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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-12-09 · Heft 50 (9.12.1844) · p. Seite 730

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 50 (9.12.1844)
Date
1844-12-09
Page
Seite 730 (sequence 14)
Language
German
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Berlin, km Dezember. Die Altg. Preuß. Ztg. theitt „Bilder aus dem Orient" vom Konsul Schulz mit, von denen wir Einiges herausheben. „No. II. Blicke auf die Umgegend von Jerusalem und ihre Bewohner." Hier heißt es: Es ist schon oft gesagt worden, wie die Beduinen die Zustände der Israeliten verMenwärtigen, in denen sie unter den Erzvätern nomadisch umherzogen. Ein Lheil der Israeliten blieb später/nach der Rückkehr aus Aegypten, dem Nomadenleben treu, als die größere Zahl derselben seßhaft wurde, so zumal die Stamme jenseits des Jordan, und noch' jetzt ist in dem Lande mehr oder weniger die nämliche Dertheilung von Fellahs und Beduinen — Arab, wie sie vorzugsweise genannt werden. Die Scheidung der Bewohner der Bergdistrikte von Hebron, Juda und Ephraim ist noch heutzutage sichtbar, wie in den Zeiten der jüdischen Könige. Dschebal Chalit, Dschebal Rudus:und Dschebal Rubülüs behaupten eine gewisse Unabhängigkeit von einander. Jeder hat seinen Ehef in dem mächtigsten Scheich unter dem Erbadel des Landes. Scheich Abdarrhaman ibn Amr in Hebron, Scheich Mustapha Abu Ghasch in Dschebal Rudus und Tonon Bey in Nabülüs. Noch jetzt thun sich wol zwei von diesen Distrikten gegen den dritten zusammen, und zwar so, daß Hebron und Jerusalem meist gemeinschaftliche Sache gegen Sichem machen. An die Stelle der alten Eifersucht zwischen Juda und Ephraim ist die Scheidung der jetzigen Stämme in Kaissiten und Jemaniten getreten, die vecmuthlich in der nationellen Verschiedenheit der Urbewohner von Nord- und Süd-Arabien ihren Grund hat. Der Tempelbau und Wiederaufbau der Stadt nach dem Exil, zufolge der Erzählung bn Esra und Nehemia, und die Abhängigkeit vom Perserreich, sind voll von Zügen, die sich in dem Verhältnis der Raaja, oder auch der Fremden, zu den muhamedanischen Herrschern des Landes noch in unseren Tagen erneuern, wo die Erlaubniß zu Neubauten im türkischen Reich in den meisten Fallen durch einen großherrlichen Ferman ertheilt werden muß. Die in Europa von früher übel berüchtigte Familie Abu Ghosch beherrscht das Gebiet, in welchem die Ruinen von Modin liegen, und die bewaffnete Macht, welche sie der osmanischen Regierung entgegenstellen kann, und auf die sie sich oft genug in ihren Forderungen stützt, erinnert an den Aufstand der Makkabäer gegen die syrische Herrschaft. Die gegenwärtige Verwaltung des Landes erinnert sogar an die römische, mit Königen und Tetrarchen aus den Eingeborenen Neben Prockonsuln und Prokuratoren der Eroberer, mit theilweisÄ Beibehaltung der volksthümlichen Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit. Mitgdeburg, 3. Dezember. sNachbiblische Lite^ ratur und Sprache. Fortsetzung.) tr-ip* -isD Buch Jkkarim, Grund - und Glaubenslehren der Mosaischen Religion von Rab. Joseph Albo. Nach den ältesten und korrektesten Ausg. in's Deutsche übertragen von Dr. W. Schlessinger, Rabb. zu Sulzbach, und Dr. Ludw. Schlesinger, Lehrer. Frankfurt am Main, 1844. Wir freuen uns, nun endlich die Vollendung dieser Uebersetzung anzeigen zu können, wodurch das treffliche Werk der deutschen Literatur einverleibt ist. Ueber die, allen Anforderungen genügende Uebersetzung haben wir schon bei den früheren Heften unsre Meinung abgegeben. Dem letzten Hefte der Uebersetzung ist ein besonderes Heft beigegeben: „Historische Einleitung zu R. Jos. Albo's Buche Jkkarim, nebst kritischen, vergleichenden, historischen und philosophischen Anmerkungen von Dr.Ludw. Schlesinger, Lehrerder neueren Sprachen. Frankfurt am Main, 1844." Die Einleitung bespricht zuerst den Verfasser und seine Zeit (1360— 1444), der als Abgeordneter der Gemeinde von Montreal auf die Versammlung zu Tortosa, wo die Juden eine lange und hartnäckige Kontroverse gegen Geronymo ä Santa Fe zu bestehen hatten, dem Vers, zu weitläufiger Schilderung dieser Versammlung Gelegenheit giebt. Das Weck selbst ist 1425 zu Soria verfaßt. Sehr schön und treffend charakterisirt der Vers. Albo's Verhalten gegen das Christenthum. In II. behandelt der Verfasser die „Entwickelung und Literatur der Glaubenslehren." Wir gestehen, daß der Vers, dieses Thema in seinem geschichtlichen Theile trefflichst zu bearbeiten verstanden hat, sowol durch genaue Kenntniß der einschlaglichen Literatur, als auch durch scharfes Auffassen der Differenzen unterstützt. Nur hätte er uns mit seinen eigenen Ansichten verschonen müssen, die widersprechend in sich und dem Gegenstände selbst feindlich sind. Widersprechend: denn während er S. XVI. dem Judenthume die höchste Wahrheit vindizirt, ihm die Mission, die Wahrheit der Welt zu übergeben, zuschreibt, und es alle anderen Glaubensformen einst verdrängen läßt, weil die Wahrheit endlich durchdringen muß — endet er S. XLIV. „weder im Judenthum, noch im Christenthum ist die Wahrheit zu finden. Nicht die Religionsphilosophie ist die Aufgabe der Menschheit, sondern die Religion der Philosophie"

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