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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-05 · Heft 16 (5.2.1839) · p. Seite 64

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 16 (5.2.1839)
Date
1839-02-05
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
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tragt, hatten sie Erlaubniß, Convertiten machen zu dürfen. Kraft eines andern Privilegiums dürfen sie von den von ihren Vätern vererbten Grundstücken der Krone jährlich nur die Hälfte von dem entrichten, was andere Ländereien von gleichem Umfange zu zahlen haben. Werden solche Grundstücke an einen andern einheimischen Fremden, oder weißen Juden verkauft, so erstreckt sich dieses Vorrecht auch auf den Käufer, .erlischt aber, wenn Jemand von einer andern Wolksklasse dergleichen Ländereien an sich bringt. Das Alter dieses Freibriefs kenne ich nicht, doch habe ich Grund zu vermuthen, daß die weißen Juden kurze Zeit vor den Portugiesen ins Land kamen, denn ich habe in Europa Personen mit den nämlichen Familiennamen getroffen, wie in Cochin, zum B. die Rotenburgs, Tserfates, Aschkenazim und Sargons." (Fortsetzung folgt.) S p r a ch k rr rr ö e. Jesuran und Konkordanz. (Fortsetzung.) Hatten die Vorhergehenden nach und nach alle Quellen des hebräischen Studiums eröffnet, ging man nun in der sechsten Periode an die Verarbeitung Aller, so wurde zwar jetzt die dialcctische und exotische Vergleichung erweitert, dennoch aber wurde die arabische Sprache den aramaischen immer noch vorgesetzt, und die neuhebräischc gänzlich vernachlässigt. Ja, Michaelis verfolgte dies Studium der jüdischen Schriften sogar mit Gehässigkeit. Auch schwankte die Etymologie noch immer hin und her, und erwartete noch den, der ihre Gesetze fest bestimmen sollte. Dennoch gewann daö hebr. Studium erst jetzt seine solide Grundlage. Gesenius ordnete und erhellte die Grammatik, fundirte zuerst eine nüchterne Vergleichung der Sprachen, führte zuerst die Sanstritsprache in die hebr. Lcxicograpbre ein; aus dieser Lexicographie verjagte er die Philosophie, und berücksichtigte die arabisch geschriebenen Grammatiken der Juden. Hupfe ld untersuchte die Buchstaben- und Lautlehre sorgfältiger, verwarf die Dreibuchstäbigkeit und führte die Verbalwurzeln auf wenigere Elemente zurück. Ewald ging aus die Natur der Sprache zurück, erforschte daö Gesetz derselben, und suchte dieses aus ihr selbst durch die Vernunft zu entwickeln, hierzu jedoch alle weitere HülfSquellen vermeidend; weshalb man feine Ansicht die rationale nennt, und der empirischen und historischen gegenüberstellt. Da6 siebente', fast goldene Zeitalter beginnt nun, nach Delitzsch, mit Julius Fürst, seinem Lehrer, welcher die historisch-analytische Schule begründet/ Diese verbindet Tradition, Vergleichung und Philosophie der Sprache, daß sie in einen nothwendigen Einklang treten. Sie nennt sich historisch, weil sie ihre Untersuchung von'der Tradition, insonders der jüdischen, welche Vieles ganz allein enthalt, und weil sie die formale und ideale Gleichheit der hebr. Sprache mit den übrigen sechs Familien der alten Sprachen behauptet. Analytisch aber nennt sie sich,, weil sie die Sprache durch eine gewisse Vorsehung der Ideen, nicht durch einen blinden Zusammenstoß der Spräcka'tome gebildet glaubt, daä Zufällige vom Nothwendigen, das Trennbare vom 'Untrennbaren, die Wurzeln von den Stammen ss. zu.trennen strebt, und dies durch die Hülse rationeller Analyst?, wodurch erhellt, daß der Sprachstoff aller alten Sprachen eine gewisse TriaS der Wurzeln ist, in Zahl, Form und Bedeutung übereinstimmend, gleicherweise beugsam und verandersam, auS der alle Schatze und Westandtheile flössen ff. Durch diese Analyse wird derSemilismuS eine Sprache, und der Sanskritismus ist ihm wie ein deckendes Dreieck. In diesem^Gebiete werden namentlich dieJrrthümer dcr rationalen Schule über die einfachere.Form des SemitiömuS ff. zurückgewieftn. Delitzsch fügt diesem die Erwähnung der anderweitigen Entdeckungen Fürst'S hinzu, wie die Nichtigkeit der Werba y'y und; den VocaliSmuö der Buchstaben , j-j, y* die Lehre vpn den Verbal-Präpositionen, und den präfixen Nominal-Klauseln, die den sanskritischen Sprachen mit dem Scmitismus gemeinsam ist, und so fort. Endlich hatFürst daö Verdienst die chaldäifche Sprache, die bis dahin gänzlich vernachlässigt worden, als den ältesten °) semitischen Dialekt, an das Licht,gezogen zu haben. Dies führte er aus in seinem Lehrgebäude der aramäischen Idiome (1835), Charme Peninim (1830), seiner Konkordanz, die bereits bis zur achten Lieferung gediehen, und welchem ein hebräisches Lexikon und ''eine hebräische Grammatik folgen so lt. (Fortsetzung folgt.) Literarische Notiz. Aus Kahira wird unterm 36. Nov. gemeldet, daß der Gelehrte, Herr Tattam aus Bedford Aegypren durchreist, mit dem besondern Zwecke: die in den Klöstern deö Landes zerstreuten, auf die heilige Schrift bezüglichen Manuscripte zu sammeln, um die koptische Bibel vervollständigen zu können,, deren Herausgabe er schon seit Jahren vorbereitet. Schon ln Kahira ist Herrn Tattam's Bemühung durch die Entdeckung der Bücher Jesaia's, Jeremia'S Mid der Trauerlieder in koptjscher Sprache belohnt worden. °) Wenigstens hat er am meisten die altere Formation beibebalren, indem er weniger sich ausbildete, wie der äolische Dialekt nicht der älteste der griechischen Dialekte ist, aber ' am meisten auf der früher» Stufe stehen geblieben, ßo ist eS auch mit dem ch.ud. Dialekr. Nedact. B e m e v t u n g* Im Anzeiger zu No. 159. 153. und.155. war das jährliche Gehalt von resp. 359 Mark und 190 Mark in dem Elementar-Lehrer-Gesuche aus Glückstadt durch Druckfehler auf eben so viele Thgler angegeben: worauf wir die Bewerber aufmerksam machen. ' Dre Mehaiktiorr. Redakteur: Dr. L. sphLlippson. — Verlag von VKUMgärtuers Buchhandlung. — Druck ron 3. B.

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