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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-09 · Heft 43 (9.4.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 43 (9.4.1839)
Date
1839-04-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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III. Jahrgang. 21U A0 M C t U C No. 43. Zeitung -es Zu-enthums. Ein impartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit ASnigl. Sächsischer allergnädigsir* Concrfsion.) Leipzig, den 9. April 1839v Zeitungsnachrichten. Mastricht, 21. März. (Privatmitth.). Wir sehen hier einem frohen Feste entgegen, da man anfangs künftigen Monats, unter besonder» Feierlichkeiten, den ersten Stein einer Synagoge legen wird. — Sie staunen, weil Sie die hiesige Gemeinde kennen, - die weder viele noch sehr bemittelte Mitglieder zählt! aber sind wir nicht Niederländer? Lesen Sie, und Sie werden tief erfreut sein von einem Akte königlicher Munisicenz, wie er.zu den seltensten gehört. Ungeachtet der Mangel einer eigenen Synagoge, schon seit lange hier tief gefühlt würde, so sah man sich doch nur auf den frommen Wunsch beschrankt, da es an Mitteln fehlte, denselben zu verwirklichen. Im Jahre 1835 aber bildete sich eine Commission, welche der Gemeinde vorschlug, durch freiwillig bestimmte wöchentliche Beitrage nach und nach einen Fonds zur Erbauung einer Synagoge zu sammeln. Mit frohem Eifer trug jeder sein Scherflein zu diesem frommen Zwecke bei, und da auch noch andere Gefälle zu diesem Behufs bestimmt wurden, so sah sich die Commission 1838 schon so weit .in diesem Projekte gefördert, da diese freiwilligen Gaben, eine für hiesige Gemeinde enorme Summe aufgebracht hatten, welche noch Zuwachs erhielt, indem die Gelder monatlich auf die Sparkasse' belegt wurden, daß man es jetzt geeignet fand, die wohllöbliche Regierung von unsrem Projekte in Kenntmß zu setzen, und um Beförderung und Unterstützung desselben anzuhalten. — Man wandte sich zuerst-an den städtischen. Rach,, der durch seine Toleranz die Achtung und Liebe aller Bürger besitzt, die Bitte wurde mit Wohlwollen ausgenommen und zufolge Beschluß vom 28. Mai des 'vorigen Jahres gerührte derselbe der Israelitischen Gemeinde einen sehr schönen Bauplatz (wenigstens F. 2000 werth) mitten in der Stadt anzuweisen. — Da aber den Landesgesetzen gemäß, keine Gemeinde Grundekgenthum abstehen oder veräußern darf, ohne besondere königliche Autorisation, so wurde diese höheren Orts' nachgesucht, und zu derselben Zeit auch vom israel. Kirche n-Vorst and eine Bittschrift an Seine Majestät unsren genädkgen König eingereicht;' wobei man den.Plan der Synagoge nebst Schul-Lokat und Küster-Wohnung, so wie den Kostenanschlag hinzufügte; die Mittel aufzählte, die zu Geböthe ständen, daß aber zur Ausführung des Ganzen noch die Summe von F. 6400 rnangele. Erwartungsvoll sah man einem günstigen Resultate entgegen, da die bekannte Mildthatkgkeit unsres geliebten Königs, besonders wo es wohlthatigen Zwecken gilt, uns zu dieser Hoffnung berechtigte. — Aber selbst die kühnste Erwartung wurde übertroffen; da die Israelitische Gemeinde durch eine Kabinets-Ordre von Sr. Majestät unterm 11. November 1838 No. 120, beglückt wurde, worin Höchst 'Dieselben zu verordnen gerührten: - 1) „Daß der Stadtrath zu Maastricht ermächtigt sei, „den fraglichen Bauplatz der Israelitischen Gemeinde un.- „entg eltlich zu übertragen, und'zwar (was in dem Gesuche zu meldenvergessen war:) frei von allen Ko- „sten der Einregistrirung und sonstigen Gebühren." 2) „Daß der israelitischen Gemeinde zum Behufs der „Erbauung einer Synagoge sofort aus der Landeskasse „Sechs tausend vier hundert Gulden (6400fl.) „ausbezahlt werden sollen." ' Welche unbeschreibliche Freude dies verursachte und wie tief diese Wohlthat von den Israeliten empfunden ward, mögen Sie daraus schließen, daß von der ganzen Gemeinde einstimmig beschlossen wurde: Abgeordnete zu ernennen, um Se. Majestät unsrem König persönlich unsren Dank abzustatten. Zu diesem Ende wurden zwei Mitglieder 'des israelitischen Kirchenvorstands erwählt, nämlich Herr I. Kauffmann, Posthaltec und Herr S. Blömendal, Clief de bureau bei der hiesigen Hauptregierung und Forstmeister ad interim zu Maastricht; beide nahmen diesen ehrenvollen Auftrag an, und begaben sich nach der Residenz S. Gravenhage. — Am Mittwoche ist allwöchentlich Audienz, sie ließen, sich auf den 19. December ejnschreiben. Ungeachtet sehr viele 'auf Audienz warteten, hatten die Abgeordneten, als eine Deputation, den Vortritt; und wurden vom di^nstthuenden Kammerherrn zuerst hinekngefühct. .Herr Blömendal hatte die Ehre Sr. Majestät, in holländischer Sprache den Dank abzustatten, welcher ungefähr in diesen Worten bestand: ' Sire! „Die Niederländische Israelitische Gemeinde vom Lim- „burgs Hauptstadt hat uns' abgeftrtigt, _ Euerer. Majestät „persönlich,, für die außerordentliche Huld, welche ihr dieser /-Tage geworden, ihren herzlichen, aufrichtigen und ehrerbietigen Dank zu überbrkngen." - „Eines geeignetes Gebäudes zur Ausübung ihres Gottesdienstes beraubt, mußte sich diese Gemeinde mit einem.' „gemielheten Lokale begnügen*, und hielt dies sie keineswegs „ab, um. auch darin mit wahrer Gottesfurcht ihre feurig-

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