Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 20 (14.2.1839)
- Date
- 1839-02-14
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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80 Hiutim: a) 1Ü121 .in« ,b«; 828, l») >ptovb8 ' (Isaak), o) |na«n ■p.inÄ.b» 828, :d).wnmi3 n«*»n. (Joseph), e). iroirr irtöija. Darauf die 'Einhebung, ri^oiir 2wdd> Kadisch, I2^nb82 1>>8, Kadifch Rabanan, Barchu, Alenu, Schalom. Allein vor 3()V Z-ahren war auch in diesem Theile der Liturgie mehr Eigen- Ihümliches. Ein Pismon 12122 n?a a^nb« intonirte einige Bibelverse, die der Aufhebung der Gesetzrolle vorangingen. Auf ein aus nur drei Strophen bestehendes "p^Tab «astsw wnb«. folgte: 1122 yi:?2 >« (Joseph b. Isaak) mit durchgehendem Reim/ dann die unter a, c, d angegebenen Piutim, so daß a nebst 6 ein ganzes.sieben-strosthiges 828 bildere. In dem., ii^^in 2iri22 und nach 'dem ersten Verse (d. h. nach.Haolam) ein kleines Pismon 111 eingeschaltet. Das Schal on, begann üip?a b22 oder ^7ii 82iill m (Abraham .Salmur): Kadifch und Barchu. (Fortsetzung folgt.) L t t et a f u r. Kleine Büch erschau^ 26) Gottesdienstlicher Vortrag, gehalten in 'der Synagoge ju Breslau, von Dr. A. G e iger. Eingesandt von vr. M. Heß. (Schluß.) „W-aS ist also Israel." — so spricht der Vers. — „Das „Bleibende an ihm, das ist sein Glaube, der Glaube an. den ein- „zigen, ewigen. Gott, der mir seiner Allmacht und Atlgüre über „unS herrscht, das Vertrauen auf diesen Heiligen, Reinen, die „Ucberzeugung, daß er von uns Selbstheiligung verlangt, daß „wir ihn verehren durch Peinigung unser selbst" u. s. w. „Ja" fQt)rt er fort — „in. diesem Ewigdauernden, in dieser.Grundfrage seines geistigen Daseins immer Eines, wenn auch die Aeu- „ßerung dieses Grundgedankens, wenn auch der Bau, welcher auf „dieser Grundlage entstand, zu verschiedenen Zeiten verschieden war. „Denn allerdings war jenes Israel zu den Zeiten der Propheten „ein anderes, als es nach der Zerstreuung war und dieses wiederum ein anderes, als das heurige,, ein anderes in.Betracht mancher Gebräuche und Einrichtungen', die Träger sein sollten „deS inneren belebenden Geistes und dem Wechsel unterworfen „sind." — Und nun die Anwendung. „Wenn du einst vor den Richter- „stuhl GotteS trätest und er spräche zu dir: Ich habe dir durch „meinen. Propheten, ^erkunden lauen, was der tiefste Gehalt des „dir ostenbarten Wortes ist 'n N721 ±ita ii?a 218 ’ifV I^N „ysitm 12N n2ii8i üöiö» 'niw 28 >2, ‘psa'iaw ‘pnb« j/pnib« 'ii ab.'rob.ist dir gesagt worden-, o Mensch, „was gut ist, und was der Herr, -dein Gott-, von dir verlangt: „Gerechtigkeit üben, Milde lieben und bescheiden wandeln vor; bei; „nem Gotte!" und er fragte dich nun: bist-du gerecht -gewesen, „gerecht gegen Jedermann., und stehe er dir Mch-iin. Glauben „fern - denn meine Kinder sind alle —, warst du milde und „nachsichtig, hast du nicht in Selbstgefälligkeit und in Ucber- „schatzung deines Werthes, deiner Frömmigkeit, mein vergessen'! „und du müßtest sprechen: Herr ich habe vielen Satzungen mich ^unterworfen und bin ihnen mir ängstlicher Strenge gefolgt, aber „gerechr war ich nimmer — und du müßtest so sprcclnm., da/vor „dem Allwissenden.kein Leugnen ist und die Steine deines Hauses „wider dich zeugen würden, so du es verschweigest wolltest und „du sähest nun,erst ein, wie.du'das Bleibende versäumt um deS „Wechselnden.willen." ^„Nein"— so schließt der Vers. — „uns „fere Hoffnung ist nicht hin;' der wahre 'Jsraelglaube ist uner- „schütterlich und.mögen Stürme Über ihnherzi'ehen und mögen „alle Aepre an ihn gelegt, werden, er -trotzt jeglichem Versuche ihn „zu stürzen. Wohl mag 'Manches'starr scheinen; aber unter dieser Erstarrung, in dieser Verwesung lebt ein Geist, der die Felgen durchbricht, und nep verjüngt, kräftig und verklärt, steht „auch die äußere Erscheinung, wieder da. DaS wird nun auf „manches Hinderniß stoßen und mancher Widerspruch wird sich „erheben; aber immer traf die Wahrheit auf. Hindernisse, immer „hat das Güte, bis eS herangereift mir Widerspruch kämpfen müs- „seNi. Und wenn du deshalb zagen wolltest, mein Äsraelire, dann „blicke hin auf die begeisterten GotteSmanner, welche in derVor- „zeit aus deinem Schovße hervorgegangen sind, blicke hin auf „deine Propheten, die zu. ihrer Zerr häufig verspottet, dann ein „Licht der Welt wurden. . .min '^8 wita-a «ti;n bl8, Thö- „richt der Prophet, unsinnig der Manw deö Geistes, rief man ih- „nen zu, aber dennoch waren sie unermüdet in ihrem Kampfe ge- „gen .Götzendienst und Sittenlosigkeir und sie — siegstn. O, so „werden aüchUr für die reinen Lehren Israels kämpfen und „Nicht von ihnen lassen und die Form auch achten, in welcher „der. Geist sich darstellt, so lange er in ihr sich darstellt.. So „werden auch wir zu dem herrlichen Ziele beitragen, daS' der „Menschheit gestattet.ist,,ar2. yitfr» b^ bs. ^bnb.'ti irrn „in« 172-LI iri8 'ti iT12r>‘ 8ilnn .und der Herr wird sein „König über die ganze Erde; in jenen Tagen wird der Herr „einer sein und sein Name einer!" DaS sind goldne-Worte! So. sollten alle Lehrer in Israel reden! Eine solche Gedanken-Fülle und Kraft dev Ausdruckes, wie sie nur eine ungehcuchelte Gesinnung und'eine wahre Begeisterung erzeugen, sollten überall sich offenbaren, wo das Wort Gottes verkündet wird. Einige Wünsche können wir jedoch in Beziehung auf den fraglichen Vonrag nicht unterdrücken: Der eine betrifft das Einschalten von hebräischen Worten mitten im Satze, wodurch der Fluß der Rede gehemmt wird, z. B. „Allein kymi92!H21K Ich spreche von deinen. Zeugnissen, so wirst du mir Beistand leisten;" ferner „Mensch vertraue nicht auf daS Wechselnde und überbebe dich nicht des Besitzes von Gütern, die 122-81 m -y2->2> wendest du dein Auge weg und kehrst es wieder hin, bereits verschwunden sind."") Der.zweite betrifft die vom Versaper selbst zugestandcne Eigenthümlichkeir seines Vortrags, daß der logische Faden, welcher durchgeht, nicht vorgezeigt, sondern von dem Zuhörer selbst soll aufgefunden werden. Hiemit können wir uns nicht einverstanden erklären, da es bei der.Beschaffenheit des Publikums, zu welchem der Canz elredn er. spricht, unerläßliche Pflicht ist, den Zuhörern daS Verständniß seiner Rede auf alle möglich^ Weise zu erleichtern. Der dritte Wunsch ist-endlich der, daß der Verfasser nicht unterlassen möge, seinen Vortrag immer vollständig niedcrzuschreiben; denn nur. auf diese Weise ist eS möglich, der Darstellung eine vollendete Form und namentlich jene edle. Popularität zu geben, welche bei dem gottesdienstlichen Vortrage so wesentlich ist, und die man bei dem Verfasser hie und da vermißt.. Wir sagen „hie und da;" denn, daß der - Verfaner dem kühnen Fluge seiner Gedanken auch einen populären und ächt rednerischen Ausdruck zu geben vermag, zeigen zur Genüge die.Stellen, welche wir auö seiner trefflichen Rede angeführt. Um sv -mehr müssen wir wünschen, daß er unseren wohlgemeinten Rath beherzigen möge. Er wird dann bei seinen reichen Gaben mit der -Erleuchtung der Geister die Erbauung der Herzen in noch'höherem Grade bewirken und noch viel größeren. Segen stiften!' ' f‘ °) Hiermit können wir nicht übereinftimmen; es kommt nur darauf an, wie die bebr. Worte ausgesprochen, werden. Die Erfahrung bar eS uns au die Hand -gegeben, ddß gerade durch einesolche-Unterbrechung der deutsche» Worte durch-die schönen Laute, der^hebr.^ ein -tiefer, fördernder Eindruck' geiuacht worden. ' ‘ Nedact eur. Redacttur Dr. 8* Philippfon. — Verlag von BanmgärtnerS Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.