Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 25 (26.2.1839)
- Date
- 1839-02-26
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
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98 rpird Herr Hofmann, von dessen Wirken wir uns viel Gutes versprechen dürfen,' demnächst auch als Landrabdin e angesicUt werden. Nach den im vorigen Jahre erschienenen' „Beitragen zur Statistik des Heczogthums Meiningen" (von Debertshausech zahlt das ganze Herzogthum in 9 Gemeinden 1524 Juden,' wovon 537 auf Walldorf kommen. 8. 8.' De mm in, 10. Febr. (Privatmitth.). Im Jahre 1818 ließ sich hier die erste jüdische Familie nieder, da vor 1812 hier nicht allein keine Juden wohnen, sondern nach dem alten schwedischen Gesetze, sich nicht einmal eine Nacht aufhalten dursten. Nach und nach vermehrte sich jedoch die Zahl der Familien und Schluß 1837 bestand die jüdische Gemeinde aus 12 beitragenden Mitgliedern. Trotz dieser kleinen Anzahl entschlossen sie sich doch eine neue Synagoge zu bauen und schritten auch gleich zum Werke, indem sie im Februar v. I. ein' Haus mit einem dazu' passenden Platze' für 1200 Thlr. ankauften und schon zu Ostern den Bau selbst begonnen. .Obgleich , es lange wahrte, ehe die Erlaubniß der hohen Behörde zu diesim-Bau erlangt werden konnte, so schritt der Bau selbst hoch rüstig fort, und Sie können sich die Freude der Gemeinde denken, "als ihr Anfangs Decembec durch Allerhöchste Kabinets-Ordre der Consens ertheilt wurde. Nun wurden auch die noch fehlenden Arbeiten vollendet, und wir. sehen ein Gebäude dastehen, in seinem .Innern sowol wie durch seinen einfachen Styl ganz dem erhabenen Zwecke würdig, zu dem es.bestimmt ist, und. dessen sich bie größte Gemeinde nicht zu schämen hatte. Einen besonders erhabenen Anblick gewahrt die weiß, reich mit Gold verzierte heilige Lade mit einem einfachen Vorhang von rothem Sammet, überhaupt macht die ganze innere Einrichtung bei der größten Einfachheit den angenehmsten Eindruck. - Die Einweihung geschah am 1. Februar/ und HerrSalomon Pleßner in Berlin war auf Bitte der Gemeinde so gütig, diese unter Assistenz des Hrn. Salinger aus Teterow als Vorsänger, zu vollziehen. Im Vorhofe der neuen Syn^ogeKvMrde, nachdem das Chor einen Gesang vorgetragen^ Her Schlüssel zur Synagoge von dem ersten Vorsteher, 'dem' mitanwesenden Kreis - Landrath, Herrn Baron von Maltzahn-Sommersdorf überreicht, welcher dieselbe öffnete, und während dieser Zeit vom dem Chore das bekannte „öffnet mir rc." (^b ifinD) gesungen Md hierauf in die Synagoge eingetreten. Nachdem nun jeder seinen Platz eingenommen, auch der Vorsänger Herr S. mit dem Chore sich auf die Tribüne (inbn) begeben hatte wurde das „wie furchtbar, rc." (imb Nn) gesungen, noch einige Psalmen abwechselnd rezitirt und vom Chor4 (immer unter Anführung des Herrn S. und mit Instrumentalbegleitung) gesungen, auch wahrend dieser Zeit die Gesetzrollen von einer Deputation geholt. Nun bestieg Hr. Pleßner die.Stufen zur heiligen Lade und hielt eine, der seltenen' und hohen Feier angemessene treffliche Rede, die aus alle Anwesende, ohne Unterschied der Religion, den tiefsten Eindruck machte. Nach der Predigt wuroe wieder von dem Chore ein Psalm mit Instrumentalbegleitung vorgetragen, hierauf begannen die üblichen sieben Umgänge, bei welchen Herr P. ekgends hierzu von ihm gedichtete Gesänge abwechselnd mit dem Chore rezitirte. Nachdem nun noch Herr P. ein von ihm in hebräischer und deutscher Sprache abgefaßtes Gebet für Sr. Majestät den König verrichtet, und die Gesetzrollen in die heilige Lade gestellt wurden, .wurde der 150 Psalm sowie.zum -Schluß das Gebet Adon Olam von dem Chore init Instrumentalbegleitung vorgetragen. Die Präcision und der gute Tenor, mit dem der Vorsänger Hr. S. den Chor anführte, hob die Feierlichkeit, die überhaupt mit her größten Ordüung durchgeführt wurde, ganz besonders. Ueber die Predigt des Herrn Pleßner enthalte ich mir alles Weitere, da dieselbe im Druck erscheint, und sch mir' dann erlauben werde, Ihnen? ein Exemplar davon zuzusenden. Daß sowol der Bau der Synagoge sowie die Einweihung mit großen Kosten verknüpft war, können Sie sich denken, und liefert dies den besten Beweis, daß auch eine kleine Gemeinde (die nicht reich ist) bei festem Willen und Ausdauer, sehr viel zu leisten vermag. Es haben aber auch alle Mitglieder, ohne Ausnahme, nach ihren Kräften dazu beigetragen. 6. Th - ologi e. Würdigung der Bemerkungen zu' den Mittheilungen aus Naphtalis Briefwechsel "in No. 1. der ifr. Annalen von SR. Hirsch in -Oldenburg. (Schluß.) Was sagt nun der Vertheidiger zur Entkräftung dieser 3 so schwer lastenden Rügen? Nichts! ad 1) meint er, wenn auch nur ein einziger anerkannt tüchtiger Talmudist mit mir behaupte, daß die an die babylonische Gemeinden ergangene Ermahnung den zweiten Feiertag foctzufeiern, die Kraft einer eigentlichen Synodaleinrichtung oder Thekanah habe, so möge sich Hr. vr. C. hierin für überwunden erklären." Sehr gütig! Diese Bedingung habe ich ja bereits erfüllt, habe ja schon darauf hingewiesen, daß Maimonides dieser Feier die Kraft einer Thekanah zuspreche/ Ist ihm denn dieser wirklich ein Niemand, _ wirklich kein anerkannt tüchtiger.Talmudist? 'Warum ignorirt der Vertheidiger dies so gänzlich? Da aber Rambam an anderer Stelle diese Feier, deren Thekanah ursprünglich aus Minhag entsprang,-