beifall. Oswiesczim. „Zion". Wahlen: L. Pitzer Präsident B. Barber jr. Vizepräsident, M. Geller I., D. Goldsttin JL Schriftfünrer, J. Huttrer Kassier, J. Herzig, A. Wulkan, Josef Huttrer, S. L. Wulkan, J. Popper, L. Äugenblick, S. Tobias Ausschussmitglieder, R. Sieiner, S. Wulkan H. Wulkan Kontrollore, M. Plessner, J. Wulkan, M. Band Schiedsgericht. Dr. Moritz Goldberger zum Ehrenmitglied gewählt. Gegründet 22. August. 91 Mitglieder. K 63 5 N.-F. gesammelt. Marken verkauft. 19 Schekel-Nichtmitgl. Unterstützung vom Distriktekomitee erbeten. Sanok. Neugründung „Agudath Zionis Misrachi". 97 Mitglieder. Wahlen d. Hrn. B. Fink, Präsident, A. S i e tili s k i e r, Vizeprässident, Ch. D. Langfuss und H.Abt, Schriftführer, A. Schönbach, Kassier, Dr. J. Z i m m e rmann, Dr. S. Ohrenstein, J. Tymsen, H. WTenig, J Lerner, J. Osterjung, K. Ramer, 15. November: Dr. Kornhäuser- Jaslo, über 6, Kongress. (Beif.) Kimpolung. Neugründung „Zion". 100 Mitglieder. Initiative Kultusvorsteher Dr« Zaloscer. Wahlen. Die Herren : Dr. L. Zaloscer Präsident, S. Bar Vizepräsident, J. Roll Schriftführer für Hebräisch, J. Kahan Schriftführer für Deutsch, L. Tammler Kassier, A. Bauchwerger Bibliothekar, Dr. M. Niederhofer und M. Pestiner Revisorer. M. Merdler, L. W. Gingolf, H. Speter. D. Drach, M. Sobe, S. Dawid, G. Gronich, T. Kern, M. Diener, E. L. Goldschläger, Ch. S. Schieber. Dankesvotum für Abgeordneten Dr. B. Straucher für energische Veitreturg des Judentums beschlossen. Muszyna. Statuten eines zionistischen Vereines der Behörde vorgelegt. Provisorischer Ausschufs die Herren : M. Hirsch, Obmann, G. Krumholz, Stellvertreter, P. Reich, W. Freudenfall, Ch. Weiss. iezierna. „Dorsche Zion*. Wahlen die Herren: J. Ostersetzer, Obmann, S. Imber, Vizepräsident, N. Seid mann, Revisor, J. Heliczer, Schriftführer. Versammlung am 19. Juli. Referate: S. Franzos über Zionismus und O. W a s c h i t z Parteitag und Kongress. Kommers. Bücherwelt. Dr. S. B ern f el d : Die heilige Schrift, Ausgabe für Schule und Haus, S. Calvarj & Komp. 1903. Es ist gewiss ein erfreuliches Zeichen unserer Zeit, dass man in jüdischen Kreisen zum Studium der Bibel zurückkehrt und diesen unseren ureigenen geistigen Schatz wieder liebevoll zu pflegen beginnt. Bisher hatten wir diese Pflege anderen überlassen. Hunderte von Kommentaren und Uebersetzungen besassen wir aus nichtjüdischer Hand und es schien, dass den jüdischen Gelehrten, die ja seit mehr als einem Jahrhunderte für den Ausbau einer jüdischen Wissenschaft so viel geleistet haben, jedes Interesse an dem „Buche der Bücher", auf das wir mit Recht sonst so stolz zu sein pflegen, abhanden gekommen sei. Mit Bedauern und Kopfschütteln sah man lange in jüdischen Gelehrtenkreisen der Willkür zu, die sich bei der Behandlung des überlieferten massoretischen Textes breitmachte. Hier und da vernahmen wir Stimmen der Entrüstung über gewaltsame Verrenkung dieses oder jenes Bibelverses, über waghalsige Schlüsse, die aus dieser Behandlung einzelner Stücke von Seiten der sogenannten „höheren Kritik14 auf Entstehung, Abfassungszeit etc. gezogen wurden. Aber keiner von diesen Gelehrten, die vermöge ihrer Kenntnis des hebräischen Schrifttums aller Zeiten berufen waren, ihr Buch, das Buch ihres Volkes auf traditioneller Grundlage zu behandeln, rührte sich, es mit einer neuen, methodisch-wissenschaftlichen Kommentierung oder Uebersetzung der heiligen Schrift zu versuchen; man begnügte sich mit negativer Kritik über die Arbeiten der anderen, ohne selbst positive Arbeit zu leisten. Vor etwa zwei Jahren erst erschien die deutsche Bibelübersetzung von Dr. S. Bernföld, einem Manne, der nicht allein alle Gebiete der jüdischen Wissenschaft beherischt, sondern, was hier am schwerwiegendsten ist, die hebräische Sprache, wie kein zweiter der ihm vorangehenden Uebersetzer handhabt Das tiefe Verständnis der Sprache, mit der Bernfeld, als der tatsächlich fruchtbarste hebräische Schriftsteller unserer Zeit, zusammengewachsen ist, ermöglichte ihm, eine fliessende, ungezwungene und doch auf dem Wortlaut des Textes beruhende Uebersetzung zu geben; Liebe und Pietät zu dem Gegenstande, dem er ein Studium von mehr als 30 Jahren gewidmet, bewahrten ihn vor Ausschreitung und Unbesonnenheiten, wie wir ihnen auf jedem Schritt in diesem Literaturzweig begegnen. Es ist deshalb auch kein Wunder, wenn seine Uebersetzung sich der grössten Anerkennung erfreute und in massgebenden Kreisen mit dem grössten Wohlwollen aufgenommen ^urde. Nun beschenkt uns der nimmer müde Fleiss Dr. Bernfelds mit einer neuen, sehr willkommenen Gabe. Seine Bibel „für Schule und Haus", die übrigens nicht eine gekürzte Ausgabe seiner vollständigen Uebersetzung, sondern eine völlig selbständige Bearbeitung ist, übertrifft alles, was bisher auf diesem Gebiete geleistet wurde. In ihrer Bestimmung, von der Jugend gelesen zu werden, pflegen solche Bibeln aus übertriebener Bedenklichkeit in wahrhaft bedauerlicher Weise verstümmelt zu werden. Nicht allein die Kürze der Fassung, sondern auch die Wrahl der Ausdrücke verleitete die Autoren, die biblischen Schriften für die Jugend ihres Geistes und Schmuckes zu entblössen. Man liess nicht nur Dinge weg, die der Jugend durchaus vermittelt werden sollten, sondern schrieb auch manches hinein, was im Texte gar nicht steht. So lesen wir in einer uns vorliegenden neuerschienenen Bibel „für die israelitische Jugend" die Uebersetzung vom ersten Buch Mosis 3, 16: „Zum Weibe sprach er: Ich will deine Leiden zahlreich sein lassen, dein Mühsal in dem Aufziehen der Kinder.**) Vergebens suchen wir diesim hebräischen Urtexte. Bern feld übersetzt wörtlich: rIch will viel sein lassen die Beschwerden deiner Mutterschaf t". Ohne ein für die Jugend anstössiges Wort zu gebrauchen, ist hier der wörtliche Sinn des Bibelverses wiedergegeben und nicht durch etwas entstellt, was in ihm nicht enthalten ist. Solche Stellen Hessen sich zu Hunderten anführen, die auf eine wahre Meisterschaft hinweisen, mit der sich Bern feld seiner Aufgabe entledigte. Sehr willkommen ist auch die Einleitung, die jedem d^r einzelnen biblischen Bücher vorangeht, die mit grosser Umsicht und Sachkenntnis abgefasst ist und viel zum Verständnis und zur historischen Wertschätzung der biblischen Lektüre beitragen kann. Die Anfügung von Auszügen, sowie ganzer Bücher der Apokryphen ist ebenfalls eine gute Idee, für die wir dem Autor dankbar sind. Hoffentlich wird dieser neuen deutschen Bibelausgabe die gebührende Anerkennung zuteil werden und in jenen Kreisen Verbreitung finden, für die sie geschrieben wurde: in Schule und Haus. M. B. Feuilleton. Der Freund, (Eine Schuljungen geschiente.) Sie sassen in einer Bank nebeneinander, der kleine Hans von Pergen und der kleine Sigi Pollak. Das war nun schon seit der ersten Klasse so, wo man sie nach dem Alphabet gesetzt hatte, und sie dann, als gleich gross nebeneinander geblieben waren. Und sie waren gut Freund geworden in den drei Jahren, die seither vergangen waren. Der kleine Sigi war ein so seltsamer Junge, er konnte so wunderschöne Geschichten erzählen, die er von seiner Mama und seiner Grossmama hatte, und dann fielen ihm auch selbst manchmal so merkwürdige Dinge ein, über die sie reden mussten. Hans dagegen war ein auffallend klarer Kopf; er packte alles so einfach und sicher an, er dachte so scharf über alles nach. Mehr als einmal schon hatte sein klarer Verstand eine überraschende Lösung für ein^ der tiefsinnigen Knabenfragen gefunden, die die grübelnde *) Biblische Geschichte nach den Worten der heiligen Schrift, von Dr. Adolf Weiss. Wien, K. k. Schulbücherverlag 1905.

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