Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1844)
- Date
- 1844-12-23
- Page
- Seite 761 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225335-3225388--06557-3315380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
761 firnub lehrt. Schreiber dieses hatte auch vor einiger Zeit Gelegenheit, genannten Rabbiner bei einer öffentlichen Schulprüfung zu sehen, bei der er sich nicht nur reckt wacker benahm, sondern auch bewiesen hat, daß er von seinen früheren ungemessnen Forderungen zurückgckommen ist. Möge uns Herr Rabbiner Wechsler öfter Gelegenheit geben, seine Verdienste anzuerkennen; wir wollen gern, unbekümmert um seine theologischen Ansichten, seine frühere feindselige Stellung gegen den Lehrerstand vergessen. Zugleich nehme ich auch Veranlassung, einen Uebelstand zu rügen, der sich bei uns hinsichtlich der Schulzeit vorfindet. In denjenigen Gemeinden, in welchen eine protestantische Schulinspektion bestehet, besuchen die jüdischen Kinder die Schule bis zum zurückgelegten dreizehnten Jahre, in denjenigen aber, in welchen eine katholische ist, besuchen sie, wie die katholischen Kinder, die Schule nur bis zum zurückgelegten zwölften Jahre, was besonders bei den Knaben von dem größten Nachtheil ist. Die desfallsigen Schritte eines Lehrers bei der k. Regierung von Miltelfranken waren erfolglos, aber wäre es nicht Sache der Rabbiner in den katholischen Bezirken Schritte deshalb zu thun? — Zu der Stelle in Aschaffenburg haben sich auch Rabbiner aus unserm Kreise gemeldet. Die Hoffnung, es werde sich Niemand melden und dadurch eine neue Wahl zur Unmöglichkeit gemacht werden, ist also selbst nicht vor den angestellten Rabbinern gerechtfertigt worden. Jedoch muß bemerkt werden, daß ein Rabbiner unsres Kreises, ehe er von den Motiven der Erledigung Kenntniß hatte, -einleitende Schritte zur Bewerbung gethan hatte, aber alsbald wieder zurück trat, als er von dem Stand der Sache Kenntniß erhielt. In Fürth ist Alles ruhig und man hört nicht, daß von den Gegnern Löwy's Maßregeln genommen werden, eine zweite Stelle zu kreiren! — Kr. Braunschweig, 14. Dezember. Die Ständeversammlung hat das Gesetz über die Formen der Judeneide mit einigen Modifikationen angenommen. Diese Eide sind demnach den christlichen Eiden im Ganzen gleichgestellt worden. Die Formel beginnt mit den Worten: „Bei dem Ewigen, meinem Gotte, schwöre ich ohne Vorbehalt oder Aus- | flucht in Aufrichtigkeit des Herzens," und schließt j mit den Worten: „So wahr mir Gott hilft und j sein heiliges Wort," wobei der Schwörende mit be-! decktem Haupte die rechte Hand auf den 7ten Vers des 20sten Kap. des 2 B. Mos. legt. Personal- und Lokalnachrichten. Arad. Kürzlich wurden die Prüfungen an der königl. israelitischen Realschule zu Arad, in Gegenwart der löbl. Schulkonimiffion, des Herrn Bürgermeistersund Lokaldirektors Franz von Schärfenedcr, so wie eines gewählten zahlreichen Publiknuis abgehalten. So wie früher wurde auch dieses Jahr von dem eifrigen Beförderer dieser Anstalt, dem edelstnnigen Herrn Moses Hirschl, k. k. prio. Großhändler und Inhaber der goldenen Zivil-Ehrenmedaille, zwei der von ihm zum Besten dieser Anstalt für ewige Zeiten gemachten vier Fiindationen verwendet, und zwar der Betrag von 40 fl. zum Ankauf und zur Bertheilung nützlicher Bücher an die besten Schüler, und 20 fl. als Prämie für den ausgezeichnetsten Schüler der ärmern Klasse. Es verdient wohl erwähnt zu werden, daß diesen Preis diesmal ein Schüler griechisch nicht unirter Religion erhielt. Mögen diese Zeilen eben sowol auf die treffliche Anstalt aufmerksam machen, als das stille segensreiche Wirken dieses menschenfreundlichen Mannes mehr zur Oeffentlichkcit bringen, damit auch Andere zu gleichen Handlungen aufgcmuntert werden. (Ungr. Bl.) Anzeiger. Ja demselben werden Annoncen aller Art gegen I^Ngr. (I gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Danksagung. Das traurige Ereigniß, das die Stadt Ktausthal so hart betroffen, die wüthende Feuersbrunst, verzehrte auch unsre Habe, bestehend in dort liegenden Waaren für einige hundert Thaler. Da erbarmte sich unser der Herr in unsrer größten Noch! Er sandte uns als Retter den Kaufmann Herrn Markus Heinemanrr in Osterode, der mit rastloser Mühe für uns dahin