Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- [Sonder-Ausgabe] (24.8.1903)
- Article
- Zangwills Rede in der Great Assembly Hall
- Date
- 1903-08-24
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Ii.—, halbjährig Shg. 7' — , vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7. — , halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4- 25, Amerika ganzjährig Doli, 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig'Doli —.85. Basel, 24, August 1903 - 1. Eiul 5663. Zangwills Rede in der Great Assembly Hall. (Abschiedsnieeting für die Delegierten des Zionistenkongr"esses des Jahres 1903, das in der Nacht des 15. August d. J. in der Great Assembly Hall stattfand). Es erfüllt ims Delegierte mit besonderer Befriedigung, dass Sie zu einer Zeit, wo „Niemand" in London bleibt, zu Tausenden herbeigeströmt sind, um uns für unsere Heise nach Basel Ihre besten Wünsche mitzugeben, wo wir die Ehre haben, an den Beratungen der bedeutungsvollsten Versammlung seit der Zerstörung Jerusalems teilzunehmen. Aber die Verhandlungen dieses Parlamentes stellen nicht den hundertsten Teil des von den Führern des Zionismus seit dem letzten Kongresse geschaffenen Werkes dar, eines Werkes, das in aller Stille betrieben wurde, das notwendigerweise Probearbeit und daher häufig resultatlos war. Cranz besonders freut es mich, dass mein Freund L. J. Greenbe r g dieser Versammlung vorsitzt, ein Mann, der sicherlich Niemandem in Israel in der Hingabe an unsere heilige Sache weicht. Unsere Bewegung wird dadurch gar sehr erschwert, dass die härteste Arbeit auf den Schultern armer Berufsmensclien lastet. Die Politik eines Staates, der noch nicht existiert, füllt viel mehr ein ganzes Leben aus als die eines schon bestehenden, und da ein Volk niemals seine Angelegenheiten ohne ein bezahltes politisches Amt besorgen kann, so nieine ich ohne Zagen, dass wir die Dienste unseres grossen Führers Dr. Herzl bezahlen sollten. Es geht nicht an, dass die geistige und körperliche Energie unseres Führers durch den Journalismus aufgezehrt werde oder dass er an Wien gefesselt sei, während seine Anwesenheit irgendwo anders erforderlich ist. Ich sehe nicht ein, wie seine Gesundheit den Anstrengungen dieses zweifachen Berufes standhalten könnte, der nunmehr schon acht oder neun Jahre auf ihm lastet. Ich mache diesen Vorschlag hier, weil ich es nicht wagen würde, ihn auf dem Kongresse in Gegenwart Dr. Herzls selbst zu machen. Aber vor Herrn Greenberg habe ich keine Angst und wage daher zu behaupten, dass Leute, wie er, auch bezahlt werden sollten. Da doch auch der Herzog von Devons h t r e und Herr C Ii a in b e r 1 a i u ganz nach hergebrachtem Rechte für ihre politische Tätigkeit ein Gehalt beziehen, so besteht wahrhaftig kein vernünftiger Grund, dass nicht auch wir unsere Sache durch die ganze Zeit und Arbeit unserer nützlichsten Männer fördern sollten. Ich zweifle übrigens nicht, dass die Kosten der Baseler Reise uns einiger sehr einsichtsvoller Delegierten berauben. Aber natürlich, dazu brauchen wir Geld. In der Tat! Geld allein gewährt uns die Hoffnung, dass wir unser eigenes Land erhalten oder jedenfalls uns nach und nach schaffen können. Mit Gewalt ein Territorium zu gewinnen, davon ist doch in unserem Falle keine Rede, da die Kräfte auf einem Boden organisiert sein müssen, ehe man den Kampf beginnt. Wie sehr ich mich auch freue von militärischem Zionismus zu hören, so muss ich anderseits doch sagen, dass ein zionistisches Korps, wie es jüngst in New-York begründet wurde, nur dann von Nutzen sein kann, wenn wir bereits unser Land besitzen, obgleich es bei Ausbrüchen des Judenhasses wertvolle Dienste leisten kann. Nein, nicht den Kampf, sondern den goldenen Nerv zum Kampfe brauchen wir Woher soll aber das Geld kommen? Von den jüdischen Millionären und den andern reichen Juden, welche in jeder Hauptstadt der zivilisierten Welt zu finden sind, welche durch ihre Existenz bedeutend mehr als die Annen zur Nährang des neidischen Antisemitismus beitragen, durch den wir alle leiden und der eine der grossen zwingenden Ursachen unserer Bewegung ist. Es ist töricht von Nicht-Zionisten — wenige nur sind Anti-Zionisten geblieben, sie sind jetzt alle Nicht-Zionisten —, es ist thöricht, sage ich, von den Nicht-Zionisten, abseits zu stehen und uns zuzuschauen, wie wir den Karren bergauf ziehen. "Wir haben niemals behauptet, dass wir selbst Kraft genug besässen, die seit Jahrhunderten angehäufte Last aus dem Sumpfe zu ziehen, Der Karren wird niemals auf den Berg hinauf kommen, bis nicht ganz Israel Hand anlegen wird. Diejenigen, die wohlwollend abseits stehen, gleichen den Memmen, welche nicht kämpfen, und den Müssiggängern, welche ihre Steuer nicht entrichten wollen. Aber trotzdem uns die Unterstützung der Reichen mangelt, so wachsen unsere Fonds dennoch allmählich und zwar — wie rührend! — durch die Beiträge der Armen. Gestern