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Die Welt · 1902-07-25 · 30 (25.7.1902) · p. 15

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
30 (25.7.1902)
Article
Uebergang
Date
1902-07-25
Page
15 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 30 „Die 23k Welt6 Seite 15 „Du dachtest, ich würde verlangen, dass du dich opferst? Nein,..nein, meine Teuro, wir sind nicht in Indien, wo die Witwen ihrem toten Manne zuliebe lebend verbrannt werden/* Sie murmelte: „Wer hat es dir gesagt.?" „Lea." „Lea! Aber Lea* ist doch darüber sehr ärgerlich!" „Ja_, das ist sie. Sie kam zu mir in grosser Gereiztheit, aber ich sagte ihr, dass alles, was meine kleine Schapsie tut, wohlgetan ist." „Vater!" Mit einem lauten Aufschrei fiel sie ihm um den Hals und küsste ihn. „Aber ist der teure alte Jude nicht gekränkt?" fragte sie halb lächelnd, halb weinend. Die List verlieh ihm Hellsichtigkeit. „Wieviel Judentum steckt in den Männern deiner Schwestern? .Und was ist unsere Basse ohne die Religion?" „Vater, das ist's, was ich immer sage!" rief sie erstaunt. „Denke, was unser Judentum in den teuren alten Tagen von Portsmouth war! Was ist der Sabbat hier? Ein Spott. Keiner deiner Schwiegersöhne schliesst am Samstag sein Geschäft. Aber dort, wie schön war's, wenn der Sabbat kam! Langsam, nach und nach sehlieh er sich ein. Man hörte des Engels Schwingen. Dann lag seine strahlende Gegenwart auf uns, ein heiliger Frieden lag über dem ganzen Hause." „Jawohl, jawohl." Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er sah die Schar der unschuldigen Mädchengesichter an der weissen Sabbat-Tafel. Was hatte London und der Wohlstand ihm an dessen Stelle gebracht? „Und dann die Versöhnungstage, wenn das Widderhorn, ertönte und uns mit einem Schauder unserer Sündhaftigkeit und des ewigen Gerichtes erfüllte, wenn nach unserem Glauben unsere Schicksalsrolle gezeichnet und gesiegelt ward. Wo fühlst du das hier, Vater? Einige von uns fasten nicht einmal mehr." „Wahr, wahr, mein Kind!" Er vergass seinen Part, „Dann bist du ja noch eine gute Jüdin?" Sie schüttelte traurig ihr Haupt. „Wir haben unser Geschick überlebt. Unsere Absonderung ist ein bedeutungsloses Ueberbleibsel." Aber sie hatte einen neuen Hoffnungsschimmer in ihm entzündet. „Kannst du ihn nicht zu uns herüberbringen?" „Wohin? In eure leeren Synagogen?" „Dann trittst du also zu ihm über?" Er bemühte sich, seine Stimme kräftig zu erhalten. „Ich muss wohl; sein Vater ist ein Archidiakon." „Ich weiss," sagte er, obgleich sie ebensogut gesagt haben konnte, ein Erzengel. „Aber du glaubst an —" „Ich glaube an die Selbstaufopferung; das ist Christentum." „Ist es das? Ich dachte, es gäbe da drei Götter." „Das ist nicht das Wesentliche." „Danke Gott!" sagte er. Dann fügte er schnell hinzu: „Aber wirst du mit ihm glücklich sein? Solche Verschiedenheiten in der Erziehung! Fühlst du dich wirklich zu ihm hingezogen?" Sie lachte und errötete. „Es gibt tiefere Dinge als die Erziehung, Vater." „Aber wenn, ihr nach der Hochzeit einen Streit haben werdet, wird er dir immer vorwerfen, dass du eine Jüdin bist." „Nein, Alfred wird das niemals tun." „Dann beeile dich, kleine Schapsie, damit dein alter Vater dich unter dem Trauhimmel sehe." Sie lächelte glückselig. „Aber es wird kein Trauhlmtnel sein." „Wohl, wohl, was immer es sei," sagte er in der erschreckenden Vorstellung, es könnte ein Kreuz sein. (Schluss folgt.) Briefkasten. Dr. A. A., Tarnow. Es genügt, wenn Sie sich an Rev. G. J. Emanuel, Birmingham, wenden. Zionistenkomitee in Temriouk: Herzlichsten Dank und Zionsgruss. MR. inSedziszöw : „Hameliz", St.Petersburg,Torgowaja 17. E. K. in Gliniany: Wir können Ihnen nur empfehlen, in Ihren Bemühungen fortzufahren. Wie Sie aus unserer jüngsten Nummer ersehen, können auch bemerkenswerte materielle Erfolge e«zielt werden. Auf mehrere Anfragen teilen wir mit, dascs Major E. Gordon Parlamentsmitglied und Präsident der Liga der britischen Brüder ist. * Gesinnungsgenossen! Agitiert beizeiten für Palästina-Ethrogim! :nr?Ki nns h owxn lrn* bx l b k i «r p i k ■ •» a "n n k nnnn njn& myn ibinwn Spenden. Für den jüdischen Nationalfonds: Sammlung der Herren M. Glikin, B. Frumkin und J. Kirschroth in Warschau anlässlich des am 20. Sivan eingetretenen 20jährigen Jubiläums der Tätigkeit des Herrn Israel Beikind, eines der ersten -j^i^ Pionniere in Palästina, („Karmel* Kübel 5.—, M. Feldstein 5.—, „Achiasaf" 3.—, „Tuschija" 3.—, Dr. Jasinowski 3. — , Doktor Poznaiioki 3.—, Red. N. Sokolow 3.—, Dr. J. Kohr 3.—, W. Glu-kin 3.—, Lewin-Epstein 3.—, Deboi ah Zivin [Stnol«-nsk] 3.—, Israel Bachrach 2—, Dr. Dawidsohn 2.—, Ked. Dr. Gurwitsch 2.—, Red. M. Spector 2 —, Dr. Minz 2.—, Dr. Soloweitschik 2.—, Chazanoff 2.—, Josef Lewite 2.—, Rafael Kess 2.—. J.Ludwinowski2.—. M.Schei eschewski 2.—, A. Eliascheff 2.—, Dr. Hindess 1.—, Red. Dr. Lurie 1.—, Dr. Eliascheff 1.-, Dr. Borel 1.—, Dr. M. Gottlieb 1.—, Dr. Choronzytski 1.—, Dr. Frenkiel 1.—, Red. S. Gordon 1—, J. Joseleff 1.—, S. Guttmann 1.—, Agr. J. Einhorn 1. — , Weizmann 1.—, M. Resewski 1.—, G. Strelcin 1.—, M. Kahan 1.— , L Lewin 1.—, J. Brojdo 1.--, A. Silbermann 1.—, Stawski 1.—, M. Steinberg 1.—, A. Podlischewski 1.—, S. Sokolowski 1.—, Dunajewski 1.—, M. Kohn 1.—, Kaplan 1.—, H. Teplizki 1.—, F. Zetlin 1.—, Mme. Lia Pruzanski 1. —, Mme. Pua Rakowski 1.—, Mme. Sarah Glikin 1.—, Frl. Schoschanah Natansohn 1.—, Frl. Bassenspieler 1.—, Frl. Kiriasefer 1.— N. N. 1.—, H. H. 1.—, stud. B. Frumkin —.70, stud. D. Wurzelmann —.50, Moses Glikin —.50, Joffe — 50, Ch. Ginzburg —.50, Frl. E. Rabinowitsch —.50, Frl. II. Rabinowitsch —.50, Mme. Chajah Jachness —.30), zusammen Rubel 100.— Kronen 253.—, Dr. D. A. zum Andenken an den vt>rewipten Herrn Moses D. Alkalay, Chacham und Prediger in Wien, Pfund Sterling 10.— 240.—, Anlässlich der Bar Mizwah des Meier, Sohn des Michael Friedland in Warschau (die Mutter Rubel 13.—, der Vater 13.—, der Bar-Mizwah 13.—, die Brüder 13.—, N. N. 5.-, N. N. 2.—, Harkawi 2.-, G.M.3.—, Pinchosl.—, Menir 1.-, Z. S. 2.- J. Goldberg 1.—, M. Minz 2.—, Sz. Pape 2.—, A. Charlampow 1.—, A.Pines 1.—, Eljaschew 2. —, Dr. J. Lurie 1.—, L. Silberbaum 2.—, G. Glücksmann 2. — , Dr. Sz. Mintz 3.—) zusammen Rubel 85.— 215.— , Komitee „Bnei Zion" Warschau, zum Andenken an den Vater des Dr. Herzl 16,95, Verein „Zion8 Belgrad, zum Andenken an den Vater des Dr. Herzl 47.65, Anlässlich der Vermählung Max Goldreich mit Frl. Sidonie Mendel, Köln (K. Kurzmann —.60, Hurwitz —.60, Verein „Sulamith", sämtlichinRzeszöw—.60) 1.80, Familie Riesel, Samoluskowce, anstatt Telegramm zur Hochzeit Elias Katz, Choroskow mit Frl. Rosalie Sonnenschein, Dzwiniacz—.57, Büchsensammlung in Czortkow (bei Hersch Stekel3.64, Moses Hellerbach 1.73, Markus Glatter 2.—, Meier Lande—.24, Solom Hausner —.50, Moses Ch. Jäg^ndorf 3.70, Markus Lande 6.—, Chaim H. Hellmann —.60, Kreditanstalt 4.42) ab Porto 22.78, Sammlung Ing. Thieberger beim Ausflug des Bielitzer zionistischen Frauen- und Mädchenvereins 4.97, Jüdische Leihbibliothek, Prerau anläs^lich der Neuwahl 3.97, A. Friedmann, Resicza, anstatt Telegramm zur Hochzeit Eugen Fenster mit Frl. Fanni Klassner in Horodenka —.60, Verein „Kadimah" Galatz (Braunstein-Paves und Josef Frisch, Sammlung bei der Vermählung des Herrn Froimann mit Frl. Drucker Francs 4.—, Braunstein-Paves und Isidor

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