Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 39 (30.3.1839)
- Date
- 1839-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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in. Zahrgang. ne No. 39. Zeitung des Zudenthums. Ein > nnpartheiisches Organ für allesE'sch^ Interesse (Mit Königl. Sächsischer aller gnädigster Leipzig, den 30. Mar; 1839, Zeitungsnachrichten Dresden, 10. März (Privatmitth.) ^) Es befand sich im vergangenen Herbste der Fortgang unsres Synagogeckbaues sehr auf die Spitze gestellt, -denn es mangelte an pecuniären Hülfsquellen. Auf die Verwendung des Oberrabbinen vi. Frankel bestimmten sich aber mehrere Männer zu neuen bedeutenden Spenden als freiwilligen Geschenken. Herr Markus Bon di spendete 1060 Thaler, M. Kaske^l 600 Thlr., vr. Beer 500 Thlr., M. Schie 500 Thlr., Jontua Bondi 200Thlr., Wolf Löyi 100 Thlr.;. die Gebrüder Salomon und Lövi Wallerstein wollen die heilige Lade auf ihre Kosten Herstellen, wenn diese auch 400 Thlr. überstiegen. Diese Gelder wurden bald darauf eingezahlt, und was. das Verdienst dieser. Männer noch vergrößert, ist, daß ein Jeder v>on ihnen schon 500 oder 250 Thlr. mindestens zur Synagoge, um dafür Platze zu erwerben, (also auch mit keiner Aussicht auf Rückzahlung), gegeben hat. Sie sehen also, wenn von anderen Seiten geklagt wird, daß die Hochherzigkeit unserer Vorfahren bald als Mythe erscheinen wird, in Dresdens Mitte hat sie noch historischen Grund, auf dem wir rüstig fortbauen wolley. — Die Regierung erkennt auch" in der That das Strdben zur Verbesserung des Cultus und der Schule an, und hat viel Gutes für die Juden im Sinne, worüber nächstens eine Mittheilung. Für jetzt hat sie die Verordnung erlassen, daß die Stadt'armenversorgung sich auch auf die jüdischen Armen erstrecke, und diese aus dem allgemeinen Armenfond erhalten werden sollen. - London, 28. Febr. (Privatmitth.). Madame Sarah Davids, die Mutter des berühmten, leider zu früh verstorbenen Arthur Lumley Davids, — ich erinnere an den Brief Mo hamed Att's an diese Dame in Nr. 1 d. I. — ist so eben zum Mitglieds der 8oei«tv Asiatiqmj in P ariS ernannt werden. Es ist dieses die dritte Dame, der je diese Ehre zu Theil ward, der Prinzessin Belgiojoio,' der Gräfin de Chastenay und der Mad. Davids, jüdischen Glaubens. Sondershaufen, 12. Marz. (Privatmitth.). Am 4. ward uns das hohe Glück zu Theil, unsere durchlauchtigsten Fürsten der Prüfung der hiesigen israelitischen Ge- ") Nicht von unserm gewöhnlichen Correspondenten. Redakt. meindeschule beiwohnen zu sehen. Auch ihre Exc. die beiden Geheimräthe-von Ziegler und Kaufberg, die hochlöbltthe Schulcommission und mehrere Geistliche hiesiger Stadt waren zugegen. So vielfache Beweise wir auch von der Hochherzigkeit und liebevollsten Fürsorge unsres'theurm Landesvaters auch für seine israelitischen Unterthanen schon empfangen, so hat uns dieser Schritt dennoch aufs Höchste überrascht, und gewiß wird ein Jeder die Wohlthat und Macht eines so edlen Beispiels mit uns empfinden. Wo solcher Lohn unfern Arbeiten, solche Aufmunterung und Anregung unfern Bestrebungen wird, da erneuet sich die-Kraft und der Muth zur Verfolgung. des ersehnten Zieles, und des Erfreulichen und Segenvollen wird immer mehr werden. Abgesehen von dem Werthe oder Unwecthe der jüdischen Separatschulen,, lieferte erwähnte Prüfung, welche im Saale des Herrn Hofagenten M. Czaenikow Statt fand, die erfreulichsten Resultate von den Fortschritten der Kinder, wie von der erfolgreichen Thätkgkeit unsres Predigers und Lehrers Herrn P. Heidenhekm. Letzterem gaben auchS.Durchlaucht arm Schlüsse der Feier Ihren -höchsten Beifall und vollkommenste Zufriedenheit mit den Leistungen der Schule in den gnädigsten Ausdrücken zu erkennen. Möge nun derselbe in seinem Eifer.für Geistes- und Herzensbildung, der ihm Anvertrauten fortfahren, und die verdiente Anerkennung wird ihm nie fehlen; möge unser verehrter Vorstand seine Aufmerksamkeit immerfort der Schule wie dem Gotteshause schenken, und der herrlichste Erfolg wird seine Bemühungen krönen; möge es aber auch unserem vielgeliebten Landesva- 1er gefallen, an unseren moralischen und religiösen Angelegenheiten wie bisher Theil zu nehmen, und Liebe, Vertrauen und Dankbarkeit werden ewig in unseren Herzen wohnen. A. R. Rom, ]. Marz. Nach ungefähren Angaben leben km Kirchenstaate 10,000 Israeliten, und von diesen in Rom 4500, in Ancona 1800, in Sinigaglia 500, in Ferrara 1800. . Würzburg, 10. März. (Privatmitth.). Daß die Aus w a nherun ge n in diesem Jahre nicht unbedeutend sein würden, war 'vorauszusehen; aber starker als zu vermuthen war, sind sie leider! Ich sage leider, denn in unseren .Verhältnissen, wenn sie so bleibenwird es empfindliche Nachtheile haben, uyd manche kleine Gemeinde dürfte leicht in die Nothwendigkeit versetzt werden, Kultus und Schule aufzugeben, weil sie Lehrer und Kültusdiener nicht besolden können , wenn nichtvom Staate, oder der Gefammtheit. der Israeliten Mige Vorkehrungen getroffen wer-