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Die Welt · 1903-12-11 · 50 (11.12.1903) · p. 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
50 (11.12.1903)
Article
Jüdinnen!
Date
1903-12-11
Page
4 (sequence 3)
Language
German
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Seite 4 „fei? # Welt" Nr. 50 die Marken des Nationalfonds. Diese Marken sind g^nau wie Postmarken aneinander gefügt, in Zehnerreihen nrt durchlochten Rändern, sehr leicht trennbar, technisch gegen Fälschungen gut geschützt. Jedes Stück lautet auf eine kleine Münze jedes Landes. Die Marken sind in beliebiger Anzahl käuflich (Wien, IX., Türkenstrasse 9, Kongressbureau) und ebenso verkäuflich. Sie müssen im voraus bezahlt werden. Wir hoffen damit unser nationales Museum schmücken , zu können, das es schaffen geholfen hat. Mit dem Buch werden zum ewigen Gedächtnis die Namen derjenigen aufliegen, die darin aufgezeichnet sind. Es sind zehn englische Pfund dazu Lötig, um einen Namen eintragen zu lassen. (Adresse: „Welt".) Es ist trotz aller Assimilation eine erhebende Sitte unseres Volkes geblieben, alle Erschütterungen seiner Seele Serie Eg I Nr. 021 Serie Eg 1 Nr. 021 Serie Eg I Nr. 022 Serie Eg I Nr. 022 Serie Eg I Nr <*» Serie Eg I Nr. 023 Serie Eg I *,. 024 Serie Eg I N, °24 Serie Eg 1 nt 025 Nr. Serie Eg I Nr. « Serie Eg I 026 Nr. Serie Eg I KT 026 Nr. ^Sa»5»;^8 Wp&tsg&PJ wmm WE&k^m^ Teil eines Markenbogens d< Nach Tunlichkeit und Möglichkeit seines Einkommens sollte sich jede Jüdin und jeder Jude mit einer Anzahl solcher Marken versehen. Bekommt er nun einen, zwei, drei Kreuzer für den Fonds, so gibt er ein, zwei, drei Marken als Bestätigung. Die so abgetrennten Marken sind nicht weiter verkäuflich. Es wird erwartet, dass in kurzer Zeit jeder Jude das Aussehen dieser Marken kennen wird. Dann wird er wissen, dass jede Zehnerreihe einen weissen Rand mit Buchstabenzeichen hat und wird von einer Reihe ohne Rand nichts kaufen wollen. Denn die erste Hand hat den Rand nicht mitverkauft, sondern abgetrennt und vernichtet. Weiter aber als bis zur zweiten Hand sollen die Marken nicht gehen, um ihren Absaiz zu vergrössern. Durch diese Einführung ist also für die äusserste Gewissenhaftigkeit gesorgt. Wenn jemand zum Beispiel um 3 £L Marken bestellt, hat er 300 Bestätigungen für je einen Kreuzer, weil er ja das Geld schon von vorneherein abgeführt hat. Wenn diese 300 verbraucht sind, werden neue um das eingelaufene Geld gekauft und so immer wieder. Diese Wiederholung selbst des kleinsten Betriebskapitals kann zur grössten Förderung der jüdischen Sache führen. Als dritte Art der Bestätigung nach den Marken und den Ausweisen der „Welt" dienen die Quittungen des Goldenen Buches des Nationalfonds. Dieses Buch ist ausgestattet wie ein Stück, das viele Geschlechter überdauern und ihre Freude bilden soll. Monumental und voll künstlerischer Schönheit. Freigebigkeit hat die besten Materialien dazu gewährt und nun ruht es mit golden leuchtenden Pressungen- und Verschlüssen im schimmernden Schmelz seiner Emaillebeschläge in unserer Bank. Jüdischen Nationalfonds. in Liebe aufzulösen. Wem ein Teurer entrissen, wem ein Liebling geboren, wey das Schicksal hart getroffen oder erhoben hat — sie alle treten an den Opferaltar ihres Volkes, die einen mit der Demut vor dem Unerforschlichen, die anderen zum Dank. Wo ist das Volkswohl mehr zu fördern, als bei der Neuschaffung seiner Heimat? In viele, aber noch in zu wenig Kreise unter der bemittelten Judenheit ist diese Erkenntnis gedrungen'. Viele Erinnerungen aus Leben und Tod der Juden von heute vereinigen sich im Buche zwar schon zur Förderung des Lebens der Juden von morgen. Aber auch hierin ist gerade unseren Frauen noch vieles zu tun möglich, deren gemütvolles Wesen ja so leicht ein Echo findet. Eine Eintragung ins Goldene Buch wird sowohl doppelt in der „Welt" ausgewiesen, als auch mit einer besonderen Quittung beantwortet. Diese Quittung ist eine wertvolle Reproduzierung eines dreigeteilten Gemäldes von einem berühmten Maler, und für einen Ehrenplatz im Hause ausgestattet. In zwei Feldern sind der Name des Eingetragenen und die geforderten Nebenbemerkungen eingetragen.--- Das sind die Formen, jüdische Frau, mittels derer die Umformung des jüdischen Volkes vor sich gehen soll: Aus einem Sklavenvolk in ein freies; aus einem hungrigen und gedrückten in ein sorgloses und stolzes; Jüdische Frau, deren segnende Hände das Sabbatlicht mit rosigem Schimmer durchstrahlt, sorgt, dass es Sabbat werde in Judal Gebt uns den Berg von Münzer, den wir brauchen, um die l&agraiau^ J. Up f i m n y.

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