Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- 1 (2.1.1903)
- Article
- Ehtos und Physis der jüdischen Rasse
- Date
- 1903-01-02
- Page
- 4 (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 4 „Die & Welt" Hr. 1 Mittelmeerküste brachten, doch noch vorzeitig verschwunden wäre gleich den anderen unzähligen hamosemitischen Stämmen und Stammestrümmern, die sich auf der Länderbrücke zwischen Asien und Afrika bewegten. Der Pharisäismus hat zwar das Judentum in sich erstarren gemacht, aber er hat es zugleich erhalten und hinübergerettet aus der ungeheuren ethnischen Brandung jener Tage in die moderne Zeit. Er ist somit in weit stärkerem Masse noch, als es das Gesetzbuch Mosis und die theokratische Verfassung der vorbabylonischen Zeit gewesen, als ein Ausüuss der Rasseninstinkte anzusprechen, und zwar als das letzte, verzweifelte Sichanklammern dieser Instinkte an ein festes Lebenssystem und eine theokratische Ordnung, mit deren Zusammenbruch sie sich verloren wussten. Dieser Gesichtspunkt von Lagarde und wird noch von so gut wie allen Erforschern und Beurteilern des altjüdischen Glaubens verkannt. Der erstere schreibt (a. a. O.): „Der kalte, gißige Hochmut, welcher aus der Beobachtung dieser (pharisäischen) Gebote floss, wurde noch dadurch gesteigert, dass man ihm einen patriotischen Vorwand in dem rechtsanwaltmassig gefassten Glauben an die Erwählung des gepriesenen Volkes durch Jahve und eine metaphysisch-theologische Widerlage in der den Alten nicht bekannten, in der Kindheit Israels sogar verworfenen, jeden religiösen Wertes baren Lehre von der Einheit Gottes gab." Lagarde rührt hier an das Problem, von dem wir hier handeln, ohne es zu durchschauen. Er bemerkt nicht, dass Religion zunächst überhaupt nicht an einer Ethik zu messen und abzuschätzen ist, dass sie mit dieser, so lange sie „Kultus" ist, im Grunde gar nichts zu tun hat, sondern als höchster, vergeistigter Ausdruck der Lebensinstinkte und des Selbsterhaltungstriebes zu erachten ist Aus diesem „instinktiven" Gesichtspunkte ist auch der Pharisäismus zu würdigen und aus ihm kann man dem letzteren allein gerecht werden. Er war unter den damaligen politischen und ethnischen Verhältnissen in Palästina, in welche sich die Juden eingeklemmt fanden, die einzig denkbare und mögliche Form, in der sie ihr Ethos, ihr rasseninstinktives Lebensgesetz erhalten und verewigen konnten, was ihnen denn auch gelungen ist. Unter jeder anderen wären sie verloren gewesen. Und ihr Hass gegen den Nazarener war darum ein wohlbegründeter, instinktiver. Sie fühlten sofort, dass dessen Lehre, die zwar eine höhere ethische Lebensbasis schuf, zugleich den Untergang der jüdischen Rasse bedeutete. Und diesem widersetzten sich die Pharisäer mit aller Energie, deren ihre Rasse fähig war, darum schlugen sieden Nazarener ans Kreuz. .* So viel zur geschichtlichen Entwicklung und Rassenpsychologie der Hebräer. Bunsen unterscheidet zwei Typen, die im alten Testament eine Rolle spielen und in religiösem Gegensatze zueinander stehen. Die eine diente dem Jehova, die andere dem Elohim. Jene, deren hauptsächlichste Vertreter die Galiläer waren, hat nach dem belgischen Forscher Emil B ur n o u f das symbolische Element in den Kultus des hebräischen Volkes eingeführt. Aus ihr sind die Propheten hervorgegangen, von Melchis e d e c h bis zur babylonischen Gefangenschaft, ihr ist das religiöse Moment in den Psalmen Davids zu verdanken, sowie die immer wiederkehrenden Weherufe der Propheten über das hartköpfige Volk, das sich gegen ihre hohen Lehren verstockt und durch seinen wiederholten Rückfall in den Aberglauben und Baalsdienst ihren Zorn erregt. Von den neueren Forschern unterscheidet Luschan drei Typen bei den alten Israeliten, nämlich den eigentlich semitischen Stamm von dunkler Komplexion, die lichtfarbigen, rotblonden und blauäugigen Amoriter (die Amaur oder Tamehu der Egypter), denen er arische Herkunft zuspricht, und die armenoiden C h e t i t e r, auf die er den rundköpfigen Typus mit gebogener Nase unter den heutigen Juden zurückführt. Damit kommen wir von den ethnologischen Momenten zu den anthropologischen Merkmalen der jüdischen Rasse, die sich in der Tat in einen rundköpfigen und einen langköpfigen Typus trennt, welche Unterscheidung uns die vollgütigste und treffendste zu sein scheint, da nach den Forschungsergebnissen Otto Ammons die Schädelbildung überall mit der seelischen Veranlagung in Korrelation steht. Bekanntlich teilt man die europäischen Juden in den spanisch-portugiesischen Zweig der Sephardim und den deutsch-polnischen der Aschkenasim und schreibt jenem die höhere geistige Veranlagung, diesem den überlegenen geschäftlich - praktischen Sinn zu. Die Sephardim haben die Gelehrten, Philosophen und Denker der jüdischen Rasse gezeitigt und Spinoza ist ihre Krönung. Man will nun eine entsprechende Unterscheidung nach der Schädelbildung nicht gelten lassen, dergestalt, dass den Sephardim vorwiegend der Langkopf, den Aschkenasim der Rundkopf zukäme, wie es der „seelisch-geistigen Veranlagung" dieser beiden Zweige entsprechen würde. Mag dies gleichwohl nicht erwiesen sein oder sieh nicht erweisbar feststellen lassen, da der Uebergänge und Zwischenstufen, wie bei jeder Rassen abstuf ung, natürlich .unzählige sind, so ist doch der Schluss von der seelisch-geistigen Veranlagung im allgemeinen auf die Schädelbildung ebenso berechtigt, wie umgekehrt und die Herkunft der beiden Zweige, nämlich ihr jeweiliger Weg, den sie bei ihrem Einzug in Europa genommen, bekräftigt diesen Schluss. Die Sephardim kamen über Nordafrika nach Spanien; sie haben sich auf diesem Wege mit dem langköpfigen maurischarabischen — vielleicht auch mit dem ebenfalls langköpfigen negritischen — Element gekreuzt und auf der pyrenäischen Halbinsel trafen sie noch dazu mit germanischem zusammen. Die religiösen Verfolgungen des 16. und'17. Jahrhunderts veranlassten dort zahlreiche Uebertritte der Juden zum Katholizismus. Wenngleich diese meist nur äusserlicherNatur waren und zumSchein geschahen, sb[zogen sie doch zahlreicheKreuzungen mit der herrschenden spanischen Bevölkerüngsschicht nach sich, die vorwiegend germanischen Geblüts war» Alle diese Elemente, welche wir hier aufgeführt haben, nämlich zwei, vielleicht drei langköpfige Rassentypen, sind somit in den Sephardim vertreten und es kann wohl keine Frage mehr sein, dass der Langkopf das Charakteristikum der letzteren ist, der zugleich mit ihrer seelisch-geistigen Veranlagung in Korrelation steht. Die Aschkenasim andererseits haben den Weg über Kleinasien und Russland genommen und sich auf diesem nachweislich mit mongolischem Element gekreuzt, wofür die Chazaren ein lebendiges Dokument bilden, welcher tatarische Stamm in der Krim während des 8. Jahrhunderts in so starkem Masse jüdisches Blut in sich aufgenommen hatte, dass er zum Judentum übertrat und den Jehova-Kultus annahm." Aus dieser Vermischung sind die Karaim hervorgegangen. Der deutschpolnische Zweig zeigt nun unverkennbar mongoloiden Typus; er ist chamäprosop, breitgesichtig mit stark vorspringenden Jochbeinen, untersetztem Körper, kurzen, breiten Händen, während der spanisch-portugiesische 1 e p t oprosop, schmaigesichtig und von höherer, schlankerer Statur mit langen, schmalen Händen ist. All dies sind Merkmale der Blutspuren, welche der eine wie der andere Typus auf seinem weiten Wege nach Europa empfangen und mitgenommen hat. Dolichokephalie, Leptoprosopie und Leptocheirie stehen nämlich ebenso in Korrelation untereinander, wie Brachykephalie, Chamäprosopie und Chamächeirie. Von Natur langköpfige Rassen, wie Germanen und Araber, haben lange, schmale Gesichter bei höher Statur, wo immer ihr Typus rein auftritt; kurzköpfige^ wie die