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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-05 · Heft 3 (5.1.1839) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 3 (5.1.1839)
Date
1839-01-05
Page
Seite 4 (sequence 8)
Language
German
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4 sich nur mit großem Rabat verkaufen laßt. — Herr Carm oly veröffentlichte die erste Lieferung eines Werkes, betitelt:- rmbw. Es ist sehr zu bedauern, daß dieses Werk nicht vollendet worden, da die biographischen Werke, nicht bloß in Deutschland, sondern auch den liberaleren Landern zu trübe sind in dem Theile, welcher die merkwürdigen Männer unter den Israeliten betrifft; denn sie können diesem Theile nur'ein relatives Verhältniß anweisen. Üm den Geist des Werkes des Herrn Carmoly zu bekunden, muß m'an wissen,. daß der frühere Groß-Rabbkne vom Metz, der sel. Worms, eine Art lithographirten Circulairs gegen ihn erließ, wo'der Titel des siöid ihm nicht verspürt wurde. Herr Carmoly hat überdieß wahrend seines kurzen Rabbinats zu Brüssel seinen Namen an die Redactkon eines neuen Minhag oder Reglement, einer Cultusreform geknüpft. Er hat auch in dieser Stadt veröffentlicht und nach Paris gesandt ein Memoire bezüglich auf eine hebr'. Medaille zu Ehren Ludwig des Frommen*); ein Memoire, über welches der achtungswürdige' Herr Gerson Levy von Metz einen sehr interessanten, Bericht der Akademie von Metz am 30. Aug. 1836 überreichte, welcher auch gedruckt ist. Endlich hat er auch in dem Journal äsiatique die Reise des Rabbi Petachio unter dem Titel S'DD mit einer Uebersetzung und Noten gegeben. (Fortsetzung folgt.) Literarische Correspondeuz. Paris. Der. neunte Band der Cahen'schen 'Bibel, deffen Erscheinen Sie bereits mitgetheilt, enthält des Wichtigen sehr viel, so daß eine genauere Analyse wohl ganz hier an ihrem Platze ist. Zuerst begegnen wir dem Vorworte,, welches schon No. 131. v. I. erwähnt worden. Dann der Uebersetzung der Vorrede Abarbancls zu seinem Comm. über Jesaja, so wie dieses Comm. zum 34 und 35sten Kap. Jes. An diese schließt sich ein Auszug ausder Note über die Erwählung deS jüdischen Volkes, welche schon No. 63. deS vor. I. bemeldet worden. Alsdann folgt eine Abhandlung von Munk über Rabbi Saadia Gaon und seine arabische Uebersetzung des Jesaja, so wie über eine persische Uebersetzung in. einem Manuscript der Königl. Bibliothek. Dieser fügt derselbe Gelehrte das 29ste Kapitel des zweiten Theils des More Neluichim in, arabischen Urtext mit französischer Uebersetzung hinzu. Wir erhalten hierauf den Beschluß des Jesaja (von Kap. 54.) und den Anfang der Chronik (bis zum 18. Kap.), wozu die Uebersetzung des zweiten Kapitels des Zupz'schen Werkes über die Chronik,.wie schon-No. 149. v.J. berichtet rvorden. — Da die. übrigen Aufsätze bekanntere Gegenstände betreffen, so -wird hier ein Auszug der Munk'fchen Abhandlung an ihrem Platze sein. *) Dieser König hatte die Juden mehrere Male gegen die Angriffe deS Bischofs Agohard von Lyon vertheidigt. . Redact. Durch die muselmännische Herrschaft war auch bei den Juchen die chaldaische Sprache durch die arabische verdrängt worden. Eine arabische Uebersetzung der Bibel ward nothwendig, da die chaldaischen nicht mehr, ihren Zweck crfüllren. Rabbi Saadia .unternahm dies. Saadia ben Joseph, geboren zu Fayyoum in Oberägypren, 4652.(892 der chr. Zrr.). Durch den Resch Gluw David ben Zaccai wurde er in seinem 36sten Jahre -nach Sora in Irak berufen, Md mit dem Titel Gaon bekleidet. Im Jjar 4688 (Mai 928) kam Saadia zu Sora an, aber schon zwei Jahre nachher entstand ein großer Streit zwischen ihm und dem David b. Z. Als aber Saadia auf die Uebertragung der Resch Glutawürde aus den Bruder Davids, Josia, bei dem Kalifen Almoktadir-Billah antrug, uno dieser Antrag von einer Versammlung von Kadi's und Vezieren verworfen wurde, mußte Saadia fliehen, und sieben. Jahre sich verborgen halten, bis er, durch einen Freund wieder mit David ausgesövnr, wieder nach Sora kommen konnte, wo er 5 Jahre nachher, .4702 (942) im Alter von-5V Jahren,' starb. In jener Verborgenheit soll er seine wüsten Werke verfaßt haben. Um die Angaben Rapoports und De Rofsi's zu vervollständigen, gicbt.Munk folgende Liste seiner gedruckten oder noch im Manuscripte vorhandenen Schriften: 1) riimnVN TOsn Uebersetzung deS Pentateuchs, gedruckt in dem Pcnt. Konstantinopel 1546 und in den Polyglotten von Paris und London. 2) JT'j’uri ‘T’OöD,. Uebersetzung des Jesaja, 1791 von Paulus herausgegeben. 3) 28N2 (Buch der Rechtfertigung) Uebersetzung des Hiob. Manuscript der Bibi. Bodl. Oxford, cod. Hundingt. 511. 4) ‘ riü'ab ’jWfcöbfi?!”pöah Erklärung der 70 Worte, die man nur einmal in der Schrift sin det..,i dich 573. 5) Arabische Uebersetzung und Commenlar des t-7k-pltv >-^5 die Saadia selbst ä&rö nennt, Bodl. cod. Pococke 256. Dieser arabische Counm hat nichts mit dem im S.' Jezira Mantua 1562 unter dem Namen unsres Autors abgcdruckten, unwürdigen hcbr. Comm., der einen viel spätem Verfasier habenmuß, da er spätere Autoren citirt, gemein. Saadia exponirt in einer Langen -Einleitung die Meinungen der philosophischen Schulen über den Ursprung der Welt. Jeder Paragraph deö S. Jetzira ist mit einer arabischen Uebersetzung und einem doppelten Commentar, dem einen sprachlich, dem andern, um einen mit den Meinungen der Philosophen übereinstimmenden Sinn hcrauszubringen, begleitet. ,6) Sana Büch der Glaubensmeinungen und Dogmen. Bodl. cod. Pococke 148., übersetzt ins hebräische. durch Jehuda Jbn Tibbon rn^-i^i nidlUdrN *)SÖ (Berlin 1789). Hiernach beschäftigt sich Munk mit der arabischen Uebersetzung des Jesaja von Saadia, und giebt eine Lese Verbesserungen, die bezeugen soll, wie viel noch Rosenmüller und Gesenius zu verbessern gelassen. Sehr triftig beweist er die Echtheit dieser Uebersetzung, insonders aus Saadia's eigenen Erklärungen im Werke No. 6. Um den Charakter dieser Uebersetzung als einer systematischen Paraphrase zu beleuchten, führt Munk Beispiele an, wie Saadia 1) alle anthropvmorphistische Ausdrücke mit Sorgfalt entfernt, ganz nach Art der Targumim; 2) rabbinisch-traditionclle Erklärungen beibehält (z. B. 6, 1. Als König Usia vom Aussatz befallen wurde), 3) figurirre Ausdrücke umschreibt lz. B. 1, 10 die ihr gleichet den Königen Sodoms); 4) bisweilen abkürzt und hinzufügt, um Klarheit und Eleganz des arabischen Styls zu befördern, da er seine Uebersetzung auch für. die Muselmänner bestimmt-hatte; 5) für die gegraphischcn Namen arabische setzt, theils nach der Tradition, theils nach eigener Conjcktur; 6) arabische Worte in uneigcntlichem Sinne gebraucht, wenn sie den hebräischen gleich klingen. Munk fügt das 27ste Kapitel mit französischer.Uebersetzung Md Noten hinzu. (Schluß folgt.) Redactcur: vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von Z. B. Hirschfeld.

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