Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 20 (16.5.1902)
- Article
- Thesen zum Referate "Die praktischen Aufgaben und Ziele der Organisationen"
- Date
- 1902-05-16
- Page
- 8 (sequence 3)
- Language
- German
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Seite a , 99Dte: 3^: Wdtt^ Nr. 20 Die stete Propagierung und Informierung unserer Presse, die Gründung und Erhaltung von Turnvereinen,. Gesangsvereinen, Toynbee-Hallen, Bibliotheken etc. gehört bereits früher zu den selbstverständlichen Bethätigungen unserer Organisationen. Wir müssen nur die von uns geschaffenen Institutionen im Auge behalten, unser Interesse und unsere Aufmerksamkeit stets darauf richten, dass die Tendenz, die mit diesen Gründungen zum Ausdrucke kam, nicht verwischt werde. Unsere Institutionen sollen, soweit dies technisch möglich, nicht nur für organisierte Zionisten, sondern für alle Juden sein. Stets aber soll der leitende und waltende Geist den sichtbaren Stempel unserer ehrlichen und offenen jüdisch-zionistischen Gesinnung tragen. Die Organisationen müssen aber tadellos functionieren und sehr gut discipliniert sein, damit sie nicht versagen, wenn sie in Fragen der Politik, der Eroberung der Cultusgemeinden oder anderer wichtiger Gesammtinteressen zur Arbeit gerufen werden. Mit diesem Materiale ausgerüstet, hat die Agitation es in der Hand, auch den Gegnern zu beweisen, dass unser Streben weder ein schädigendes, noch ein zu entbehrendes ist, dass eine Unterstützung unserer Sache nicht Schwärmerei, sondern ernste sociale Erkenntnis und ein ehrliches, tiefes Mitgefühl mit dem unverschuldeten Elend unserer Stammesgenossen voraussetzt, und wird viele, die bisher ferne standen, zur Anerkennung und vielleicht zur Mitarbeit bewegen. Zweite Thesen zum Referate: „Ueber die nächsten Aufgaben der einzelnen Organisationen", i Von Dr. Ludwig Goldwasser, Krakau. I. In organisatorischer und agitatorischer Richtung: a) Die Schaffung von statistischen Bureaux durch die einzelnen Vereine, respective an den Orten, wo mehrere Vereine bestehen, durch den Vereins-Verb and. 1. Form der Arbeit: Nach den Weisungen der Berliner Bureaux. 2. Beschaffung der Mittel: Durch die Vereine, eventuell durch den Vereins-Verb and. 3. Controle: Vierteljähriger Bericht an das D.-C, (eventuell Kreis-C.) durch dieses an das L.-C. b) Creierung von Wanderrednern — obliegt dem D.-C. 1. Inhalt der Reden: Erklärung des Zionismus und agitatorische Vorträge. 2. Mittel: Subventionierung seitens des A.-C. 3. Controle: Halbjähriger Bericht durch das D.-C. an das L.-C. 4. Die Wanderredner haben zugleich das statistische Material an den Orten, wo sie ihre Thätigkeit entfalten und wo keine Vereine bestehen, zu sammeln. c) Die Ernennung von Vertrauensmännern an Orten, wo keine Vereine bestehen. 1. Die Ernennung erfolgt auf Antrag des D.-C. durch das L.-C. 2. Halbjähriger Bericht derselben an die nächste Instanz, 3. Wirkungskreis: Schekel, Nationalfonds, Initiative zur Gründung von Vereinen, Veranstaltung der Versammlungen und Empfang des Wanderredners. IL In Bezug auf die geistige und ethische Hebung der jüdischen Volksmassen: a) Schaffung von jüdischen Volksuniversitäten, resp. Toynbee-Hallen an allen Orten, wo Vereine bestehen (resp. Anlehnung an die bereits bestehenden nichtzionistischen Institutionen), Errichtung von Filial-Abtheilungen an den kleineren Ortschaften durch die betreffenden bereits bestehenden Institutionen, eventuell Entsendung von Rednern zur Abhaltung populär-wissenschaftlicher Vorträge ausserhalb des Sitzes dieser Anstalten. 1. Muster: Jüdische Toynbee-Halle Wien, eventuell polnische Volksuniversität Krakau, Lemberg. 2. Thema: Allgemeines Wissen mit vorwiegender Berücksichtigung der Judaica. 3. Initiative seitens der Vereine. 4. Controle: Vierteljähriger Bericht an die nächste Instanz. 5. Mittel: Sammlungen, Mitglieder-Beiträge der zu gründenden Vereine, Subventionierung seitens der Cultusgemeinde. b) Herausgabe von populär-wissenschaftlichen Broschüren in jüdischer Sprache (Jargon), wie auch volkstümliche wohlfeile Ausgabe der besten Werke der modernen jüdischen Literatur im Original (zum Beispiel einzelne Erzählungen von Perez, Auswahl der Gedichte von Rosenfeld). 1. Durchführung obliegt der galizischen Organisation unter Mitwirkung des L.-C. 2. Mittel: Subvention seitens des A.-C. und des L.-C. 3. Controle: Bericht an den Parteitag. c) Regelung des jüdischen Unterrichtswesens, vorläufig durch Sammlung des Materials betreffs der Chadarim und Baron Hirsch-Schulen: 1. Durchführung obliegt den durch die Vereine zu gründenden statistischen Bureaux unter Mitwirkung der D.-C. % Bericht an das L.-C. III. Zur körperlichen Hebung der Juden, a) Gründung von jüdischen Turnvereinen, beziehungsweise Anschluss an die bereits bestehenden, vorläufig an den Orten, wo die D.rC. und K.-C. ihren Sitz haben. 1. Initiative durch die betreffenden Org.-C. 2. Mittel: Vereinsbeiträge und Subvention seitens der Cultusgemeinden und anderer Corporationen, wie „B'nei B'rith". 3. Controle: Bericht an das L.-C. im gewöhnlichen Instanzenzuge. IV. Zur Hebung der wirtschaftlichen Lage derjüdischen-Kleinhändler und Kleinhandwerker: a) Gründung von Spar- und Vorschusscassen, vorläufig an den Orten, wo die D.-C, respective K.-C. ihren Sitz haben — bei Ausdehnung ihrer Thätigkeit auf das Districtsgebiei 1. Muster : Prag und Kolomea. 2. Mittel: Subventionen seitens des A.-C, eventuell Jüd. Col.-Bank, Cultusgemeinden, B'nei B'rith, Subscription, Mitgiiederbeiträge. 3. Controle: Bericht an den Parteitag. Thesen zum Beferate: „Stellungnahme zu den Congressen". Von Max Hickl, Brünn, 1. Vor Tagung der Weltcongresse beruft das österreichische L.-C eine Conferenz der D.-C. ein, um zu den einzelnen Punkten des Congresses Sellung zu nehmen. An der Conferenz nehmen theil: die Mitglieder des L.-C und .der D.-C 2. Bei der Conferenz gelangen folgende Punkte zur Tagesordnung: a) Nominierung der Delegierten für den Congress. b) Stellung der österreichischen Delegierten zu den einzelnen Punkten des Congresses,