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Die Welt · 1902-01-10 · 2 (10.1.1902) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
2 (10.1.1902)
Date
1902-01-10
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, EX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction täglich von 72I2—72l Uhr« Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg, 14.—, halbjährig Shg. 7—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Do}l. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 2 Wien, 10. Jänner 1902. 6. lahrgang ber fünfte Zionisten-Congress. Mittheilung an die zionistischen Vereine. Einem Congressbeschlusse zufolge sind nunmehr alle zionistischen Vereine verpflichtet, das Organ der Partei „Die Welt", zu abonnieren. Hiermit soll einem oft und dringend empfundenen Bedürfnisse, einen zweckmässig organisierten Nachrichtendienst tür die ganze Bewegung einzuleiten, entsprochen werden. So werden in den nächsten Nummern dieses Blattes Berichte und Aufklärungen über die wichtigsten Arbeiten des Congresses erscheinen, und es ist ein absolutes Interesse für die ganze Bewegung, dass diese Mittheilungen direct an die Vereine gelangen. Mit dem obligatorischen Abonnoment der „Welt" seitens der Vereine wird aber auch die weitere Möglichkeit geboten, eine directe Correspondenz zwischen den Vereinen selbst einzuleiten, so dass jeder Verein, beispielsweise ein Verein in Transvaal oder in Argentinien, der irgendwie mit zionistischen Interessenten in anderen Städten oder Ländern Fühlung nehmen will, um ihnen Gelegenheiten jeder Art bekanntzugeben, in der „Welt" einen Sammelpunkt hat, der seine Anregungen, Anträge, Wünsche, Nachrichten etc. in schnellster und sicherster Form zur Kenntnis aller Gesinnungsgenossen bringen wird. Es ist aber selbstverständlich, dass die Redaction der „Welt" nur officiell beglaubigte, das heisst mit der Vereinsstampiglie versehene, kurze, sachliche Mittheilungen zur Veröffentlichung übernehmen kann und alle privaten oder anonymen Schreiben unberücksichtigt lassen muss. Ein Epilog. Von Architeet Oskar Marmorel. Der grosse französische Philosoph Descartes, der Lehrer Spinozas, hat daraus, dass er denke., geschlossen, dass er sei: „Cogito, ergo suhl" Man könnte, diesen Schluss variierend, angesichts dieser neu geschaffenen Vertretung der Juden der ganzen Welt sagen: Wir kommen zusammen, also sind wir; leben wir und doeumentieren damit unseren Willen, auch weiterhin zu leben. Die widernatürliche Mimicry der Juden, die Sucht, sich so wenig wie möglich, als Gesammtheit erkennbar zu machen, gründlich zerstört zu haben, die Unwahrheit der Nichtgemeinsehaft und NichtZusammengehörigkeit aus dem Wege geräumt zu haben, das ist eine der grossen Thaten der Zionisten-Congresse. Den ganzen bisher scheintodtaiVolkskörper durchzuckt es in allen Fasern, Leben ist in die fernsten Glieder gekommen, ein stärkendes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine frische Lebensfreude hat ihn erfasst. Ist das nicht allein schon genug, um die Bedeutung der Congresse zu rechtfertigen? Wenn ganz vergessene Glieder unseres Volkes sich wieder nahem, wie die G'did al Islam in Khorassan, wenn in Süd-Amerika, in Sibirien, in Australien und am Cap, in Marokko und Russland der gleiche Gedanke, das gleiche Gefühl die treuen Judenherzen erfüllt, ist das allein nicht eine neue Epoche im Judenthuni? Ist die Schaffung einer Tribüne, wo der Schmerz und das Leid der Juden, denen sonst keine andere Tribüne zur Verfügung steht, vor aller AVeit dargelegt, wo ihr Hoffen und Sehnen ehrlich und frei ausgesprochen werden kann, nicht eine Errungenschaft, deren Wert und Bedeutung selbst diejenigen anerkennen sollten, die die Ziele der Zionisten noch nicht verstehen, ihren Glauben noch nicht theilen und ihre Erwartungen noch für unerfüllbar halten? Dass dies thatsächlich vielerorten schon eingetreten ist, ist ein Erfolg. Der Hohn und Spott, der unserem ersten Congresse entgegenhallte, ist nach und nach verstummt, durch unser zielbewusstes ernstes und unentwegtes Streben besiegt worden. Jene Gemeindevertretung von München, die vor kaum 5 Jahren unserem Wunsche, in dieser Stadt zusammenzukommen, in brüsker Weise entgegengetreten ist, wird in nicht ferner Zeit diese „Thata als eine nie zu tilgende Schmach in ihrer Geschichte empfinden müssen — wenn es nicht schon heute der Fall ist. Die Achtung der christlichen Welt haben wir uns jedenfalls zu erringen verstanden, wie dies die vielfachen philozionistischen Kund-

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