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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-23 · Heft 36 (23.3.1839) · p. Seite 146

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 36 (23.3.1839)
Date
1839-03-23
Page
Seite 146 (sequence 10)
Language
German
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Mß auf Alles, was die,Herren kn Anschlag bringen sollten und es .doch.. nHt thümSo. frgg^ er denn auch den Herrn Donner, den gewiegten, vielerfahrenen, mit unzähligen Menschen in Berührung stehenden Kaufmann' auf Redlichkeit und Gewissen, ob er wirklich der Ueberzeugung sei, daß auf unsere Seite die Schelmereien überwiegeü? — Pastor Mau ist der dritte M/mn, der von unserm Freunde unbarmherzig ad absurdum geführt wird. Dieser Herr hatte mit vieler Salbung ausgezahlt, was maßen die Juden nach der Weissagung . des von ihnen verworfenen Messias gefangen geführt sind unter die Völker, wie sie seit Jerusalems Zerstörung aufgehört haben ein eigenes Volk zu fein ff., und dieses'Längst-nicht-mehr-Volk will er trotz 20ttjährigen Aufenthalts in Holstein denn' doch noch als ein fremdes Volk betrachtet und noch immer nach dem Kriegsrechte behandelt, wißen! Ferner, sagt dieser'Pastor, in dem Drucke, den die Juden litten, offenbare sich der Finger Gottes, und wir erlauben uns hiezu die Bemerkung, warum, da doch bereits das Schicksal der Juden in so vielen Ländern völlig günstig, und iy den meisten doch - mindestens günstiger als 'in Holstein entschieden ist, der Gott des Herrn Mau (nicht der Unsrige, auch nicht Gregoire's und Dom's) seine Finger so sehr gerade noch für die. Juden Holsteins und' einiger Nachbarländer in Bewegung setzen muß! Wenn aber Herr Steknhekm dem Herrn Mau den Ausdruck „begreiflicherweise" vorwirft in dessen Satze „sie— die Juden -— treiben auch Arzenei- „kunst und Advokatur, doch begreiflicherweise unter gesrtzli- „chen Beschränkungen" — so können wir unserm Freunde hierin nicht beipflichten. Wir begreifen dies „begreiflicherweise" vollkommen und finden es . eben so richtig angewendet als wenn der Herr Pastor Mau gesagt hätte: begreiflicherweise sagte der Wolf zu dem Lamm: vor sechs Monaten hast du Uebles von mir geredet. — oder begreiflicherweise sagte der Löwe: hier sind vier Theile, davon gehört mir der erste, weil ich König der Thiere bin und der zweite weit ich Herr des Reviers bin u. s. w. oder: begreiflicherweise. nahm der reich- Mann dem armen Mann sein einziges Lämmchen weg, oder: begreiflicherweise ersetzte eine Macht einer andern Macht keinen Pfennig für die mitten im Frieden geraubte Flotte u. s. w. Ei, ei lieber Herr „scher Abkunft erkannte. Auf mein entrüstetes Erstaunen über „rhr Geschäft und meine Frage wie ihr ein solches in St. Pauli (eine Vorstadt von Hamburg in der keine Juden wohnen dür- ,,fen) gestattet worden sei, antwortete sie, sie habe sich zuvor tauben kaffen, muffem — Also nicht bloö zum Staatsdienste, zur „Administration, zur Professur führt ein-solcher Uebertritt." Doctor Steinheim ein alter erfahrener Arzt, und so etwas nickt begrWn l Ebön so rvenig will es uns einleuchtm, wenn Herr Steinheim die Behandlung der Juden als dem von den Vätern der christlichen Religion aufgestellten Princkp der Feindesliebe eventualiter widerstrebend bezeichnet. Uns dünkt diese, wenn wörtlich genommen ganz unausführbare Liebe sei von diesen Vätern bloß als eine transitorische Maaßregel damals empfohlen, eben wie die Freude an Leiden und Bedrängnissen, weil sie wje unsere heutigen Chiliasten dadurch der Aufnahme ins Reich Gottes, welches sie sich so nahe, dachten, daß sie den damaligen Kindern dasselbe für ihr erwachsenes Alter versprachen, und so sicherer zu sein glaubten. Das Judenthum" freilich - drückt sich deutlicher aus und spricht: du sollst den Fremden nicht drücken; einerlei Recht soll der Fremde haben und dex Einheimische u. f. w. Eine glänzende Waffe führt Herr Dr. Steinheim in den der Jud-nsache so überaus günstigen Beschlüssen der zu derselben Krone gehörigen Rothschilder Ständeversammlung. Was liegt denn zwischen Rothschild und Itzehoe, warum soll da unmöglich sein, was dort qls unumgänglich anerkannt ward? ruft er wiederholt aus, ünd was ist für ein . gewaltiger Unterschied zwischen den Juden Dänemarks und Holsteins? Auch hier bedauern wir,.nicht völlig mit Hm. Steinheim übereinzustimmen. Allerdings ist ein großer Unterschied: in Holstein ist man noch nicht reif zur Emanzipation, das ist's! Nicht reif? wie? die Juden? beileibe! um in den Kreis des bürgerlichen Lebens ausgenommen zu werden, dazu ist jeder Mensch wohl reif, selbst der Wilde, vor dessen Excessen man sich ja schützen kann — Nein, dje Emanzipirten sind nicht reif.dazu, uns zu emanzipiren, die richtigen Begriffe von'Menschenwerth und Freiheit sind da noch lange nicht — reif: da denkt man an Rechte statt an's Recht, an Freiheiten statt an Freiheit, an Vaterdistrikt statt an. Vaterland, an Religionen statt au Religion —- da herrscht weder: Männerstolz.vor Königsthronen, noch Rettung ipp die Unschuld weint, noch Wahrheit gegen Freund und-Feind. Da ist man umgeben von Mecklenburg, von den Hanscestadten, von Hannover, kurz von alle, den judenfeindlichen Landern plattdeutscher Zunge, wie sollte da plötz- , lich per Saltum den Juden Gerechtigkeit werden? — Wir schließen, denn sonst müßten wir das ganze Büchlein ausschrekben. Unser Zweck war, da es, seiner lokalen Natur nach, wohl schwerlich., weit über seinen Geburtsort hinaus gelangen wird, unsere' Leser darauf aufmerksam zu machen, was hier vorgeht und was das deutsche Israel, an seinem S kein h e i m f)ot.

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