Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 2 (10.1.1902)
- Article
- Zeitungsstimmen
- Date
- 1902-01-10
- Page
- 12 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite IS „Die & Welt" Nr. 2 Bilder vom Gongress. Man hörte vor dem Congresse Propheten, die der strengen Jahreszeit einen schädigenden Einfluss auf die Besuchsziffer beimassen. Hoffentlich haben sich einige von diesen weisen Thebanern selbst überzeugt, welch schweres Unternehmen es war, von einem Ende des Congresshauses an das andere gelangen zu wollen, mitten durch das dichte Gedränge der zahllosen Gäste. Mehrere grosse Säle, eine unübersehbare Flucht von Zimmern und langen Corridoren waren bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, und der Sturm um Gast- und Journalistenkarten wurde an zwölf Vertheilungsorten nur mit grösster Mühe bewältigt. Trotz des enormen Fassungsraumes des Congresssaales gab es immer noch eine Unzahl Leute, die nicht hereingelassen werden konnten. Nachweislich ist dabei, dass mehr als ein Drittel der Gäste durchaus nicht eine leichte Gelegenheit ausgenützt hatte, sondern eine Reise aus weiter Ferne mit mehrtägiger Fahrt nicht gescheut hatte, bloss um die Verhandlungen zu hören. Im Congressbureau regnete es Reclamationen von Besuchern, die Fahrkarten aus Russland, Norddeutschland, England und Frankreich vorzeigten. Die Delegiertenliste ist eine geographische Musterkarte. Wie bei allen früheren Congressen, gab es eine russische, deutsche, französische, österreichische, englische, amerikanische, italienische, bulgarische Landsmannschaft u» s. w. Aber nur die Grenzen der Erde sind die Grenzen des Zionismus. Der Neuseeländer Veldt, Schapira aus Tschita an der mandschurischen Grenze und Ingenieur Kessler aus Transvaal bieten durch ihre Anwesenheit den Beweis dafür. Eine wochenlange, alljährlich wiederholte Fahrt, voll Mühsal und Entbehrungen, zum Zionistencongresse; besser kann nicht gezeigt werden, wie die Congresse auf ihre Theilnehmer fortwirken. Wer jemals den Sitzungen eines Parlamentes bei einer trockenen Berathung beigewohnt hat, wird die Art der Theilnahme der Delegierten an den Congressarbeiten zu schätzen wissen. Sitzung folgte auf Sitzung mit allerkleinsten Pausen von früh bis früh, und selbst in letzter Stunde ergaben die Auszählungen des Hauses kaum das Fehlen Einzelner. Auf unseren Congressen gibt es keine „Durchpeitschung", und selbst der kleinste Paragraph und Antrag fand seine scharfen Kritiker. Wir können stolz unseren Gegnern den Ausspruch eines Galleriebesuchers vorhalten : Es wird gearbeitet über alle Kräfte. * Die Russen leisteten noch mehr. In ihrer Landsmannschaft wurden schon seit einer Woche vor dem Congresse Vorbesprechungen abgehalten, und unter welchen Bedingungen, muss man gesehen haben. Ergraute Doctoren debatierten mit den jungen Stürmern, Studenten und Studentinnen, von früh bis nachts; und so gross der Saal war, stets war er zum Erdrücken voll. Man lernte die Leute bewundern, die ihren Körper so misshandelten, wenn es ihren Idealen galt. Die Berathungen trugen auch ihre Früchte. Präcis und einheitlich kennzeichneten die Russen im Congresse ihre Stellungnahme zu jedem Punkte der Tagesordnung. * Ueber die Kunstausstellung kann es hier nur ein Laienurtheil geben, ein freudiges, dankbares. Wie Israels die Schönheit auf seiner Leinwand concentriert, dafür sind Worte unzulänglich. Seine Gruppen sind unser, der Juden, Stolz, und mit einem Gefühle der Weihe bewunderten wir auch in Basel diesen König der Bildner. Was Lilien schafft, geht weit ins Volk. Seine Figuren und Ornamente machten den persönlich Anwesenden zum Liebling aller, und man bedauerte nur, dass die Originale der meisten Reproductionen nicht mehr käuflich waren. Jehuda Epstein (Wien) hat einen wundervollen „Hiob" ausgestellt von eigenartiger Kraftwirkung und imposanter Grösse der Gestalten. Diesem Bilde reiht sich würdig die Studie zu den „Makkabäern" an, die Matathias an der Leiche des Abtrünnigen zeigt, das Volk zum Kampfe aufrufend. Lesser Ury hat seine dämonischen Erscheinungen in Studien zu „Jerusalem und Jeremias" sehen lassen und sehr starke Wirkungen erzielt. Alfred Lakos (Budapest) und Struck (Berlin), ersterer mit einem vorzüglichen Bilde „Juden nach einem Trauerfall", letzterer mit einer Serie feingezeichneter Judenköpfe. Reproductionen von Kischinewsky etc., vervollständigen das Ensemble der Ausstellung. Die Bildhauerkunst war durch die vollendeten Masken „König Salome-" und „Ahasver" vertreten, die Architektur durch Zeichnungen und Pläne des Architekten Marmorek, deren eigenartiger Stil das grösste Interesse der Congresstheilnehmer hervorrief. * Zeitungsstimmen. In Folgendem lassen wir die erste Liste der Journale folgen, die Nachrichten vom Congresse gebracht haben. Die Anzahl und die Gruppierung der angeführten Namen nach Ländern zeigen uns klar, dass der Zionismus in der Discussion der ganzen Welt steht. Die Grösse unserer Idee erhellt die Köpfe, und freudig können wir constatieren, dass fast alle Blätter von Ruf unsere Unternehmungen eingehend und mit würdigem Ernste besprechen.Nachrichten und Besprechungen brachten : „World" (New-York), „Journal de Marseille", „Nouvelles Mustapha" (Genf), „Journal d'Alsace (Strassburg), „Black and White" (London), „Monthly review" (London), „Svenska Dagbladet" (Stockholm), „Westungarischer Grenzbote" (Pressburg), *Globotf (Madrid), „Vjedomosti" (Petersburg), „Tribuna" (Rom), „Memorial'4 (Namur), „Patriote" (Brüssel), „La Fronde" (Paris), „Standard" (London), „Corriere della Sera" (Milan o), „Hamburger Fremdenblatt", „Bukarester Tagblatt", „Neue Züricher Zeitung*, „Strassburger Post", „Gablonzer Tagblatf, „Newcarth Chronicle" (London), „European" (Paris), „Newcastle Chronicle" „Neue preussische Zeitung" (Berlin), „Republique" (Bordeaux), „Journal de Rennes", „Independance Beige", „II Credente Cattolino" (Lugano), „Solothurner Anzeiger", „Bohemia" (Prag), „Temps" (Paris), „Independance" (Belgien), „Daily Messenger" (Paris), „XlXeme Siecle" (Paris), „Petite Republique" (Paris), „Siecle" (Paris), „Manchester Evenhig Chronicle", „IiDovere" (Bellinzona), „Voltaire" (Paris), „Luzerner Tagblatt*, „Le Francais" (Paris), „New-York Herald", „La France<k (Bordeaux), „Telegraaf" (Amsterdam), „Mornin£ Advertiser* (London), „Exprcs du Midi" (Toulouse), „Radical de Marseille", „Verite Fran^aise" (Paris), „Est Republicaine" (Nancy), „Standard" (London), „Petit National" (Paris), „Christian Commonowealth" (London), „Tribüne de Geneve", „Patriote" (Angers), „France Chretienne", „Genevois" (Genf), „MorningPost" (London), „Sunday Times" (London), „Echo" (London), „Observer" (London), „Patria" (Rom), „Kölnische Zeitung*/ „The Star" (London), „Petit Comtoil" (Besancon), „Expres de Lyon", „LrAurore" (Paris), „LTmpartial" (Paris), „Manchester'Courier", „Daily Mail", „Liverpool Mercury", „Standard" (London), „Lectura" (Madrid), „People" (Coudres), „LaCroix" (Paris), „MorningAdvertiser" (London). „Financial News* (London), „Prager Tagblatt", „BreslauerZeitung", „DresdenerNachrichten", „Tagblatt der Landschaft" (Basel), „Sunday Sun" (London), „Morning Leader" (London), „Budapest! Hirlap" (Budapest), „National" (Madrid), „Liberte" (Fribourg), „Berliner Local-Anzeiger", „Sarthe au Mans", „Sunday special" (London), „Giornale d'Italia" (Rom), „Gazette de Lausanne", „Croix de L'Aube* (Troyes), „Courrier de La Plata" (Buenos-Ayres), „Gazette de France" (Paris), „Freemans Journal* (Dublin), „Daily Telegraph", „PallMall Gazette", „Odesski Novosti" (Odessa), „Daily Chronicle" (London), „Bi^hamPost", „St. Petersburger Herold", „Extrablatt" (Wien), „SchlesischeZeitung" (Breslau),„BelfastNews", „Sunday Times" (London), „Journal de Geneve" (Genf), „Gazette de Lausanne", „Wiener Morgen-Zeitung", „Neues Wiener Tagblatt", „Neues Wiener Journal", „La Suisse Liberale" (Neufchätel), „Berliner Neueste Nachrichten", „Baseler Nachrichten", „National-Zeitung" (Basel), „Staatsbürger-Zeitung" (Berlin), „Rumänischer Lloyd" (Bukarest), „Dresdener Zeitung",„ThurgauerZeitung"(Frauenfeld),„Postfi< (Berlin), „Hamburgischer Correspondent;\ „Libre Parole" (Paris), „Vosinsche Zeitung" (Berlin), „Neue Züricher Zeitung", „La Patrie" (Paris), „Landschafter" (Liestal), „Daily Graphic" (London), „Times" (London), „Freemans Journal" (Dublin),