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Die Welt · 1902-09-19 · 38 (19.9.1902) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
38 (19.9.1902)
Article
Der allrussische Zionistentag in Minsk
Date
1902-09-19
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Die vielen Fragen, welche der Beratung des Kongresses vorgelegt wurden, haben ein Material über den Zionismus und über unsere Volksgenossen zutage gefördert, das die Gegner des Zionismus in- und ausserhalb des Judentums verstummen macht, die Freunde des Zionismus aber mit zuversichtlicher, Hoffnung auf den Erfolg der guten Sache erfüllen muss. Die Artikel, welche die national-russischen Blätter den Verhandlungen des Zionistentag gewidmet haben, beweisen, welche mächtige Wellen der Zionismus überall, auch unter den Nichtjuden, geschlagen, wie tiefernst er sogar in national-russischen Kreisen genommen wird, wo der Zionismus noch unlängst als Utopie bezeichnet wurde. Blätter entgegengesetzter Richtungen und Parteistellungen, wie „Nowoje Wremja" und „Nowosti", „Petersburgskija Wjedomosti" und „Ödesskija Nowosti", sind darin einig, dass der Zionistenlag in Minsk die an Intensität immer zunehmende Kraft des Zionismus deutlich und ziffermässig gezeigt hat. Ein russisches Blatt charakterisiert die Tätigkeit der Minsker Konferenz folgendermassen: „Auf dem Zionistentage zu Minsk wurden verschiedene, nur das Judentum und den Zionismus betreffende Fragen erörtert. Man sprach dort über die Nationalisierung der jüdischen Schule^ über die Hebung des ökonomischen Niveaus der Volksmassen, über die Schaffung von Verbänden gegenseitiger Hilfeleistung und über die Organisation der Zionisten. Die Folge dieser tiefeinschneidenden geistigen Tätigkeit ist, dass jeder die Tatsache von dem Wachstum und der Festigkeit des Zionismus anerkennen muss. Der Zionismus hat sich Aufgäben gestellt, von deren Lösung die Zukunft des jüdischen Volkes abhängt und man kann deshalb behaupten, dass der Zionistentag in Minsk' den ' Triumph des Zionismus bedeutete, welcher in voller Kraft und rasch seinen Zielen zustrebend vor aller Augen erschienen ist. Die Zahl der Delegierten, welche tausende von Zionisten vertraten, der Zufluss neuer Geldmittel und Spenden, endlich das grosse Interesse, welches die russische Gesellschaft der Konferenz entgegenbrachte, das alles spricht deutlich dafür. Dieser grosse Erfolg des Zionismus wird sogar von den Feinden der Bewegung rückhaltslps anerkannt.41 , Und wahrlieh! Die Berichte, welche auf dem Zionisten-Kongresse in Minsk zur Verlesung gelangten, liefern ein kostbares, unanfechtbares Material zur Kenntnis des wahrhaft grandiosen Umfanges, welchen der Zionismus in Russland angenommen hat Aus dem Rechenschaftsberichte des Informations-Bureaus, das noch nicht alle Daten verarbeiten konnte, ersieht man deutlich, wie gross das Netz der Zionistenvereine ist, welches ganz Russland bedeckt, und wie rasch sich die Zahl dieser Vereine vermehrt. In sechs Rayons allein, in denen von Warschau, Jekaterinoslaw, Elisabethgrad, Moskau, Petersburg und Simferopol betrug die Zahl der Zionistenvereine zu Beginn des Jahres 426, welche in den letzten Monaten auf 522 gestiegen ist, sich also um mehr als 22 Perzent vermehrt hat. Im Rayon von Bendery allein befinden sich 60 Zionfstenvereine, in jenem von Kiew 91. Auch die Daten über Schekeleinzahlungen, über den Verkauf von Aktien der Jüdischen Kolonialbank und über die* Sammlungen zugunsten des Nationalfonds, welche die Zionisten-Konferenz zu Minsk zutage gefördert hat, sind unwiderlegliche Belege für das rasche Wachstum der zionistischen Bewegung. Grosses Interesse bot die Debatte über die Kulturarbeit der Zionisten, Sie lieferte den Beweis dafür, dass auf diesem Gebiete energisch gearbeitet yrird, dass eine Fülle von Faktoren einig zusammenarbeiten,- um durch die Hebung des kulturellen Niveaus des jüdischen , Volkes die Nationalisierung und die Wiedergeburt der Juden, herbeizuführen. A c h a d-H a a m hielt eine einstündige Rede, in welcher die Notwendigkeit und die Bedeutung der Nationalisierung der Erziehung der judischen Jugend geistvoll und überzeugend geschildert würden. " "UM uns'scheint, dassdie Frage der Nationalisierung der Erziehung in sich den Erfolg für unsere

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