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Die Welt · 1902-04-11 · 15 (11.4.1902) · p. 5

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
15 (11.4.1902)
Article
Der Dritte im Bunde
Date
1902-04-11
Page
5 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 15 ,Dle & Weit44 Seite 5 Wahr ist vielmehr, dass das ganze ausgewiesene Capital sich im Besitze, der Bank befindet und somit für jede bezahlte Ä'ctie mindestens der volle Gegenwert von 20 sh gleich 1 Pfd. Strl. sich in den Cassen der Bank befindet. Es. ist im Weiteren unwahr, dass „die Bilanz im Londoner „Jewish Chronicle" eine „ähnliche" Beleuchtung gefunden hat". Wahr ist vielmehr, dass der „Jewish Chronicle" genau die gleiche Notiz vom gleichen Tage aus demselben Ursprungsorte (Berlin) brachte, wie der Mainzer ,Israelit". Es ist ferner unwahr, dass „einzelne Ziffern in der Bilanz unverständlich und räthselhaft sind". Es ist daher unrichtig, dass „der Aufsichtsrath der Bank eine Beleuchtung dieser Ziffern zu publicieren gehabt hätte". Es ist ferner unwahr, dass „der Aufsichtsrath der Bank nur einige der in den Auslassungen des Mainzer „Israelit" und „Jewish Chronicle" gebrauchten Ausdrücke aufgegriffen hätte, um bei den Gerichten die Strafverfolgung der beiden Blätter einzuleiten". Wahr ist vielmehr, dass der Sollicitor des Jewish Colonial Trust, Mr. Harry R Lewis (6. Old Jewry London E. C.) unter dem 24. März 1902 in seiner Zuschrift an den «Jewish Chronicle* alle diese Darstellungen und Vermuthungen in allem und jedem für falsch und unbegründet erklärt hat und dass er im Namen der Jüdischen Colonialbank sich alle weiteren Verfahren, welche in Betracht des in Frage stehenden Artikels noch zu treffen sind, vorbehalten hat. Wahr ist ferner, dass der „Jewish Chronicle" diesen Brief des Sollicitors in der Nummer vom 28. März 1902, also eine volle Woche vor Erscheinen des hiermit berichtigten, in der Nummer 14 der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom 4. April 1902 erschienenen Artikels vollinhaltlich gebracht hat und daran eine redactionelle Erklärung geknüpft hat, in welcher es unter anderem heisst, „dass die Redaction des „Jewish Chronicle" ihr tiefes Bedauern, sowie ihre aufrichtige Entschuldigung wegen dieser Veröffentlichung ausdrückt." Wir fordern Sie auf, den Empfang dieser Berichtigung zu bestätigen. Im Auftrage des Aufsichtsrathes des Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited in London. Dr. Kahn Dr. Kokesch Hof- und Gerichtsadvocat Hof- und Gerichtsadvocat. Inzwischen hat in seiner Nummer vom 7. April d. J. der Mainzer „Israelit'4 folgende Berichtigung gebracht: Köln, 1. April. „In der zweiten Beilage zu Nr. 23 Ihrer Zeitschrift brachten Sie einen Bericht über die „Zionistische Colonialbank", dessen Behauptungen und Schlussfolgerungen von Anfang bis zu Ende unwahr sind. Unwahr ist erstens, dass circa 54.000 Pfund Sterling „aus den sorgsam zu behütenden Cassen der Bank spazieren gegangen sind", unwahr ist, dass die Bank überhaupt noch kein Geschäft macht, unwahr ist insbesondere die aufgestellte Vermuihung, dass hinter den erwähnten, eine Million übersteigenden ausstehenden Posten ganz oder zum grössten Theiie „Geschenke" ä fonds perdu an türkische Ceremonienmeister und andere Functionäre zu verstehen seien. Unwahr ist ferner, dass die Correspondentenposten in der Höhe von 40.228 Pfund Sterling effectiv der Bank nicht zugeflossen seien, ebenso ist es unwahr, dass die Activpost „Eigene Effecten" (25.661 Pfund Sterling) sich auf nichtverkaufte eigene Actien und die Depots ohne fixe Termine (29.575 Pfund Sterling) auf Beträge beziehen, die von zionistischen Gruppen unbezahlt geblieben sind. Unwahr ist auch, dass die Zinseneinnahmen der Bank während ihres ganzen Bestandes mit 2041 Pfund Sterling fungieren, wahr ist dagegen, dass diese Zinsen einnähme seit der letzten Veröffentlichung für die Monate Jänner und Februar 1902 gebucht worden ist, während die Einnahmen für das Jahr 1900 und 1901 nach den früheren Veröffentlichungen der Bank 5695 Pfund Sterling und 7403 Pfund Sterling betragen haben. Endlich ist demnach auch die Schlussfolgerung unwahr, dass mehr als die Hälfte des eingezahlten Geldes bereits verschwunden zu sein scheine. Von all den aufgestellten Behauptungen ist vielmehr das Gegentheil wahr, dass für jede vollbezahlte Actie mindestens der volle Gegenwert von 20 Schilling 1 Pfund sich im Besitze der Bank befindet. Im Auftrage des Präsidiums des Aufsichtsrathes der Jüdischen Colonialbank (Jewish Colonial Trust) Limited. Dr. Bodenheiaier, Rechtsanwalt." Das genannte ßlatt findet es für angezeigt, an diese Berichtigung einige Bemerkungen zu knüpfen, welche geeignet sein sollen, den „Irrthum" ihres Correspondenten „sehr verzeihlich" zu machen. Unter anderem hat der „Israelit* die Stirne, zu sagen: „Wenn die Gelder zum Discontieren von Wechseln und für Hergabe von Vorschüssen verwendet wurden, so sind sie zweifelsohne aus der Casse der Bank „spazieren gegangen". Wie man da berichtigen kann, dass dies unwahr ist, verstehen wir nicht/ Nun, dem ehrenwerten „Israelit" wird die Gelegenheit geboten werden, das alles zu verstehen. Deutsche Unternehmungen in Palästina. DieU. S. Consula r-R e p o r t s bringen in ihrer letzten Ausgabe einen Bericht des amerikanischen Consular- Agenten Einest L. Harris, datiert aus Eibenstock, den!Ä Jänner d. J. dem wir folgende Stelle über „Deutsche Unternehmungen in Palästina" entnehmen : „Während des letzten Decenniums bemerkt man in Palästina nicht zu verkennende Fortschritte, die dem deutschen Unternehmungsgeiste zugeschrieben werden müssen. Deutsche Colonisten, Kaufleute und Landwirte sind im Begriffe, diesen Theil der Levante aus tausendjährigem Schlaf zu wecken. Vor drei Jahren wurde eine deutsche Bank in Jerusalem mit einer Zweigniederlassung in Jaffa errichtet, welche im Jahre 1901 15 Millionen Dollars Umsatz hatte. Die Gewässer des Todten Meeres, welche durch Jahrhunderte kein Ruder gesehen haben, werden jetzt durch deutsche Motorboote durchkreuzt. Eine directe Communicationslinie ist zwischen Jerusalem und Kerak eröffnet worden, der alten Hauptstadt von Moab, von welcher aus die Karawanenstrassen in die arabische Wüste ihren Ausgang nehmen. Es ist auch kein Zweifel, dass deutsche Unternehmer die Ausbeutung der Phosphatfelder zu beiden Seiten des Jordans in Angriff nehmen werden, sobald die Transportverhältnisse genügend ausgestaltet sein werden, um das Unternehmen zu ermöglichen. Vor einigen Jahren hatte Deutschland sein Augenmerk auf Kleinasien und andere an Palästina angrenzende Länder,, als für die Entwicklung des deutschen Handels geeignet, gerichtet. Die Bagdad-Bahn, welche Anatolien durchqueren, die bedeutenden Ströme Euphrat und Tigris überschreiten und bis an die Gestade des persischen Meerbusens führen wird, ist ein Unternehmen von hoher Bedeutung, nicht

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