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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-11-25 · Heft 48 (25.11.1844) · p. Seite 699

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 48 (25.11.1844)
Date
1844-11-25
Page
Seite 699 (sequence 19)
Language
German
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699 Literarische Machrichten. Mttgdebuvg, 10. November. s Polemik, j Molochsglaube und Relkgionsschandung, eine nothwendige Schrift für Herrn Ghillany und die Leser seiner Werke von vr. H. S. H. Rabbiner. Eine Abfertigung der Schrift: Das Judenthum und die Kritik. Wollstein und Posen, 1844. Man kennt die Bemühung des Bibliothekars Ghillany, der Welt glauben zu machen, die Juden brauchten wirklich Christenblut, und es wäre dies ein Ueberbleibsel vom alten Molochsdicnste, worin die Religion der Israeliten eigentlich bestanden. Ec hatte dies in einem dicken Bande durch die lächerlichsten, der Vernunft und Exegese gleich zuwidertaufenden Beweise darzuthun gesucht. Im Allgemeinen hat man diesen Unsinn mit Stillschweigen übergangen. Man wollte, wie das Sprüchwort sagt, den Quark nicht breit treten. Man antwortete mit verachtendem Stillschweigen. Jndeß hie und da ließ sich doch eine beißende Stimme darauf hören, und dies nahm der Bibl. Ghillany schnell als Gelegenheit wahr, seine wahnsinnigen Ansichten noch einmal vorzutragen. Gewiß, es gereicht zum Ekel, dergleichen begegnen zu müssen; der wissenschaftlich Gebildete findet kein Genüge darin, sich ernstlich mit der Abweisung barer Unsinnsklauberei beschäftigen zu sollen, und der minder Wissenschaftliche durchschaut zwar die Sache, allein es fehlt ihm das Rüstzeug, um dem Gelehrtenkram des Bibliothekars den Garaus zu machen. Man muß es daher dem Verf. des vorliegenden Schristchens Dank wissen, daß ec es doch gethan. Dies spricht, mit noch schärferen Worten, der Verf. in Kap. 1 aus, worauf er im zweiten G.'s allgemeine Ansichten darstellt und als einen Paroxysmus bezeichnet, im dritten erweist, daß GH. ebenso das Christenthum, wie das Judenthum schändet, indem auch die Auffassung der biblischen Lehren vom orthodox christlichen Standpunkte ganz der jüdischen gleich ist, und das Judenthum die Opfer abschaffte, als das Christenthum sie aufhob. Der Verf. giebt hierauf eine Widerlegung im Allgemeinen, wo er nachweist, „daß jede Erhebung der Menschen, Sittlichkeit und Gottesverehrung von der Lehre des Judenthums ausgegangen ist/' Im Folgenden nun geht der Verf. auf die einzelnen Behauptungen Gh's ein, und zeigt ihm seine Ungründlichkeit, seine wahnwitzige Hypothesensucht, seine Unkenntniß der Bibel, seine überall vorbei treffende Logik, seine vollständigen Lügen nach. Wir sind mit dem Büchlein, obgleich die Sache noch viel weiter geführt werden konnte, zufrieden bis auf einen Punkt. Wir hatten gewünscht, daß dem Nullitätsbeweise auch ein positiver Abschnitt gegenüber gestellt worden wäre, worin die herrlichsten alttestamentlichen Gesetze und Lehren zusammengestellt worden waren, damit vor diesen all' jener Unsinn wie Staub verflogen wäre: wo Solches gelehrt wird, da soll der blutige Schatten des Molochs umgehen?- Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 V^Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Anzeige. ^*Bei der israelitischen Gemeinde zu Glückstadt, ist die Stelle eines unverheiratheten Lehrers, Vorsängers und Schächters vakant, dieselbe gewährt einen fixen Gehalt von 120 Thlr. Pr. Kct. und an Schachtergetd circa 40 Thlr. Pr. Krt. nebst einer Wohnstube; Akzidentien sind unbestimmt. Hierauf Reflektirende, welche sich zu dieser Stelle qualifiziren, belieben sich innerhalb sechs Wochen in portofreien Briefen, unter Einsendung ihrer Zeugnisse, an den Unterzeichneten Vorsteher zu wenden. Glückstadt den 31. Oktober 1844. Elias Philipp. Anzeige. Ein Lehrer, zugleich Vorbeter und Schächter, welcher befähigt ist, sowol in den jüdischen als auch in den deutschen Schulwissenschaften einen gründlichen, dem kindlichen Gemüthe faßlichen und dem jetzigen Zeitgeiste entsprechenden Unterricht ertheilen zu können, welcher auch zugleich über seine Befähigung als Lehrer und über seinen sittlichen Lebenswandel Zeugnisse von anerkannten, rabbinischen Autoritäten zu produziren vermag, wünscht vom 1. Mai, k. I. an eine, seinen Fähigkeiten angemessene Stelle bei einer respektablen Gemeinde in der preußischen Rheinprovinz zu übernehmen. Bemerkt wird, daß derselbe kein Preuße von Geburt ist.— Hierauf Reflektirende wollen sich gefälligst in srankirten Briefen an den Buchhändler Herrn B. S. Berendson in Hamburg wenden, welcher die Güte haben wird, das Weitere zu besorgen. —

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