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Die Welt · 1903-09-30 · 40 (30.9.1903) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
40 (30.9.1903)
Article
[Kommentar]
Date
1903-09-30
Page
12 (sequence 7)
Language
German
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Seite 12 „bis # Welt Nr. 40 Männer ein absprechendes Urteil zu fällen? Derjenige, der für Zion ein solches Gefühl hat, wer Zion so im Herzen trägt, er wird auch nfcroa sehen, er muss sein Ziel erreichen. Ich nenne diesen Kongress auch einen grossen, aber nur wegen der Opposition, die von Mr. Zangwill so scharf verdammt wurde. Und Sie, Mr. Zangwill, haben den Satz ausgesprochen: „Habe ich nicht gesagt, dass der Tag, an welchem wir Palästina erlangen, der schrecklichste Tag unserer Bewegung sein wird" u. s. w. Diese Aeusserung würde ich von einem anderen erwartet haben, von einem, den Mr. Zangwill unter die Antisemiten zählt (gemeint ist Lucien Wolf. Red.). Mr. Zangwill wundert sich über die Delegierten von Kischenew, die gegen den Vorschlag gestimmt haben und will sie durch eine Drohung („was wird sein . . . wenn England „nein" sagt*) von ihrem Unrechte überzeugen! Hat Mr. Zangwill keine anderen Worte für diese Dul ier, denen er ein autonomes Nachtasyl verschaffen will und die es aus Liebe für Zion ablehnen? Angesichts derartiger Tatsachen müssen wir eher in den Ruf ausbrechen urnpn rpDK nijj- Ueber den Besuch, den Dr. Herzl uns abgestattet hat, um uns „die einfachen Tatsachen* zu erklären, will ich hier meine Meinung nicht aussprechen. Ich will nur bemerken, dass wir die so einfachen Tatsachen früher ebenso verstanden haben wie nachher, und unsere Rückkehr zum Kongress am nächsten Tag war kein Gang nach Canossa, Am vorangegangenen Abend beschlossen wir, den Kongress nicht zu verlassen, um keine Spaltung in der Bewegung hervorzurufen. Und das haben wir, „die Kinder," trotz unseres Schmerzes getan. Mr. Zangwill hätte sich aus der Resolution, die Dr. Lewin am Donnerstag vorgelesen hat, die die Einsetzung einer Kommission und Entsendung einer Expedition nach Ostafrika als eine Abweichung vom Basler Programm bezeichnet, überzeugen können, dass wir unsere Meinung nicht geändert haben. Wir weisen entschieden den Vorwurf, dass wir uns nicht sofort der Majorität fügten, zurück. Kann Mr. Zangwill unseren Kongress mit einem konstitutionellen Parlament vergleichen? Was die Majorität betrifft, so wird sie Dr. Herzl wahrscheinlich immer haben, aber erlauben Sie mir zu sagen, dass die Majorität in der Tat auf unserer Seite war, weil die meisten von der JaÄstimmenden Majorität es nur aus Rücksichten der Dankbarkeit und Höflichkeit gegen die englische Regierung taten Als ich manche Misrachi, darunter deren Präsidenten Dr. Nobel fragte, wie sie für Ostafrika stimmen konnten, war die Antwort: „Wir haben es mit grossem Herzweh getan, aber wir waren es der britischen Regierung schuldig." Ich glaube, dass die Jasager Herrn Dr. Herzl in der Versammlung, die Freitag abends zu diesem Zwecke einberufen wurde, dasselbe gesagt haben. Und nun stelleich die Frage sehr einfach: Haben Sie, Mr. Zangwill, das Recht, jetzt für Ostafrika Propaganda zu machen, in hellen Farben den künftigen Staat daselbst ausmalen und dadurch das Volk für Ostafrika zu gewinnen? Ich verstehe ganz gut, dass Dr. Herzl es als moralische Pflicht empfunden hat, das Projekt dem Kongresse vorzulegen, aber ich bestreite die Kompetenz jedes Anhängers des Ostafrikaplanes, dafür Propaganda zu machen. Sogar Mr. Josef C o w e n, der auf dem Kongresse uns, den englischen Delegierten, ans Herz legte, die Resolution anzunehmen, tat nicht desgleichen in der Great Hall-Versammlung, Mr. Zangwill erwähnte die pjlzbekappten Delegierten aus dem Kaukasus. Vielleicht wird es ihn interessieren zu erfahren, dass sie, sobald sie von Ostafrika gehört haben, sagten: „Pojdem domoi" („Wollen wir nach Hause fahren, wir sind nicht dazu hergekommen"). Der Artikel schliesst mit den Worten: „Ostafrika ist eine Gefahr für Zion und ich werde den Tag gesegnet nennen, an dem das Ostafrikaprojekt für immer fallen wird und wir alle nur nach Zion streben werdend Jüdischer Nationalfonds. Das Goldene Buch. Sarah b'th Abr. Aba Lopatin aus Baku durch Herrn W. Temkin.......Pf. Sterl Herr D. Levontin in Jaffa trägt zur Erinnerung an den ihm am 7. Tamus 5663 erwiesenen warmen Empfang die Kolonie Rischon-Lezion ein.......... Eres. Die erste Konferenz in Erez Israel, abgehalten am l.Elul 5663 in Sichron Jakob trägt ihren Vorsitzenden Hr. M. Ussischkin aus Ekaterinoslaw ein....... „ B'noth Zion Association in Cape Town . . Kronen Die Zionisten in Kilia........... „ Schochrei Zion in Lida (durch J. L. Goldberg) ................ „ B. Ginsburg und M. Berlin zur Eintragung der vom Kongresse gewählten Kommission zur Erforschung Palästinas .... „ Hirsch Segalowitz..........• . . Frcs. Die deutsche Landsmannschaft zur Eintragung des VI. Kongresses...... Mk. Herr Leon Masi..............Kronen 10.10 250.— 280.— 600.— 252.— 240.— 252.— 265.— 215.— 287.86 Weitere Judenexzesse in Russland in Vorbereitung. Der „Regierungsbote" veröffentlicht folgende Nachricht, aus der im Gouvernement Minsk Hegenden Stadt Pinsk: „Am 13. September wurde in der Stadt Pinsk der elfjährige Knabe Josef Kisselew, als er um 9 Uhr abends aus der Kirche in der Logischanstrasse ging, in der Nähe der jüdischen Schule plötzlich von drei Juden überfallen, bis zum Verluste des Bewusstseins misshandelt, mit einem Messer an der Hand verwundet und hierauf am Ufer des Flusses Pina hingeworfen, wo er von Arbeitern des in der Nähe ankernden Dampfers aufgefunden wurde. Zum Bewusstsein zurückgebracht, erklärte Kisselew, dass er völlig unerwartet und ohne jeglichen Grund überfallen wurde. Einen der drei Juden nannte er Schmul Pomeranz. Der Untersuchungsrichter hat in dieser Sache die Voruntersuchung eingeleitet/ Unter den Juden in Russland hat diese Notiz des offiziellen russischen Blattes förmliche Bestürzung hervorgerufen. Man weiss, was eine solche Nachricht des Regierungsboten zu bedeuten hat, auch wenn sie später widerrufen wird. (Nach Schluss des Blattes eingelangt.) $i*ibüt)e. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Hochgeehrter Herr Redakteur! Damit durch ein Missverständnis meines an Sie neuerlich gerichteten Schreibens die Redaktion der „Ungar. W.tt nicht unverdienterweise in den Verdacht gerate, als hätte dieselbe meinen Protest nicht abdrucken wollen, bitte ich der Berichtigung in Ihrem g. Blatte Raum zu gewähren, dass ich meinen Protest nur an die „Welt" eingesendet habe. Ich schrieb Ihnen, dass ich zu der Zeit, als ich meinen (ungarischen) Artikel an die „Ung. W." einsandte, keine Ahnung von dem gegen Herrn Dr. Herzl geplanten Ausfall hatte. Baläszfalva, im September 1903. Mit Zionsgruss und Hochachtung: Inr stets ergebener Dr. J. R ö n a i. Prag, 21. September. Die allzuhäufige Inanspruchnahme bezüglich der Einsendung von Statuten und sonstigen Ausweisen unseres Institutes veranlasst uns zu der Erklärung, dass wir in Hinkunft nur gegen Einsendung des Gegenwertes per 40 Heller per Drucksorte dem jeweiligen Ansuchen entsprechen

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