Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 27 (2.3.1839)
- Date
- 1839-03-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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HI. Jahrgang. Allgemeine No SV. Zeitung -es Zy-enthuMs. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse, in Betreff von Politik, Religio», Literatur, Geschichte, Sprachk«n-e »nd Belletristik. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippsorr, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prtdkgrr m Magdeburg. zu Leipzig. . (Mit Königs. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, dm 2. Marz 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich 3 iplal, DienstagS, Donnerstags nny Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. deü Titels, Registers u. s.w. umfasse». In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste 'Servreitnng zu geben,.ist der Preis äußerst niedrig: mit A Thlr. für den Jahrgang — t Thlr. 12 Gr. für secl^s Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungSexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für' beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllövl. Zeitungs - Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Wien, 8. Febr. (Privatmitth.) Vor einiger Zeit nahm die hiesige Gemeinde die Gelegenheit wahr, das seltene Fest der goldenen Hochzeit eines ihrer verdientesten Vertreters, des H errn M: R. Hoffmann Edlen von Hoffmannsthal, ' mit allgemeimr..Theilwahmezu^. umgeben , wodurch ^emeedelsten Persönlichkeiten nach hineingutvollbrachttn^ Lebenstage in das ihr zukommende^M^eMt^MuM^^m^Morgek^PleM^FM^ iages begaNnGemeinde in festlicher Hracht/- würdige Prediger zu dem I u belg rei se;H eroM a nn heim er sprach in seiner gewohnt gediegenen Weise den Gedanken aus, daß wir denen , die in einer.Kunst Großes leisten mit. Jubel und Erhebung ein Bravo zurufen;" wie 'vielmehr - müsse man es aber dem, der in der schwersten Kunst — dem Leben — sich so glänzend und charakterfest bewährt hat. Er füllte darauf einen prachtvollen silbernen Pokal, den die Vertreter im Namen der Gemeinde dem tief erschütterten Greise darbrüchten, mit Wein, weihte ihn mildem üblichen Segensspruche, und kredenzte ihn.. Da der Pv^al auf die Verdienste des Empfängers hindeutet; so erlauben wir uns eine nähere Beschreibung desselben': Auf einem Schilde, das Llatt aus der getriebenen Arbeit hervorglänzt, stehen die. Worte: ' .> /- ■ „Ihrem würdigen Vertreter Herrn I. L. Hoffmann Edlen von. Hoffmannsthal am Tage seiner goldenen Hochzeit den 28. Dezember 1838' die Israelitische Gemeinde Wiens." £■ Am Rande ist zu lesest: n-ipy Nitwn lAuf einem zweiten Schilde glanzt das/bedeutungsvolle Wappen des von seinem Monarchen in ven Kreis der Edlen erhobenen Mannes. Ein Feld zeigt die Zehngebote, ein zweites eine Sparbüchse — so die Vertreter und daL Direktorial des Armenvereines bezeichnend; im dritten Felde glanzt ein Maulbeerblatt, das die Verdienste um die Kultur des Seidenbaues in Ungarn andeutet, sowie der Steinadler mit sechs Pfeilen in den. Langen des vierten Feldes, die Zahl der Söhne. — Diesem Pokale legten die Herren Vertreter eine besondere Schrift bei, in welcher sie ihre besten Wünsche und Segnungen ausdrückten und entwickelten Alles, was der thärige Greis durch sein Wirken der hiesigen Gemeinde war und ist. Er legte mit den Grundstein zu dem würdigen Gotteshause in Wien, seine Frömmigkeit und das treue Festhallen am Glauben wirkt als segnendes Beispiel in demselben, seiner persönlichen Verwendung danken viele Einzelne die Herstellung ihrer angefeindeten oder oft durch eigne Verirrung zerstörten Existenz. . Die Kinder und Enkel des Jubelpaares machten dem elterlichen Paare eine Schenkung von 1000 Fl. Mz. mit der Bitte, daß es .diese Summe zu einer frommen Stiftung weihe, welche für alle Zeiten sprechen soll, wie warm die Herzen der Kinder schlugen am goldenen Freudentage ihrer Eltern.— Denjenigen, die, um ihre Glückwünsche darzubringen, eintraten,-glänzte ein Landschaftsbild entgegen, das von dem aüsgezeichneten van Haänen gemalt, ein Dorf mit Stroh bedeckten Häusern klein und niedrig darstellr, und mit inniger Rührung,. die sich mit gerechtem Selbstbewußtsein paarte, nannte der Jubelgreis dieses Dorf (Prostibor in Böhmen) seinen Geburtsort und zeigte im Vordergründe die Hütte, in .welcher er das Licht des Lebens erblickte. Seltsam contrastirte diese Hütte zu der Pracht der Umgebung, in der sie nur bildlich aufgestellt war, und sprach ein kräftiges Memento aus; während sie zu gleicher Zeit stumm erinnerte,' was Gottgcstärkte Kraft des Geistes und ein, Recht und Glauben dücchseeltes Herz in der Brüst eines Mannes vermag. Dies Bild wurde von einem Sohne, der Doctör