Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 29 (7.3.1839)
- Date
- 1839-03-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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m. Jahrgang. Allgemeine No. LS. Zeitung des Zudenthurns. Ein mrpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allerflnädigster Concession.) Leipzig, den 7. Marz. 1839. ' ZeLLrrrrgsnachrrchterr.^ ■ Frankfurt am Main, 11.>Febr. (Privatmitth.) Hier ist es gegenwärtig in unfern Angelegenheiten so ruhig, ja noch ruhiger, als wünschenswert!). Sowol in den religiösen, als bürgerlichen Wirren herrscht hier, wie allenthalben eine unselige, gewitterschwangre Windstille. Die Parteien, wenn auch nicht versöhnt, wenn auch nicht besänftigt, scheinen sich doch in einem gesunden "Schlafe Erholung und Stärkung zu, weitern Kämpfen zu sammeln. —- Auch an dem Horizonte der jüdischen Literatur ist hier schon seit Monaten wenig Neues oder Interessantes aufgetaucht. Das einzige, dessen ich mich zu erinnern weiß, außer Herrn Johlson's hebräischer Grammatik, die jetzt, ausgearbeitet und vollständig, bündig und gedrängt, sich würdig an die neue Auflage seines rmfc nnbin anschließend, auch einzeln zu haben ist, ist Maimonides '2^122 (Wegweiser der Verirrten) mit deutscher Uebersetzung und erläuternden Noten, dritter Theil, herausgegeben von Hrn. Dr. Simon , Scheyer. Daß Herr Dr. S. das Ende vorangehen läßt, dafür giebt er zur Ursache an, das größere Interesse und die reellere Wichtigkeit, die dieser Theil für unsre gegenwär-' tigen religiösen Fragen hat, indem seine Haupttendenz die Aufsuchung der den mosaischen Geboten und Satzungen zlr Grunde liegenden Motive ist. Diese Ansicht hat allerdings Etwas für sich. Wie dem, aber auch sei, so verdient diese Arbeit die Aufmerksamkeit der gelehrten Welt um so mehr, da ihre Gediegenheit sehr gehoben wird durcl) zwei vortreffliche Acquisitioüen, die der Hr. Uebersetzer dafür gemacht und trefflich zu benutzen gewußt hati Die erste besteht in zwei arabischen Manuscrkpten, die, wie wir hören, derselbe keine Anstrengung gescheut hat, sich von der Bibliothek zu Leyden zu verschaffen.' Allein ury diese" beiden Codd., die natürlich dem- Werke eine ganz besondere Wichtigkeit geben, recht ersprießlich Md erfolgreich auszubeuten, dazu hat der - Herr Uebersetzer eine sehr voctheilhafte zweite Acquist'tr'on in der Mitwirkung des Hm: Abr. Adler aus Worms gemacht. Dieser junge Theologe, den alle, die ihn kennen, sowol seiner ausgedehnten literarischen Bildung, als auch seines Charakters halber, schätzen, verdient wahrlich nicht so übergangen, sondern auch der Aufmerksamkeit des großem Publikum's empfohlen zu werden. Bei den Studien, die ihm seine tüchtigen philosophischen undtheologischen Kenntnisse gekostet haben müssen, hat er nicht verabsäumt, seinen Geschmack durch Belletristik zu veredeln, und ist ein eben so vollkommner Orientalist, als er gelehrter' Talmudist ist. So ausgerüstet mit einer Mannigfaltigkeit von gelehrten Schätzen, läßt ihn seine Bescheidenheit an keinen andern Gebrauch derselben henken, als zur Hebung, zur Erleuchtung seiner Correligionisten beizutragen. Bisher nur indirekt aufgetreten, und daher so zu sagen unbekannt, wird er sich bald in einer eignen Arbeit dem Publikum zeigen, von der wir nicht geringe Hoffnungen anticipiren. Dies ist eine, 'ausführliche, Geschichte der Juden zu Frankfurt am Main, die gewiß jedem Forscher reichhaltigen Stoff, und jedem Wißbegierigen großes Interesse, bieten wird. Möge er uns recht bald mit deren Veröffentlichung erfreuen! *) "Triest, 10. Febr. (Privatmitth.) Der Direktor der israelitischen Hauptschule zu Triest, Uri Vita Saraval besitzt eine an seltenen und kostbaren Ausgaben sehr reiche Bibliothek, von der er einen sehr instruktiven Katalog angefertigt hat.. , Trentschin. (K. Freist, in Ung. diess. der Donau), 29. Jan. (Privatmitth.). Wahrend wir über einige JoUr- -nalisten des gebildeten und freisinnigen Deutschlands klagen hören, daß sie im Interesse des aufblühenden, sich jetzt verjüngenden Judenthums,, mit ihren stumpfen Kielen und schalen Witzeleien das finstere Mittelalter hervorzurufen keine Mühe sparen — habe ich das Vergnügen, Ihnen von den Zeitungsschreibern Ungarns, vorzüglich dem Redakteur der k. Freist. Preßburger Zeitung mitzutheilen, daß diese sich wahrhaft und aufrichtig freuen, wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet, etwas zri Gunsten des Iudenthums in ihren Blättern veröffentlichen zu können.- Mit dem reinsten Ge-, fühle wahrer und ungeheucheltec Menschenliebe merken sie auf-jeden Schritt, ber nahe oder fern zur Beförderung unsres Wohles gethan wird, um dies den thrilnehmenden Lesern wiederzugeben. Paris, 15. Febr. (Privatmitth.). In der No. vom ■ 13. Dez. wird irrthümlich die Übersetzung eines Kapitels aus dem bekannten Werke von Dr. Zunz in dem neunten Bande des Cahen'schen Bibelwerks als von Hm. Munk verfertigt angegeben: Ich ersuche Sie, zu bemerken, daß diese Arbeit von einem Israeliten ist, welcher schon mehrere bemerkenswerthe Arbeiten in dem gedachten Werke gegeben, ohne sich zu nennen, wie eine Note sur Ie calendrier talmudique’, sur 1 a femaie liebreue, sur 1’eJection du peuple link. .*) Für" die Wahrhaftigkeit dieses Artikels steht ein nicht ' unbekannter Literat ein, der, wo nöthrg, fich nicht hinter Anonymetät flüchten will. D. Redakt.