Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 27 (2.3.1839)
- Date
- 1839-03-02
- Page
- Seite 28 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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SS leicht entgegensetzen kann; dasgroße Verdienst Mendelssohns war, daß er es als unabweksliche Objektivität.zum Bewußtsein gebracht. Diese ist aber auch noch nicht, die wahre Form, und die neuerdings laut gewordenen, . obgleich Ladelhaften Reaktionen gegen Mendelssohn, sind-nichts anderes als das Sichgeltendmachen der .Subjektivität gegen ihre'völlige Unterdrückung. Die Form muß dem Inhalte entsprechen, muß absolut sein; weder das. Subjektive, noch das Objektive allein ist die Wahrheit, sondern beides zugleich, Ruhe und Bewegung. Entwickelung ist die einzige Kategorie für Idee und Erscheinung, und mit dieser Erkenntniß geht eine neue spekulative Periode an. Die Hälfte des fünften und das sechste Kapitel sollen zum Schlüsse, nach der Aussage unseres Verfassers, ein Beispiel geben, wie man über die Tora philosophirm und nach den Gründen der-Gesetze forschen soll, das aber in der Wahrheit nur wegen der vermeintlichen Bestätigung der obigen Sündenfalls-Theorie hierher gesetzt worden. Rosch Ha-Schana ist der Gegenstand der gegenwärtigen Unter-' suchung, seine Bestimmung als Gerichtstag über die individuellen Angelegenheiten der Menschen wird bestritten, und auf den allgemeinen Zustand der Welt und des Menschen rücksichtlich ihrer Erlösungswürdkgkeit ausgedehnt. Die hier aufgeworfenen Fragen sind so oberflächlich, daß man in ähnlicher Weise alle religiösen Institutionen in Zweifel ziehen kann, und die doch von der jüdischen Religionsphilossphie langst gerechtfertigt sind. Offenbar bezweckten sie, nur die Gelegenheit zur Antwort Herbeizuführen, welche, wenn wir sie gelind bezeichnen wollen, dieselbe ist mit der bei den französischen Belletristen so sehr beliebten Rehabilitation 6e la chair. Daß die Neujahrsgebete allgemeine Momente enthalten,- ist um so-weniger zu verwundern, da ein jedes Gebet, das für eine Allgemeinheit verfaßt, nothwendig universelle Beziehungen haben muß; solche sind'hier wieder, , wie oben erwähnt, der Wunsch nach allgemeiner Verbreitung der wahren reinen Erkenntniß, worauf das unüber-, trefflich lakonisch-kräftige Gebet *)n /pai hinzielt, besonders das bs ‘pan irtesö i-jn» *<2 bi?D bs wi rpsr» ' nssa h.aöi Vs ‘löaoi irm*’ nriÄ/’S .nbi2?a baa ■jmaböV^ba *»>rb». Aus dem Bisherigen ergiebt sich nun, um das Gesagte schließlich in einem Worte zusammen, zu fassen, daß das Werk - nicht N8''2i2!ib''2Ni (Tora und Philosophie) heißen sollte; mit beiden hat es sehr wenig zu thun. Man könnte allenfalls den Namen, ri^ib^sni (der Lalmudist und der Wiffenschaftsliebhabec) noch zugestehen, indem das Ganze nur. als cm Tischgespräch zwischen zwei solcher beiderseits ungründlichen Kenner des Judenthums zu betrachten ist, das zwar hübsch, unterhaltend, interessant, für Manche sogar überredend, aber auch nicht mehr. Als solches dürfen wir es dem Publikum unbedingt empfehlen, und wünschen daß eS in Deutschland mehr Verbreitung finde. . (Fortsetzung folgt.) Literarische Correspoudenz. München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lilienthnl. (Fortsetzung.) 253) Die j-jiaa “'pID des Maim o nid eS, die wir schon oben ünführten. Auch dieser Codex zeigt es'wieder aus, daß sie eine medizinische Schrift über verschiedene Krankheiten, ihre Symptome und ihre Behandlung sind, übersetzt von.R. Nathan, b) Ueber den Grund der Vergeßlichkeit und Wiederherstellung des GedächtnisseS von AbenGenor. 254) Der Kanon des Ebn Sin na in arabischer Sprache mit hebräischen Lettern, abgcschri-ebcn von MoseS ben Saadja 5186 (1426). 2) ^2, ein medizinischer Tractat in arabischer Sprache mit hebräischer Schrift von Talif ben Masuai. 3) Eine kurze.medizinische Abhandlung von Nicolai R o g a t o in italienischer Sprache mit hebräischer Schrift. 4) Dieselbe Ylbhcmdlung ins arabische übersetzt; der Name deS Uebersctzers fehlt mit den am Anfänge und. am Ende sehr beschädigten Blättern. — . 255) n*nK "Via von R. Jacob ben Ascher. "256) 'o von Ab'uchamed ben Tslzephir. Eine Abhandlung über die Construktion und den Gebrauch deS Astrolaüs; aus dem arabischen inS hebräische von Jacob be» Mahir übersetzt. 2) riLINd °>b2 ^2 deS Aden ESrq. 3) 'L-iw deS Aden ESra. Eine Abhandlung über daS Prinzip der Arithmetik, wahMeinlich auS dessen Commentar in ExoduS excerpirt. 4) von.Jacob ben Machir. . Ueber die Verfertigung eines Instruments, das das Astrolab ersetzen kann.. 5) 'Tnafn nasn '2 von Jacob ben Machir, über Geometrie und Trigonometrie. (Fortsetzung folgt.) Redacteur: Dr. L. Philippson. — Verlag von BaumgärtnerS Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.