Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 42 (6.4.1839)
- Date
- 1839-04-06
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Herzen seines Bruders entfernt werden könne. Vergebens suchte der GceiS tym einige Hoffnung zu geben, und den Keim einer Versöhnung bei ihm auszustreuen. — Er suchte nun den jungem Bruder auf; dieser gestand ihm, mit Thranen in den Augen, daß sein Bruder ihn verleumde, weil er nicht ganz -und gar denselben Geschmack wie er, habe;'das Spiel, sagte er, ist eine meiner Gesundheit nothwendige Zerstreuung; ich kann mich nicht beständig ernsthaften Beschäftigungen hingeben; ich muß nach dem Mittagsessen einige Stunden Ln Heiterkeit verbringen, und was hat denn, fuhr er fort, diese unschuldige Lust so viel Tadelnswerthes, liegt sie nicht in,der Natur? ... Darauf ließ er sich in eine lange Vertheidigung seiner herrschenden Leidenschaft ein, und er^ begriff nicht, wie man ihn tadeln könne. : Als der Greis dem Rabbinen Alles, was er vernommen, hinterbrachte, faßte dieser die Hoffnung, sie beide wieder zu vereinen, indem er ihnen das Schachspiel lehrte. Der Erfolg übertraf noch seine Erwartung; in kurzer Zeit war ihr einziges Vergnügen, in ihren Mußestunden sich zu dieser edlen. Zerstreuung zu vereinen, welche, weit davon entfernt, ihre Fähigkeiten zu entnerven, sie zu großem. Ditt- .gen befähigte. — Der Verf. des alten Büchleins giebt hieraüf die Regeln des Spiels, und leitet das Wort Mat von nn, (todt) ab. Die Vorliebe' der Israeliten für das Schachspiel hat sich seit jener Zeit nicht vermindert, und ihr Talent dafür ist nicht geringer geworden. - Im Jahre 1782 gab ein Jude, Namens Stein eine Abhandlung über das Schachspiel im Haag,heraus, welche sehr geachtet wird, er selbst hatte die Ehre, mit dem Könige, dem Vater des gegenwärtigen, zu spielen. 1825 veröffentlichte Herr Neinganum in Frankfurt am Main eine Schrift unter dem Titel Ben Oni, welcher nun'Herr Alexander die vorliegende folgen ließ. Diese ist eine Compilation aller deutschen, französischen, englischen und italienischen Schriftsteller, welche übet das Schachspiel geschrieben, und enthält über 4€ Autoren. Diese Schrift ist unentbehrlich geworden für jeden Liebhaber .desgedachten Spieles, und die beiden beiten Schulen, die gegenwärtig bestehen, zu Paris und London, haben sie mit ganz besonderm Beifall ausgenommen. Paris. , 8. Cahen. (Fortsetzung fotzt.) Literarische Corresporrdenz. - München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lilienthal. (Fortsetzung.) •» 273) Fßjjja Ein Lexikon, das die schweren Wörter in der Bibel, einigen Festtagsgebeten und besonders int ganzen Moreh erklärt; die Worte werden in der Reihe, wie sie eben im fortlaufenden Texte Vorkommen, angeführt, überseht und erklärt; dabei noch einige schwerverständliche Grellen aus mehreren talmudifchen Traktaten kommentirt. — 274) tjök iiö3>73 von Proph oth Duran. Bekanntlich wird er gewöhnlich nach diesem Werke in dem er in einer langen Borrede die Vorzüge und den Nutzen des Bibelstudiums auseinandersetzt, und dann in 33 Kapiteln eine hebräische Grammatik giebt, Ephodi genannt, weil die Anfangsbuchstaben des Wortes *728 bedeuten: Abgeschrieden ist der Codex, in welchem sich am Ende unzusammenhängende Eollectaneen aus dem Talmud finden, von Jsaac ben Joseph. — 275) . Ö^DYitt p735?, Auszüge und Aphorismen 'aus den medicinischen Werken des Galenus, Hippocrates und Maimonides in'arabischer und hebräischer Sprache. — 276) piifj Ein medicinischeS Werk des R. Vital' vo,n Elieser ParnaS abgeschrieben 5358 zu Rega in Calabrien. 277) üiftsri UJlEPiÖ, Aus dem Kanon des Abu Eli Jbn Sin na Auszüge von JesaiaS ben Jsaac ebenfalls zu Rcga in Calabrien 1485 verfertigt.— , 278) Commentar deS R. Levi ben Gerson auf die Physik des Aristoteles 5288. — , 279) -)öTDn '0 unb■ {rünöhii von R. Jana, eine umfassende Abhandlung über Buße und Bekehrung. 280) rrprna 'ö, Eine medicinische Schrift des Maimonidcs, betreffend eine Krankheit des Sultan, in welcher er handelt a) von den Vorth eilen eines regelmäßigen Lebens; ,b) allgemeine Verhaltungsregeln, in Betreff der Kost; c) von welchen Speisen man sich enthalten solle; d) von Len Nahrungsmitteln, die gegen die bewußte Krankheit wirken; e) wie viel Speise man gewöhnlich nehmen solle; f) zu welcher Zeit; g) ob der Genuß deS Weines nachtbeilig oder nützlich sei; Ir) über daS Einathmen frischer Luft; i) über Schlafen und Aufstchen; k) Verhaltungsregeln wahrend jener Krankheit; I) und Vorschriften für gewöhnliche Diät. 2) Medicinische Aphorismen von Johannes, Mesuie, seinem Lehrer gewidmet, als er dessen Schule und Unterricht verließ. 3) Aus Almanzors SchriftendaS vierte Kapitel über die contagiösen Krankheiten. 4) Ueber die Prüfung eines ArzteS 5) AuS Alrasi'S Schriften, über bcsondre Merkwürdigkeiten in der Praxis. 6) Bcrnard de'Gordon in Montpellier 4961: über die Krisis verschiedener Krankheiten, und an welchen Tagen sie in denselben eintritt, abgeschrieben zu Alkala 5248.. 7) üv’tt 'üö 'ö, materia medica des Jbn Sinna von Johannes Mesuie übersetzt und bearbeitet. 8) miabs 'o über die heilende Kraft und Wirkung der Natur von demselben. 9) D'ia '© von R. Josu a ibn Beibesch Alr,aki, eine materia medica, in 4 Abtheilungen von den Eigenschaften der Nahrungsmittel; 10) über die bei uns bekannten Pflanzen, die er arabisch, hebräisch und spanisch angiebt. 11) Die Zusammensetzung und Bereitung der> Medicin; 12) ihre heilende Wirkung. 13) Bacher Diagnostik der verschiedenen Krankheiten. 14) 11 Kapitel über Medizin von Leo Franziscus. —. (Fortsetzung folgt.) Redacteur: Dr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von B. Hirfchfeld.