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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-04 · Heft 41 (4.4.1839) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 41 (4.4.1839)
Date
1839-04-04
Page
Seite 166 (sequence 4)
Language
German
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*66 Dir, denn Du hattest auch, kein Mitleid mlt. dem kleinen Engblwelcher schrie und weinte.- . . - - Mit weniger Unverschämtheit wiederholte der-Organist gleicher Weise die Anklage in's Angesicht der Angeklagten, indem er noch neue Einzelheiten hinzufügte. Das üNglückliche und besiegte Opfer-, sank erschöpft-in. die Arme ihres Vaters, und rief: Gotthat. uns verlassen!^; ■ Nach einigem Stillschweigen, fragte der Kastellan, der sich mit Jakob! von^Melchtin und den anderen Richtern verständigt hatte, die Zeugen, , ob sie, bereit seien, den Schwur auf ihre Aussage zu-leisten..; ': Warum nicht? , antwortete das Weib; ich würde hundert Eideschwören, wenn essein müßte. < — Ihr schweigt? fragte der Kastellan ihren Mann. - -— Ich werde schwören, erwiederte dieser.. — So tretet heran. - - Und 'beide näherten - sich.. Die Frau knieete zuerst nieder- und legte .die- Hand an--das Krucift'x, -indemsie sich änschickte, die Worte, -welche der Kastellan vorsprechen würde, nachzusagen.- - '; - - .; . (Fortsetzung folgt.), ..Aus z u g e. ... Aus des Herrn-Salvador's neuestem Werke. ' Mit B'eni erkungen. ..(Fortsetzung-) „Die zukünftige Glückseligkeit der Nationen," sagt trefflich Salvador, „nach dem Versprechen Abrahams , und um dahin zu gelangen, die allgemeine Reformation der Sitten, gegründet auf den. Prinzipien des MofaiSmus, auf der Achtung der Rechte, auf gegenseitigem Wohlwollen'und Menschenliebe, auf der natürlichen Unrechtmaßigkeit aller Vorrechte durch die Geburt und Abstammung, .auf. dem Uebergewicht der Intelligenz und des sittigen Wandels, geben den herrschenden Gesichtspunkt für die Untersuchungen, denen Philo die heilige Schrift unterzog. Wenn er in diesen heiligen Büchern eine äußere und allegorische Form und einen inner» Sinn anerkennt,. so ist dies nicht, um sich mit den fpeculativen Juden bei einer Theorie der Bildung deö Weltalls aufzuhalten. Der Zweck, den er sich vorgesetzt, ist, den Juden wie den Griechen, den Morgen - wie Abendländern, mit Hülfe einer direkten oder indirekten, natürlichen oder gezwungenenerhabenen oder kindischen Auslegung, Alles zu zeigen, was jede, Begebenheit, jehe Vorschrift, jede Person in'der heiligen Schrift" aln günstigsten pnd förderlichsten, fsir, die menschliche Moralität darbieten kann; zugleich erinnert Philo auf alle mögliche Weise, in Po-' litik, Religion, Moral,- an den -Fundamentalsatz der hebräischen Gleichheit der Menschen, von welchem das Christenthum später so viel Ehre zog, obgleich es ihn nicht unter allen Gestalten angenommen."") ' - - ‘ •1 Wer sich attf mie seichte Weise von der Oeconomie der'Schriften Pbilo's unterrichten will, lese den Äufsatz : Klein« Philomanische Studien" im Jsr. Pred. und Schul-Magazi».. Bd. II. S. 315. Hiermit hat Salvador seine Betrachtung über die vorchristliche Entwicklung der Juden.' zu Endegebracht > - und er rekapitulirt den Inhalt dieses ersten Buckes mir folgenden Worten (S. 136. 137), die wir hier ganz Herstellen wollen. „Nachdem Griechenland seine nationalen Empfindungen schnell erschöpft hatte, und seiner Götter wie seiner Philosophen müde war, verband es auf eine ärgerliche Weise die Zeichen einer frühzeitigen Kraftabnahme (decrepitnde) mit den unsterblichen Blüthen und dem ganzen Schmucke seiner schönen Tage. Ihrer Seit» boten Asien und Aegypten, innerer Energie beraubt, in Mysterien eingehüllt, immer bereit die Volker in herrschende und beherrschte Kasten zu theilen, den abendländischen Massen nur einen religiösen, unkeuschen und unzüsammenhängenden Symbolismus dar. Zwischen diesen und Jenen regte daö hebräische Volk, trotz seines Alters, trotz seiner Mißgriffe und wechselnden Schicksale voller Kraft, stolz auf seine Vergangenheit,, vertrauend aus seineZukunft, zu einer feierlichen Prüfung der Grundsätze, welche seine Stärke ausmachten, alle Völker der Erde auf, bei welchen große und auseinanderfolgende Revolutionen eS zerstreut hatten." „Bei, dieser Lage der durch ihre Doktrinen bedeutsamsten Völker, fügt man noch das gemeinsame Unglück und daö allgemeine Gewicht des fremden JocheS (der Römer) hinzu, welches die Juden mir mehr Ungeduld und Aufregung trugen als Irgendwer, erinnert man sich zuletzt noch daran, daß, auf die Autorität der Vorhersägungen ihrer Propheten hin, die Hoffnung eines gewaltigen^ Befreiers die Seele der nationalen Juden aufrecht erhielt, während diese Wiederherstellung, unter anderen Ansichten, ihre spekulativen und moralischen Schulen beschäftigte: so wird man nicht glauben, außerhalb der natürlichen Gesetze des Menschengeschlechts die unmittelbaren Ursachen der Begebenheiten suchen zu müssen) welche das erste Jahrhundert der Kirche aüssüllen. Aber man wird ohne Anstrengung begreifen, daß Judäa in seinen eigentlichen Gränzen die Ursache einer doppelten Bewegung einschloß: einer Reaktion mit gewaffneter Hand gegen die usurpatotische Machtt der Römer, in welcher die Juden sich keinen dauerhaften Erfolg versprechen konnten; einer religiösen und morali- "schen Reaktion, welche sie seit langer Zeit begonnen hatten, wo die Mehrheit'der Elemente des Sieges sich auf ihrer Seite vereinigte,, und welche, indem sie sich in dem Punkte veränderte, daß sie einst ihr ursprüngliches Princip vernichten wollte (tout en ss jHodifiant au point de vouloir aneantir un jour sou principe originel), die Allgemeinheit der Geister nach sich ziehen, und ihre Schicksale während einer Reihenfolge von Jahrhunderten, lenken sollte." — . .• >' - ' . Wir können diese' Darlegung der Ansichten Salvadors über die vorchristliche Zeit, namentlich der Juden, noch nicht verlassen, ohne zugleich seine reine und elegante Ausdrucksweise, seine tiefe Beredsamkeit, in der der Fluß der Rede ohne Hrnderniß hinströmt, rühmend zu erwähnen. 7 Und sollte diesem. Werke kein anderes Resultat entfließen, so ist es schon genug, daß man dar- ' aus lernen kann, wie man die Geschichte des Judenthums befrachten, wie man -die Geschichte deS jüdischen,Volkes zu schreiben habe. Den mehrfachen Anfragen hierüber kann man nur mit diesem'Hinweis entgegen treten.' Er hat ein höheres Bedürfnis angeregt. ES wird daraus..deutlich,..daß nirgends eine bloß faktische, ja.selbst bsoß pragmatische Untersuchung weniger genügt,' als bei der Geschichte der Hebräer, da diese auf das Reich, der Idee, aus .das Reich, der Sittlichkeit und. religiösen. Er-, kenntniß allein operirt. Jetzt gestatte uns. der Leser, die Mittheilungen über Salvador durch eine kleine Prüfung seiner Ansichten zu unterbrechen. v . : . . (Fortsetzung folgt.). - Redakteurr vr. L. Philippfom — Verlag von' BaumgärtnersBüchhandlung/ — Druck von A W. Hirfchfeld.

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