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Die Welt · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Article
Weg und Ziel
Date
1903-11-13
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England gan2jährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Prankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. Hr< 46. Wien, 13. November 1903 — 23. Marcheschwan 5664, 7* Jahrgang. Weg und Ziel. Seit dem letzten Baseler Kongresse herrscht im zionistischen Lager grosse Aufregung. Hervorgerufen wurde sie durch den Vorschlag der englischen Regierung, die dem Zionistenkongresse ein Stück Land in Ostafrika jiiit Zusicherung gewisser autonomer Rechte anbot. Der Vorschlag, der leider erst im allerletzten Moment bekannt wurde — das betreffende offizielle Schriftstück wurde dem zionistischen Unterhändler erst wenige Tage vor dem Kongresse zugestellt — dieser Vorschlag wirkte fast betäubend auf die Delegierten. Dieser Ueberraschung vor allem ist es zuzuschreiben, dass es zu so leidenschaftliehen, oft geradezu dramatischen Szenen kam. Seit damals sind bereits einige Monate verflossen. Es wäre nun an der Zeit, die Sache ruhiger zu betrachten. Vor allem aber wollen wir feststellen, welche unmittelbaren Folgen dieser Vorschlag Englands im zionistischen Lager und in dem seiner Gegner hatte. Der Kongress hatte das edelmütige Anbot Englands damit beantwortet, dass er den Vorschlag des Sir Clement Hill, zur Erforschung des angebotenen Landes eine Expedition auszusenden, mit einer bedeutenden Majorität annahm. Die Minorität des Kongresses — sie war ebenfalls nicht unbedeutend — wollte sich auch dazu nicht verstehen. Darüber waren aber alle Delegierten einig, dass das Anerbieten Englands nicht nur politisch von grösster Tragweite 'cei, sondern einen eklatanten Erfolg gerade des politischen Zionismus bedeute. Wie immer der Beschluss des nächsten Kongresses lauten wird, nur Böswillige oder zu jeder positiven Arbeit Unfähige können diese Tatsache selbst in Abrede stellen wollen. Das war auch der Grund, weshalb der Beschluss gefasst wurde. Er sollte nicht nur den Dank des Kongresses an England, sondern auch das Vertrauen der Majorität zur Leitung unserer Bewegung ausdrücken. So konnten auch Delegierte, die gegen den.Vorschlag ernste prinzipielle Bedenken hatten, für den Antrag stimmen, eine Expedition zur Erforschung des angebotenen Landes auszusenden: Die ausdrückliche Bestimmung, dass keinerlei Geldmittel, die für zionistische Zwecke gesammelt worden waren,' für diese Expedition zu verwenden seien, bewies, dass der VI. Kongress sich nicht die Berechtigung zuschrieb, vor der eingehendsten Beratung innerhalb der zionistischen Organisationen eine prinzipielle Entscheidung zu treffen. Die Diskussion über die Frage, ob das Angebot der englischen Regierung anzunehmen sei, setzte denn auch alsbald nach dem Kongresse in den zionistischen Vereinigungen und in der zionistischen Presse mit aller Lebhaftigkeit ein. Und bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, von welchem hohen sittlichen Ernst, von welcher innigen Begeisterung für das Wohl unseres Volkes fast überall diese Beratungen getragen waren. Fürwahr, gerade bei dieser Gelegenheit hat es sieh wieder auf das Glänzendste gezeigt, welche Fülle von ernstem Wollen und hingebungsvoller Volksliebe in der zionistischen Organisation vorhanden ist. Natürlich hat es, wie es in erregter Zeit nicht anders zu erwarten war, auch an einigen Verstössen nicht gefehlt. So lange es sich um sehr vereinzelte Fälle solcher Leute handelte, die sich von jeder Verantwortlichkeit frei glaubten, war gegen solche Entgleisungen nicht viel zu sagen. Das konnte und musste ignoriert werden. Anders aber ist es, wenn man nunmehr versucht, in unsere Organisation mit Bewusstsein einen Keil zu treiben. Das ist ein Vorgehen, dem von allem Anfang an entschieden entgegengetreten werden muss. Ich rede hier nicht von den Versuchen Aussenstehender, denen die Gelegenheit günstig scheint, sich als Palästinafreunde echtester Couleur aufzuspielen. Das sind Mätzchen, die sich immer eingestellt haben, wenn diese Leute Unfrieden witterten. Kein Wunder, dass sie auch jetzt, wo die Ostafrika-Kontroverse die Gemüter erregt, die Gelegenheit wahrnehmen wollen, um ein paar Gimpel auf ihren recht dicken Leim zu locken. Es hat uns auch weder gewundert noch sehr erschüttert, dass sich zur Rettung der angeblich aufgegebenen Palästinaarbeit Leute der verschiedensten Richtungen zusammengetan haben und dass man an die Neugründung von Palästinavereinen geht. Dieses an sich sehr erfreuliche Bestreben wird hoffentlich trotz der Diskreditierung durch seine jetzigen Initiatoren für diese Arbeit wieder einige bisher Indifferente gewinnen, die allmählich schon selbst den richtigen Wieg finden werden. Viel schärfer aber müssen wir die Anrempelungen beurteilen, die von erregten Gesinnungsgenossen selbst ausgehen. Ich-persönlich darf diese Verstösse umso eher tadeln, weil ich aus meinen Bedenken gegen das Ostafrikaprojekt nie ein Hehl gemacht habe, wenn ich auch aus den oben

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