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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-16 · Heft 21 (16.2.1839) · p. Seite 20

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 21 (16.2.1839)
Date
1839-02-16
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
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20 werden sollte. Ec sonderte, sie daher von . allen Völkern abverfuhr mit ihnen auf übernatürliche.Weife, dafür gab er ihnen aber auch übernatürliche Gesetze. Dies sind die zwei .Hauptbedingungen des Bundes, den er mit ihnen schloß, und die in den Worten niedergelegt. Md: 'Ich werde euer Gott sein, und ihr mein Volk. Aus diesem ergibt sich, nun der oberste Glaubensartikel der jüdischen Nteligion, welcher sie von der natürlichen wie von.allen andern -Religionen unterscheidet, nämlich die Erwählung Israels zum Volke Gottes. Den andern Nationen ist Gott nur Gott, Schöpfer des Weltalls, er leitet sie nach dem einmal eingerichteten Gang der Natur, und legt ihnen keine andere- Pflichten auf, als Pflichten gegen Gott, Gesetze der Naturreligion; Israel aber ist das Volk Gottes,.'es genießt besondere Rechte und muß auch dafür besondere Pflichten erfüllen; seine Lebensereigniffe übersteigen die menschliche Vernunft, daher muß'es auch Gesetze üben, die höher und erhabener als die menschliche Vernunft. (Fortsetzung folgt.) ' Literarische Co rrespondenz. Großherzogthum Baden im Dezember. Den Freunden der rabbinisch-talmudischen Literatur sind wir im Falle, eine wichtige Mittheilung zu machen. Denselben sind die Werke und -^8, *’hrib vom ehemaligen Rabbis .nen zu Minsk in Litthauen,. nachherigen Oberrabbinen zu Metz, Arie Lö b, als höchst ausgezeichnet an Liefe, Schärfe und Gründlichkeit bekannt, und werden sie darum mit Freude die Nachricht Linnehmen, daß desselben Verfassers noch in Manuscript befindliche Scholien zu den Massechtöt Joma, LZllnit, Makkot und .Horajot, diesen, außer No. 1, wenigst bearbeiteten Lheilen des Talmuds, nebst niedreren. wichtigen Abhandlungen über die palästinensischen Boden-Gesetze, unter dem gemeinsamen Titel demnächst auf Substription im Druck erscheinen werden. Zugleich ist.aber. auch. das Erscheinen eines Commentars zum. vierten, Lh.eile unserer Codices, zum 72'n, vom Vater dieses berühmtestes Rabbine.n des vorigen Jahrhunderts,, so wie endlich der Druck-! sämmtlicher hinterlaffenen Werke dessen allgemein verehrten Sohnes, -des letztverstorbenen Oberlandrabbiners Asch e.p Löw zu Karlsruhe, .zu' hoffend Diese Letzteren bestehen in vollständigen-Scholien zum Traktat Beza, in Abhandlungen über viele interessante Controverse im Talmud , in höchstwichtigen Gutachten und Correspondenzen zwischen unserm Verfasser und den weiland berühmtesten Oberrabbinern zu Frankfurt am Main und Prag, und endlich in aggadischen Vorträgen. Es wäre nun eine Anmaßung, wollten wir uns über den Werth all dieser Werke ein vorgreifendcs Urtheil erlauben, denn gewiß berechtigen, die - Namen der glorreichen Verfasser zu weit größern Erwartungen, als wir solche durch irgend eine Art von Anpreisung anregen könnten.-- Dennoch aber glaubt Schreiber .dieses der. guten Sache einen wesentlichen Dienst zu leisten, wenn er berichtet, daß er in Folge seiner früheren mik vielem Zutrauen beehrten Stellung im Hause des seligen Oberlandrabbiners Ascher o w , die Hoffnung anzuregen berechtigt ist, daß unter den hier angezeigten Werken auch eine interessante, auf ein Gutachten in rttfc) gestützte Abhandlung über die synagogische Zulässigkeit der korsikanischen Ethrogim, sich befinden werde, deren-Veröffentlichung auf die iss dieser Beziehung differirende Meinung der jüdischen Gemeinden Deutschlands entscheidenden Einfluß haben dürfte. Zum Beweise auch mit welchem Interesse der Verstorbene die Erforschung dieses Gegenstandes verfolgte, und wie es ihm nicht genügte, sich nur blindlings 'aus Traditionen aus letzter Hand.zu verlassen., kann Korrespondent noch ferner berichten, daß er wahrend seines Aufenthaltes zu Karlsruhe, von Demselben beauftragt worden war, in seinem Namen an den damaligen facente funzioni di Rabbino maggiore, Herrn Mayer Landegger") in Triest, zu schreiben, um sowohl dessen eigene Ansichten als auch den in Betreff mehrerwähnter Ethrogim herrschenden Gebrauch in Italien zu erfahren. Ob nun auch die Antwort des Letztem, auf welche der Verstorbene großen Werth gelegt hatte, sich bei desien Hinterlaffenen Papieren befindet, ist Korrespondenten nicht bekannt. Nun noch Einiges über das Erscheinen der angezeigten Werke. Herausgeber und-Verleger--ist -Herr Gerson Amsterdam in Willna, welcher sich bereits vor Jahren an den verstorbenen Oberlandrabbiner Asch er Löw gewendet, und ihn um dielleber-. laffung der genannten Manuscripte zur Herausgabe angegangen hatte, was. ihm aber vorerst nicht gewährt worden war. Doch wurde^ ihm' nach wiederholtem dringendem Ersuchen willfahren, ihm sammtliches Manuscript noch bei Lebzeiten des Eigcnthümers zugefertigt, und so läßt sich denn die Aechtheit der Werke nicht bezweifeln." Möge nun der Hochherzige, welcher nicht aus Eigennutz, sondern aus reiner Liebe zur Sache uud aus Verehrung für die Verfasser (S. die von ihm -verbreitete Ankündigung j-ji'“) awiia) den kostspieligen Verlag, dieser.Werke beabsichtigt, in.seinem Unternehmen von den, Freunden der rabbinisch-talmudischen Literarur um so eher unterstützt werden, 'alsi-man hier Leistungen erwarten darf, welche mit denen aus. dem Zeitalter,der zarfatischen Rabbincnschule um den'Vorrang wetteifern dürften. Endlich können'wir von diesem Gegenstände .nicht ohne den Wunsch scheiden, daß die literarischen Erzeugnisse der gelehrten jetzt lebenden Rabbinen auch ihre Mäcene finden möchten,, damit sie nicht, wie dies bereits mit' kostbaren Erscheinungen der^Fall war, aus Mangel an Thcilnahme wieder verschwinden müssen. Möge es andrerseits den-Bestrebungen der mitzeitigen zur Unterweisung und Aufklärung berufenen göttesfürchtigen Männer gelingen, für ihre Ideen-ebenso-zu begeistern, als dies den weisen Leitern der Vergangenheit.ist sso hohem Grade gelungen ist. -■ Leopold Schott, Rabbiner. *) Onkel und Schwiegervater deL Korrespondrntm. Redacteurr vr. L. Philipps?«. — Verlag von Baumgartners Bnchhaudlmig. — Druck von I. B. Hirfchfeld.

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