Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 2 (3.1.1839)
- Date
- 1839-01-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- Odesa 2× ep/1000834
- Riga 1× ep/1000826
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oi. Jahrgang. Allgemeine No. 2, Zeitung des Zudenthmns. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse., (Mit König!? Sächsischer allergnädigster Eoncessiont) Leipzig, den 3. Januar. 183$. Zeitungsnachrichten. Russische Gränze, 7. Dez./'(Privatmitth.). Die in den Zeitungen.vielfach besprochKN§ Wilnaer Verschwörung sollte, sicherm Vernehmennach, mit Ermordung der dortigen Juden ihren Anfang nehmen. Einige der Verschworenen ließen in einer Weinstube,-im Rausche sich einige verdachterregende Wörtern französischer Sprache entschlüpfen, welche der Wirth, ein Jude, allzuwohl verstand, und gehörigen Orrs anzeigte?".worauf die Arretirüng der Verschworenen erfolgte. Leipzig, 17. Dez. Es ist gewiß von Wichtigkeit, die Aussprache der öffentlichen Meinung über das neueste, mehrfach erwähnte König!. Bakersche Rescript zu vernehmen. "Es ist dies ein interessanter Thermometer, dessen Angabe den Luftstand beurkundete Wir haben deshalb schon einen Artikel der hiesigen Allg. Zeitung -ohne weitere Bemerkung .mitgetheilt; an diesen knüpft sich der folgende in demselben Blatte datirt „Aus Franken, 12. Dez. und lautet: : , „Wenn es auch immer ehrenvoll ist und von den Zeitverhältnissen dringend gebeten wird, für seine bessere Ueberzeugung auch ein Opfer-nicht zu scheuen, so.glauben wir doch' nicht, daß' obige Verordnung einen Theil der Juden wirklich zur Auswanderung veranlassen müßte, aus dem einfachen Grunde, weildieselbe wahrscheinlich nicht lange bestehen wird? Ein Minksierwechsel kann der ganzen jetzigen Sachlage in Baiern eine andere Wendung geben und eine Verordnung im entgegengesetzten Sinne wieder aufheben, die in ganz Europa das allgemeinste -Aufsehen erregen muß, wie sie denn auch wirklich das merkwürdigste Aktenstück ist, welches' irgend eine europäische Regierung im-19. Jahrhundert ergeben ließ. Jndeß alle europäische Staaten seit Jahrzehenden die angelegentlichste Sorgfalt darauf wenden, die Juden von ihren alten Vorurtheilen zu heilen, ihre religiösen Begriffe zu lautern, ihren Gottesdienst' zweckmäßiger zu .gestalten; indeß ein großer Theil der Juden selbst mit Hand ans Werk legt, um das vollständige-Bürgerrecht unter den Christen zu erringen, tritt das kleine Baiern allein plötzlich von-diesem Wege zurück und stellt sich durch seine Verordnung in Opposition gegen ganz Europa. Gewiß schon die nächste Zukunft wird eine'Bestimmung wieder aufheben, die nicht blos in Baiern, sondern in der ganzen gebildeten,Welt das höchste Aufsehen und die allseitigste Misbilligung erregen mußte!" St. Petersburg, 15. Dctober. (Privatmitth.). Lei- ' der kann ich die Ihnen unter dem 31. Marz mitgttheilte Nachricht von der Beschränkung des Aufenthalts der russk-- schen Israeliten in einigen fremden Gouvernements, trotz der Berichtigung in No. 88. aus Odessa, nicht zucücknehmen. Wollte Gott ich könnte cs, ich würde mir schon gern den harten Ton dieser Berichtigung gefallen lassen, der höchstens dem gegenüber passend erscheint, der mit Schadenfreude das Böse berichtet. Darin freilich -sieht Herr K-th scharf, daß unter fremden Gouvernements diejenigen zu verstehen sind, in-denen den Juden ein statiger Wohnort untersagt ist; aber wie reime ich den Unsinn zusammen, weil er.in Odessa nichts davon weiß, darum ist. das Ganze eine „triviale Lüge"? Statt aller solchen nichtssagenden Beweise, berufe ich mich unter vielen andern nur auf die eine Thatsache, daß gleich nach dem Erlasse des in Rede stehenden Ukafes mehrere dabei betheilkgten Kaufleute in Mi tau eine- Beschwerdeschrist beim General-Gouverneur in Riga einreichten, und diese . unberücksichtigt zurückerhielten. Wird dem widersprochen, dann — ja auch dann wünschte ich in -einer? gebildeten Ausdrucksweise eines Bessern belehrt zu werden *).' G. Politik. Zweite Verhandlungen der Provtnzialstände für Nord-Jütland, über die Wählbarkeit öer mosaischen Glaubensbekenner zu Standemitgliedern. (A'uS dem Dänischen der Ständezeitung, im Auszuge.) (Fortsetzung.) Assessor Wi th bemerkte, daß die Frage, »vorauf die vorliegende Sache beruht, öke ist, ob in der Nationalität der Juden oder in ihrer Religion rstwas sich findet, welches sie ungeschickt zu würdigen Repräsentanten in der Ständever- °) Wo es sich mm etwas so Wichtiges handelt, kann ein hartes Wort nicht übelgedcuter werden. Jedenfallsverlangte Herr K-....th die.. Worte des UkyseS, .und diese sind — diesmal auch nicht angegeben! Redakt,