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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-12 · Heft 19 (12.2.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 19 (12.2.1839)
Date
1839-02-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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in. Jahrgang. Allgemeine No. IS. Zeitung -es Zu-enthumS. Ein ' unpartheusches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. EäLfischre aüergnädigfter Eoncession.) Leipzig, den 12. Februar 1839. Zeitungsnachrichten.. Hamburg, 29. Zau. (Eingesandt). Sie werden wol die Güte haben, folgenden, aus den „Mittheilungen aus Oldenburg" vom 12. h. entlehnten, interessanten Worten ein Plätzchen in der Allg. Zeit. d. Jud. einzuräumen. „Selten hat mich der Inhalt einer, dem Druck überlieferten Predigt so freudig überrascht, so tief ergriffen, als die „Worte, gesprochen am 27. Nov. 1838 in der Synagoge zu Oldenburg" *) welche erst heute der Zufall mir in die Hände führte. Eine so würdige Göttesverehrung, ^kttb-solche Anhänglichkeit an unser allverehrtes Fürstenhaus, ein solch warmes Erglühen für das zweite Vaterland, eine , so christliche Nächstenliebe; eine Rede, so frei von leeren Phrasen, Gesinnungen, so fern von aller sectischen Absonderung, hätte ich, aufrichtig gestanden , nicht zu findest erwartet. Nicht daß ich noch Theil hätte an den mittelalterlichen Vorurtheilen gegen den mosaischen Glauben oder daß ich diese--auch nur bei irgend, einem meiner Mitchristm suchen , möchte, aber man lese diese „Worte" der Liebe, und wenn es erlaubt ist, von ihnen auf den Geist des neueren Judenthums und weiter auf den ganzen mosaischen Glauben selbst zu schließen, so wird er uns nicht als etwas Abstoßendes , Gesondertes, dem Christenthum feindlich gegenüberstehendes, nicht als eine durch veraltete Formen entgeisterte Religion, sondern vielmehr als eine reine , von kirchlichen Satzungen unverdorbene Gottesverehrung erscheinen. Predigten, in diesem Geiste gehalten, können nicht anders als wohlthatig auf ritte endliche Verwischung jener unseligen Meinungsverschiedenheiten im Gebiete des Glaubens hinwirken, welche bis auf unsere Zeit Ursachen so unsäglichen Elendes gewesen sind. Da der Erlös aus dem Verkauf der erwähnten Broschüre für die noch zu begründende Bürgerschule bestimmt ist/ so kann man gewiß mit doppeltem Rechte Oldenburgs Bürger auf diese wahrhaft erbauende Rede aufmerksam machen." L. W. *) Der Titel dieser Rede ist folgender: Worte, am 27. November 1838 dem Gedächtnißtage der Rückkehr des hochseligen Herzogs Peter, in der Synagoge zu.Oldenburg , gesprochen von S. R. Hirsch, Landrabbiner.. (Auf Verlangen dem Druck über« lassen). Der Ertrag ist für die zu begründende höhere. Bürgerschule^ bestimmt. Oldenburg, gedruckt bei Gerhard Stelling... 1838. Einsender. - Aus Unterfranken, 25. Jan. (Prkvatmktth.) , Mit tiefem Schmerzgefühle setze ich mich nieder, Ihnen das nachfolgende rentamtliche Cirkulacschreiben abschriftlich zu übermachen. Das Schicksal 'meiner armen Glaubensgenossen jammert mich und mehr noch, als das Drückende, welches in . dieser Forderung liegt, beunruhigen mich deren nachtheiligen Einflüsse auf ihre geistige und sittliche Veredlung. Wie leicht kann es Rückschritte zu Folge haben, wenn alle Bestrebungen, alle innere Verbesserungen so erfolglos in Ansehung ihrer äußerlichen Verhältnisse bleiben und gar keine Verbesserung bewirken. Gott gebe, daß meine Brüder sich nicht irre machen lassen; daß sie ihre Hoffnung nicht aufgeben, und nicht aushören zu streben,, immer edler als Menschen und als Bürger zu werden! — Und wenn auch auf dem Wege des Rechts Alles verloren geht, so bleibt uns ja noch immer unfers Königs Gnade, die wir nie vergeblich ansprechen. Das fragliche Schreiben lautet, wie folgt: „die Königl. Regierung hat durch Entschließung vom 13. d. M.. befohlen, daß die Judettextrag'eld er pro 1835—36; 1836—37 und 1837—38, dann für das, laufende Jahr 1838—39*) erhoben, und zu diesem Behufs ein Verzeichniß über das Vermögen der sämmtlichen Juden tri ** hergestellt werden solle. — Dieses Verzeichniß' soll in der Art.geschehen, daß im Beisein des Vorstehers und eines Juden aus der Gemeinde jeder Jude erklärt:, a) wie hoch sich sein Gewerbs-Verdienst und Handelskapital belaufe.'-— b) die Zahl des Umsatzes dieser Kapitalien;, e) den Werth seines Grundvermögens an Gütern und Häusern; d) seine Aktivkapitalken. In Folge dessen erhielt der Vorsteher die Weisung: 1) unverzüglich einen Juden zu diesem Geschäfte zu bestimmen , und mit. demselben beim Königl. Rentamts zu erscheinen. Ferner 2) die. sämmtlichen Juden gleichfalls auf diesen Tag und Stunde zur Liquidation von der Commission anher vorzuladen, ' dabei aber denselben zu bedeuten, daß jeder Nichterscheinende von der Commission ohne Rücksicht werde begutachtet werden. Königl. Rentamt. N." •) Für das. Jahr 2400 Fl. beträgt also für diese 4 Jahre 9600 Gulden, und diese sollen nur die Juden, des ehemaligen GroßherzogrhumS Würzburg zahlen! Corresp.

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