Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 23 (5.6.1903)
- Article
- Eine Schwärmerin für Güte
- Date
- 1903-06-05
- Page
- 9 (sequence 3)
- Language
- German
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m n „me>$ weit" Seite 9 angesehenen.Oesterreichischen Friedensgesellselisaft, die Mitgründung ■.mehrerer anderer grosser Frieden vereine im Äuslande, die achtjährige Heixusga.be der Monatsschrift ^[>ie Waffen hkxler die Vizc^räsidentschaft. des Benier Internationalen Friedensburean^ die Teilnahme an * sämtlichen, internatioiuilen Friedenskongressen seit 1891 und der Iteuch der Haa^r Konferenz, auf der sie eint* erste Bolle sjrielte und über die sie ein grösseres Werk von iLoheni Intertrigo schrieb.*) Sie steht in fortwährender Fühlung mit den krvorragendsten Führern der Friedensbewegung in ganz Europa und ist Ehrenmitglied oder Ehrenvorsitzende; vieler Friedensvereine., : Das Judentum hat besondere Ursache, dieser. Erz-, Verfechterin, von Duldsamkeit und Menschenliebe die lebliaiitesten, Sympathien entgegenzubringen und ihr mildes IVirken anzuerkennen. Ein Dutzend Bertha 7. Suttners raren namentlich dem Zionismus zu wünschen. Leopold Kutscher. .$ribfif).e. Aufruf! Oesterreichische Parteigenossen! An das L.-1C sind mehrfach Anregungen ergangen, die zwei Monate von Schewuoth bis Tischah-beäb als Trauerzeit für die Märtyrer von Kischenew zu bestimmen, vährend welc lier die Teilnahme an allen Lustbarkeiten verpönt sein solle. Wir machen Euch einen zweckdienlicheren, besseren Vorschlag: Die Namen von 41 Todesopfern des Judenhasses sind uns bisher bekannt* Diese teueren Namen sollen durch die Opferfreudig- Leit der Zionisten 'den Nachkommen bewahrt bleiben! Jeder ö s-terreichische Zianist möge zwischen Schewuoth und Tischahb'cab allwöchentlich nur 50 Heller „zur Eintragung der Bluti tilgen ins Goldene Buch des Na_tionalfonds" an die „Welt" abführen und wir werden die zur 4lfachen Eintragung nötigen Kronen aufbringen. Die Einzelvereine sollen sich die Einsammlung und Abführung dieser Beträge zur heiEigen Pflicht machen. Diese verktätige Pietät wird beitragen, künftige Kischenews zu verhindern. Das österr. Landes-Komitee. * An. die zionistischen Studentenkorporationen Oesterreichs! Die Erfahrungen der letzten Zeit haben uns zur Ueberxtugung gebracht, dass für eine ers-priessliche Arbeit im Dienste ler zionistischen I dee der Züsammenschluss aller akademischen Verbände unumgänglich notwendig ist. Deshalb wollen wir an jiie Gründung eines Kartells der zionistischen Studenten Oesterr e-ichs schreiten. Ein Delegiertentag der zionistischen Studientenkorporationen Oesterreichs soll die Gründung des Kartells beschliessen und ihm seine Tätigkeit vorzeichnen. Deshalb schlagen wir vor, am 30. Juni 1903 — nach dem österreichischen Parteitage — in Wien einen Studeiitentag -abzuhalten, der diese "brennende Frage einer Lösung zirführen soll. Als vorläufige Referate — das eridgiltige Programm wird erst im Einvernehmen mit allen teilnehmenden Organisationen beschlossen werden — beantragen wir Euch: 1. Gründung des „Kartells zionistischer Studentenlcorporationen Oesterreichs"; 2, Mittel und Wege der Erziehung der jüdischen Studenten zum Zionismus; 3. die Betätigung dei jüdischen AaJcdemiker im Rahmen der zionistischen Organisation; 4. die nächsten Aufgaben des Kartells. Liebe B. B.! Indem wir Eucli diesen Plan vorlegen, ersuchen wir Euch dringendst, sofort — spätestens in f ünf Tagen — zu diesem Projekte Stellung zu nehmen und uns bekanntzugeben:!, ob Ihr einen Delegierten zum Studententage entsenden werdet; 2. ob Euer Delegierter gewillt ist, eines der obengenannten Referate — ausser 1. — zu übernehmen; 3. ob und in welchem Sinne Ihr eine Erweiterung des Programmes wünschet. Anregungen zu den einzelnen Prog rammpunkten werden wir den Referenten mittelen. Unsere Aufgabe ist eine schwere; wir hoffen, dass die jüdische Studentenschaft Oesterreichs Kraft und Mut genug hat, sie durchzuführen! Mit bundesbtüderlicfien Ziorsgrüssen „Bar-Kochba", Verein jüdischer Hochschüler, Prag. Jerusalemgasse 4. *) Dr. Theodor fierzl sagte darüber in der „Neuen Freien Presse": „Jeder Geschichtsschreiber wird es benutzen müssen, weil die Friedenskonferenz" ein ipvergessliches Ereignis bleiben "wird und Frau v. Suttner der sozusagen, in- «ifizielte^Mittelpunkt des Ganzeri waf." Aufruf! An unsere P..T. Glaubensgenossen! Am 12. Mal 1903 um 11 Ulir vormittags ist in unserer Stadt eine grosse Feuersbrunst ausgebrochen, von weicher der grössere von Juden bewohnte Teil der Stadt grasslich heimgesucht worden ist. 26 jüdische Häuser, 2 jüdische Bethäuser, das ganze Hab und Gut der darin wohnenden Bevölkerung fielen dem Feuer zum Opfer, über 50 jüdische Familien und ebensoviel chrislliche sind obdach- und existenzlos. Es ist ein herzzerreisenöSer Anblick, diese vom Feuer betroffenen, vorher gut sjtuierten Kaufleute und Handwerker unter freiem Himmel wohnen zu sehen, da ihnen nicht die Mittel zur Verfügung stehen, ihre vom Feuer total verzehrten Häuser wieder aufzubauen. Wir hatten kaum unter Aufwand aller Mittel unser neues Bethens unter Dach gebracht, a{s das verheerende Element dieses s»wie das alte dem Gottesdienste «dienende Gebäude zerstörte-. Unsere Stadt bedurfte bis1 nun — dank der Strebsamkeit ihrer Einwohner — nie einer Hilfe: von aussen und gibt hiefür schon der Umstand einen genügenden Beweis, dass von unserer Stadt niemand jemals den Bettelstab ergriffen hat; jetzt aber, im der grössten Not, sind wir leider gezwungen, an die Barmherzigkeit und Herzensgüte unserer Brüder einen Appell zu richten und zu ihrer Hilfe und humanen Unterstützung unsere Zuflucht zii nehmen. Wir erbitten nicht «eine Alltags- Unterstützung, um unser momentanes Elend zu lindern, wir wollen nur und flehen unsere teuren Brüder darmn an, durch reiche Gaben unseren verunglückten Glaubensgenossen zu der W'iederaufrichtung ihrer Existenz*~zu verhelfen, dass sie wieder in die La£e verselzt werden, von ihrem Erwerbe ihre Familien erhalten zu können, und dass unsere arme Gemeinde den Bau wenigstens eines Bethauses wieder aufnehmen kann. Zum Schlüsse bemerken wir noch, dass angesichts der Eintracht, die hier, Gott sei Dank, zwisclien der christlichen und der jüdischen Bevölkerung herrscht, und nachdem <las Unglück Christen .sowie Jaden in gleichem Masse betroffen hat, wir hier ein gemein schlaf tlich es Rettiingskomitee gründeten; da jedoch für die. christlichen Einwohner zwei bedeutende Ortsfonde besiehen, von denen nur. Christen gemessen dürfen, sind wir Repräsentanten der isr. Kuitusgemeinde mit dem gemeinschaftlichen Rettungskomitee dahin übereingekommen, dass ebenso Gaben, die von k-onfessionell jüdischen Vereinen zufliessen, nur für Juden verwendet werden seilen, dagegen Spenden von Privatpersonen mosaischer Konfession an die gemeinschaftliche Kasse fliessen. Wir bitten daher -eindringlichst, solche Spenden an den gemeinschaftlichen Kassier Herrn Dr. Michael Mi ciejowski, Advokate-n in Biecz (Galizien), dagegen Spenden für den Synagogen-Sau an Herrn Jakob Goldberg, Kaufmann in Biecz (Galizien), senden zu wollen. Sämtliche Spenden werden im „Slowo polskie" und in der Neuen Freien Presse" veröffentlicht. Wir hegen die grösste Zuversicht und Hoffnung, dass jmser Notstctnd Ihre Herze ltsmilde erwecken wird, und möge der Ailmäclrtige in Entgeltung Ihrer edlen Taten Sie von jedem Unheil befreien und alle Ihre Handlungen segnen. Biecz Galizien, 18. Mai 1903. Die Repräsentanz der isr. Kultusgemeinde: Aaron Horowitz, Rabbiner, Mendel Süsskind, Kultus- Präses, Jakob Goldberg, Vizepräses, Jakob-Kurz, Markus WagschaL An die P. T. Gesinnungsgenossen! Die Adminislration der „Welt" bittet die P. T. Gesinnungsgenossen, die Ei libegleitung der an die „Welt"" geschickten Spenden möglichst kurz zu fassen und die Sammelspcnden möglichst zusammenfassend zu bezeichnen. Es soll durch diese Raumersparnis eine möglichst übersichtliche und rasche Publikation der Spenden ermöglicht vrerden. Die erfreuliche Tatsache, dass die einlaufenden Spenden ausserordentlich zahlreich sind, bringt für die Redaktinn das Unangenelime mit sich, dass der für die redaktionellen Mitteilungen bestimmte Raum dadurch sehr beschränkt wird. Auch aus diesem Grunde werden die P. T. Gesinnungsgenossen ersucht, sich der grössten Kürze zu befleiss-igen. * Sehr geehrter Her; Redakteur! Der Verein der Studenten aus Russland in Wien ersucht mit Beziehung auf den Artikel „Für Kischenew" an der letzten Nummer Ihres Blattes folgende Richtigstellung <les Sachverhaltes veröffentlichen zu wollen: Vo r den Ereignissen in Kischenew beschloss das Komitee der Unterstützun^skassa dieses Vereines, zugunsten der notleidenden Kollegen eine Akademie mit Tanz zu veranstalten. Der Tag wurde bestimmt, die Teilnehmer wurden eingeladen, das Lokal gemietet. Als die Vorfälle in Kischenew bekannt wurden, hielt die hiesige russische Studentenschaft am 3. Mai in gleicher Weise wie die Studentenschaft in Laüsaiüie, Liege, Paris tmd in anderen Städten eine