Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 36 (4.9.1903)
- Article
- Generalversammlung der Aktionäre der jüdischen Kolonialbank in Basel
- Date
- 1903-09-04
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. M „bie # weit Seite 7 Filialen dem Direktorium überwiesen werden sollen zur Begutachtung und Bearbeitung. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Der Antrag ist abgelehnt. (Bravo!) Das Wort hat Herr Dr. Herzl. Die Ansicht des Aufsichtsrates ist, class wir dieser Frage sehr sympathisch gegenüberstehen, dass aber, da es eine innere Verwaltimgsfrage ist, wir diese dem Direktorium überlassen müssen. Wir werden aber, bevor wir sie dem Direktorium übergeben, sie unterstützen. Auf eine Gegenfrage (Jargon) erwidert Dr. H e i z 1: Ich werde Ihnen meinen Standpunkt sagen. Ich werde wiederholen, Avas ich gestern im Aufsichtsrate gesagt habe. Ich wäre dafür gewesen, dass wir eine East-Eud-Filiale in London haben, da sich aber eine andere Bank inzwischen etabliert hat, so hätte ich geglaubt, dass es nicht so fein ist, wie die jüdische Kolonialbank gerne sehen möchte, dass wir da gleich hingehen, um eine Konkurrenz zu machen. Ich würde es aber sehr gerne sehen und beantrage eine Resolution, die dahin geht: Es ist dem Direktorium zu empfehlen, in Bast-End eine Filiale zu errichten." Dr. Wortsmann: Es war schon beschlossen, dass wir über jeden Antrag abstimmen müssen. Jetzt ist es wieder anders. Präsident Wolf fsohnr Es wird eine Eesolution erfolgen, dein Direktorium sei zu empfehlen, in East-End eine Filiale zu errichten. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Der Antrag ist angenommen. (Bravo! Rufe: Nein, nein.) Ich bitte, den Antrag zu übersetzen. (Geschieht.) Ich werde nochmals abstimmen lassen. Wer für den Antrag Dr. Herzls ist, erhebe die Hand. Der Antrag ist angenommen. Es ist der Antrag eingelaufen, dass die jüdische Kolonialbank keine Kommission wählen soll vor dem Nationalfonds. Es liegt die Sache so; wir bekommen keine Kommission; wir haben am N.-R noch nichts verdient, nicht einmal unsere Auslagen für Porto. Ich erkläre Ihnen im Auftrage des Direktoriums, class wir effektiv nichts verdienen ,ehe.r zugelegt haben bis jetzt. Wir haben mit dem A.-C. verhandelt und werden die Sache so ordnen, dass die jüdische Kolonialbank an dem Nationalfonds nichts verdienen wird. Aus der Versammlung wird von einem Redner (spricht russisch) beantragt, man solle dem Direktoriuni vorschlagen, dass es die Abteilung in East-End längstens in sechs Monaten eröffnen solle. B i e 1 k o w s k i stellt den Antrag, dass die Revisoren bezahlt werden. Dr. K okesc h unterstützt den Antrag, dass man den Revisoren für ihre Mühe 100 Pfd. St. bezahlen soll Präsident Wolffsohn: Ich lasse hierüber abstimmen. (Geschieht.) Der Antrag ist angenommen. Das Wort hat Herr Julius S i m o n. Ich beantrage, dass wir dem Herrn Wolffsohn und den übrigen Mitgliedern des Direktoriums für ihre Opferwilligkeit im Interesse der Bank unseren Dank aussprechen. (Beifall.) Präsident Wolffsohn: Ist jemand dagegen? (Abstimmung.) Der Antrag ist angenommen. Das Wort hat Herr Fink eis tei n. Ich beantrage, der Bank für die ausgezeichnete Pührung lunseren» Dank auszudrücken. Präsident Wolffsohn: Ist jemand dagegen? (Abstimmung.) Der Antrag ist angenommen. Ich schliesse unsere Generalversammlung. (Schluss der Sitzung 1 Uhr 50 Min.) Bericht über den jüdischen Nationalfonds. erstattet auf dem VI. Kongresse von Herrn Ingenieur Kremenetzky. Einleitung. Der V. Kongress hat die Schaffung des Jüdischen Nationalfonds beschlossen. Wenn auch die Festsetzung der juristischen Person des Nationalforids zunächst einer eigenen Kommission zur Ausarbeitung von diesbezüglichen Entwürfen übergeben wurde, hat der Kongress dennoch sich für die unmittelbare Einleitung der Sammlungen für den N.-F. auf Grund des vom engeren A.-C. ihm vorgelegten Entwurfes definitiv entschieden. Anschaffung der Markenbücher. Infolge dieses Beschlusses schritt das engere A.-C. sofort an die Beschaffung der entprechenden Marken. Am Kongresse selbst wurden bereits der Bank für den Verkauf der N.-F.-Marken 18 provisorisch angefertigte Markenbücher übergeben, und zwar je 3 für Amerika, Frankreich, Deutschland, Russland, England und Oesterreich. Sodann wurden 1002 Markenbücher auf einem für diesen Zweck speziell hergestelten, mit entsprechenden Wasserzeichen versehenen, die Nachahmung erschwerenden Papiere hergestellt. Die Marken dieser ersten Auflage waren — wegen der Befürchtung des Zusammenklebens beim Transporte — nicht gummiert, was aber in der Praxis als ein Uebelstand empfunden wurde. Infolge der gemachten Erfahrungen haben wir die Marken der nächsten Auflage mit einer entsprechenden Gummierung versehen lassen. Auch ist einer besseren Perforierung Rechnung getragen worden. Die 1002 Bücher verteilen sich auf die Länder foigendermassen: Russland......... 400 Bücher Amerika.........125 „ England.........75 Oesterreich........100 „ Rumänien.........75 „ Deutschland........50 „ Frankreich, Schweiz und Belgien 75 „ Bulgarien.........35 „ Egypten.........19 Türkei..........20 Italien..........10 Holland.........10 Griechenland ....... 2 „ Schweden-Norwegen .... 2 „ Dänemark ........ 2 „ Serbien ......... 2 „ Hiezu die früher erwähnten 18 Bücher, also insgesamt 1020 Bücher. Wert der Marken.' Der Wert der einzelnen Marken beträgt laut Kongressbeschluss in den einzelnen Ländern: Serienbezeichnung: Wert: Egypten Eg I 5 Centimes Amerika A I 1 Cent Bulgarien B I 5 Centimes