Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 8 (20.2.1903)
- Article
- Der jüdische General
- Date
- 1903-02-20
- Page
- 18 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 „Die 2^ Welt" Nr. 8 VIII. Die Krankheit überfiel jetzt den Kameniwkaer Eaw . ,. Es war gegen zwei TJhr in der Nacht. Der Eegen strömte tinaufhörlich, es war finster, wie in Egypten zur Zeit der Plagen. Ein nasser Wind pfiff, heulte und jammerte, doch merkte man überall, dass etwas Besonderes sich zutrug. Ein neues, furchtbares Ereignis musste geschehen sein ... Ein grosser, ein ungewöhnlicher Gelehrter war der Kameniwkaer Rabbi. Und welche Frömmigkeit! Damals war er bereits ein Greis und Tag und Nacht, zu jeder Stunde oblag er dem Studium und frommer Tätigkeit. Das ganze Volk verehrte ihn als seinen heiligen, frommen Beschützer, er war der Stolz, der Glanz der Gemeinde. Selbst die Chassidim, obwohl Heb' Sahnen ein Gegner der Wundertäter war, bezeigten ihm ihre Achtung. Und in der Tat, wer den Rabbi zu Gesicht bekam, der verstand sogleich, dass er ein hohes, besonderes Wesen vor sich hatte. Reb Sahnen, der Rabbi von Kameniwka, war äusserst mager. Er nahm nur so viel Nahrung zu sich, wie ein kleines Vöglein. Seine Haut war dünn, vertrocknet und fahl, wie eine bekannte Sorte Zigarettenpapier. Und sobald Reb' Salmen sich irgend wohin begeben wollte, musste sein Leib mit Handtüchern fest umschlossen werden, damit seine Gebeine nicht auseinander gingen ... Einst sah ihn ein Fremder als einen Wundertäter an und überreichte ihm eine schriftliche Bitte um Gnadenspendimg mit einem angemessenen Geschenk. Doch der Rabbi griff nach seinem Stock. „Mache dich aus dem Staube," schrie er. „Was kann dir ein sündiger Mensch helfen, einer, der selbst aus Fleisch und Blut ist?" (Die einzige Lüge in seinem Leben, denn sein Leib war ohne Fleisch, sowie seine Seele ohne Fehl.) Diesen Menschen nun hatte die Cholera ergriffen. Es erhob sich ein fürchterliches Weinen. „Retten wir unseren Rabbi!" rief alles durcheinander und das Volk erfüllte sein Haus mit Wehklage. Doch der General trieb sie aus dem. Gemach. „Lasst mich allein!" rief er. „Fürchtet euch nicht! Den Rabbi lass ich nicht nehmen. Um keinen Preis soll „s i e" ihn haben. Und wenn ich sterben müsste . . Der Morgen graute heran ... es wurde heller . . . Halbentseelt trug man den General vom Lager deö Rabbi. IX. Bleich wie der Tod lag der General zu Hause in seinem Better Kalter, glänzender Schweiss lag auf seiner breiten Stirne. Die Nase war spitz und das Antlitz erdfahl. Der Kampf zog sich in die Länge. Der Körper wand sieh nach allen Seiten wie eine Schlange. Das Volk stand um ihn und fühlte seinen Schmerz, seine furchtbaren, übermenschlichen Qualen mit. Aber er hielt die Lippen fest aneinander gedrückt und keiner vernahm einen Seufzer. Am nächsten Tage trug man den jüdischen General in die andere Welt hinüber. . . Briefkasten. An mehrere Herrn Einsender. Wir teilen Ihnen mit, dass wegen Urlaubes des einen der Herren Redakteure sich die Erledigung ihrer Anfragen wegen der bereits einige Zeit bei uns erliegenden Manuskripte etwas verzögert hat, Wollen Sie noch ein wenig Geduld haben.—Ma nuskripte werden übrigens, wie Sie wissen werden, nicht retourniert. M. L Herz, Cleveland. Hübsch empfunden, aber leider nicht druckreif. Für einen wohlwollenden Freundeskreis aber wohl geeignet. M. W. in T. Ihre dankenswerte Einsendung ist zu alltäglich und die Angriffe darin zu stark. Ihr Gedicht wurde von uns bereits dankend abgelehnt* Herrn I. Michaelsen, Kopenhagen. Wir haben, wie Sie richtig vermuten, von Ihnen keine Nachricht gehabt. Es hat uns sehr leid getan, das erst von zweiter Seite in Erfahrung bringen zu müssen. Nächstens werden Sie hoffentlich unser sicher gedenken. Gruss. Herrn H. Lockschin.IhreVerständigung, dass die Nachricht des „Wjestnik Juga* über die Charkower Synagoge unrichtig ist, nehmen wir dankend zur Kenntnis. Karlsruher Freunde. Herzlichen Dank. Herrn L. Straschtin. Wir haben bereits Herrn B a r n e 11 verständigt. Herrn H. Zuckermann. Wir verweisen Sie auf die obige Antwort an mehrere Einsenden A. B. C. An Trinkwassermangel ist nicht zu denken. S. H. jun., K. Zu allgemein, für uns leider unver- -wendbar. Robert T., Brünn. Das Gedicht „Heimat" ist sehr ansprechend durch den warmen Ton. Die Verse und speziell die Reime lassen aber zu wünschen übrig. Vielleicht etwas anderes. L. J. Kino. „Moriah", Lemberg, Rynek 12. Frl. Anna Fuchs, Beleluja. Solche Anzeigen sind für uns schwer unterzubringen, da uns die betreffenden Rubriken fehlen. Nichts für ungut. Gruss. N. F., Jaworzno. Anonyme Zuschriften können wir nicht berücksichtigen. Max Nacher. Wir bitten noch einmal um Geduld. Dr. Werner wird Ihnen nächstens brieflich antworten, bis die Manuskripte gesichtet sind. Gruss. Iwri, Czernowitz. Wir werden Ihnen ehestens definitive Antwort geben. F. Z., Bielitz. Auskunft erhalten Sie am besten vom österreichisch-ungarischen Konsul. Spontien. Für den jüdischen Nationalfonds : K „Agudas Hazionim", S.......e: Sammlung der Veranstalter des Chanuka-Festes. die Familien: Kabak, Kehno, Schwartz, Redel, Weinberg, Frau Ernestine Weingarten, Frau Pauline ßergmannn, Dr. Leo Weissmann, Baruch Weinberg und Familie Rothstein.......... 252.— Reinertrag des Chanuka-Festes, S ....... e . . . . 152.74 Edmund Moschkowskij anlässlich seiner Verlobung mit Frl. Sabine Seidemann, Zawiercie.........* 12.60 Sammlung S.......e (Spezifikation folgt) R. 38.10= 96.— Sammlung Gebrüder Bachrach, W ...... u: D. L. Hurewicz, Lipec R. 3.—, A. J. Sasmann und S. Gurewicz, Nowosybkow 4.30, M. Neumark und Frau, Romny 1.50, Sch. Slonimski, Selzel & Lipnik, Lodz 2.—-, N. Grafmann, Shitomir 2.—, Dr. D. Torgowez, Rogaczew 1.—, G. Korohodzki, Czernobyl 3.05, Dr. L. Schereschewski, Brest-Lit. 1.—, Dr. J. Schereschewski, Brest-Lit. 1.—, J. Kaufmann, Haissin 28.07, Jakob Dubner, Czernigowka 7.56, M.Weisburd, Owrucz 1.61, M.Wedround A. Saslawski, Lodz 2.—, Elijah Jagalnitzer, Iwantsche 2.80, Israel Bialik 1,80, A. N. Maso, Boryssow 8.28, Boruch Bei söhn, Strizewka 10.—, A. Bruk, Michoselzy 0.55, Gebr. Goldberg und andere 3.50, Zionisten aus Kurow 5.17, Zionisten aus Warschau 0.50, Frau Golde Her, Sompiany 5.—zusammen R. 95.69.......... 241.14 M. Müller, K^smärk, anstatt Telegramm zur Hochzeit J. Weingarten mit Frl. E. Fischer, Pressburg..... —.80 Sammlung beim Vereinsabend „Haschachar", Bielitz . . 4.50 Dr. Josef Traum, Tarnow, anlässlich B'rith Milah seines erstgeborenen Sohnes............... 5.— Jaliresfest der »Kadimah«, K . . . o : „Kadimah" R. 3.—, H. Segal 3.—, L. Sehuwal 0.90, A. Meerowitz 0.36, B. Gurwitz 0.50, Josef Kronik 0.25, Abschiedsfeier des Herrn H. Segal: „Kadimah" 3.—, S. Sehuwal 1.—, G. Beiles 0.50, R. Glückmann 0.50, Blumenfeld 0.50, S. Günstling 0.30, S. Dilon 0.25, Porchowitz 0.25; zusammen R. 14.31................. 36.16 Rosa Herzfeld, Wien................ 2.56 ■?;Agudas Zion", L . . .: M. Ney anlässlich seiner Verlobung mit Frl. Engel Wloclawek R. 5.—, Altmann anlässlich seiner Vermählung mit Frl. Wechsler, Lodz 2.— 17.— Sammlung Ben Zion, Zbaraz: Frl. D. und E. Axelrad K 0.50, Frl. Goldstein 0.50, Zionistisches Kind 0.50, Ben Zion 0.88................. . 2.38 Sammlung L. Raab, Drohobycz, bei dem Kommers der Vereine „Zion* und „Maccabaea" . . ........ 12.18 Sammlung bei Verlobung Frl. Johanna Zuckermann, Eger, mit Stefan Daranyi, Budapest......... 5.— Zion. Gymnasial-Jugend, Radautz . . . . . . ...... 4.40 Sendung Mirski, B.......k: Schüler der hiesigen